Richterswil

Richterswil ermöglicht Bestattungen unter Bäumen

An der Gemeindeversammlung vergangenen Dezember wurde der Schaffung eines Bereichs für Baumbestattungen auf dem Friedhof stattgegeben. Dieses Projekt wird jetzt umgesetzt.

Text & Bild: Reni Bircher

Im südwestlichen Teil des Friedhofs, Ecke Kirch-/Säntisstrasse, entsteht ein Bereich für Baumbestattungen. Die Anlage entspricht einem in den letzten Jahren zunehmenden Bedürfnis nach Individualität und pflegefreien Grabstätten. Durch die Anlegung eines parkähnlichen Bereiches mit Sitzmöglichkeiten und Wegen mit hindernisfreier Oberfläche, verspricht das Projekt den Friedhofsbesuchenden eine gewisse Ruhe.
Um die einheimischen Bäume zu pflanzen und die Wege anzulegen, muss das Erdreich teilweise abgetragen werden. In den letzten Jahrzehnten waren keine Grabfelder in diesem Bereich angelegt, trotzdem ist die Anwesenheit eines Exhumators notwendig, denn die Auffindung menschlicher Gebeine ist auf einem Friedhof immer möglich. Für diese Aufgabe wurden erneut die Spezialisten der Tony Linder & Partner AG hinzugezogen, welche bereits die umfangreichen Grabfeld- und Urnenhainsanierungen durchgeführt hatten (siehe Interview «Totengräber der besonderen Art» im Richterswiler Anzeiger vom August 2024). Allfällige Funde werden in die Gebeinegrabstätte umgebettet.

Eine tiefere Aushebung ist nur in dem Bereich nötig, wo die mindestens 15 Bäume gepflanzt werden. Für die Wahl der Art wurden die IG Baumfreunde sowie ein Baumexperte aus Wädenswil hinzugezogen, um sowohl für den Standort sowie die «Aufgabe», welche den Pflanzen zugedacht wird, die geeigneten Bäume zu wählen.

Die Metallringe, die den Bestattungsbereich um die Bäume vor Wurzeln schützen sollen, haben einen Durchmesser von 180 cm und eine Tiefe von 60 cm. Dank diesem «Sperrbereich» wird das Wurzelwerk nicht verletzt, wenn eine Urne gesetzt wird. Nach aktueller Planung fasst der Bereich «Baumbestattungen» nach der 1. Bauetappe gegen 400 Urnen.
Gemäss dem Etappierungsplan aus dem Konzept von 2022 ist zwischen 2035 und 2042 eine Erweiterung des Bereichs für Baumbestattungen vorgesehen. Diese wird jedoch nur umgesetzt, wenn sich ein entsprechender Bedarf abzeichnet. Die Erweiterung würde in Richtung des Gemeinschaftsgrabes erfolgen.
Es werden jedoch nicht alle Bäume mit einem Metallring ausgestattet: in der äusseren Ecke des Friedhofareals können die Bäume ihre Wurzeln frei entfalten.
Im Bereich jedes Bestattungsbaumes wird eine Stele gesetzt, auf der die Namen der Verstorbenen versehen wird.
Ob die Pflanzung noch dieses Jahr gemacht werden kann, ist vom Wetter abhängig. Mit einer Baumbestattung kann voraussichtlich im Herbst 2027/Frühling 2028 gerechnet werden.
Bis zur Fertigstellung des Bauprojektes bleibt der obere Eingang an der Säntisstrasse geschlossen. Ein hindernisfreier Zugang ist vom unteren Bereich, Kirchweg und Im Chratz/Dorfstrasse, her möglich.

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