Andere Länder, andere Bezeichnungen für die Konfession. Das sorgt oft für Verwirrung. Was in der Schweiz landläufig «Reformierte Kirche» heisst, passt bestens für alle Zuzügerinnen und Zuzüger evangelischen Glaubens aus dem Ausland.
Heike Schmitz, Mitglied der Kirchenpflege der Reformierten Kirche Wädenswil, zog vor 20 Jahren aus Deutschland in die Schweiz. Ohne sich gross Gedanken darüber zu machen, besuchte sie die Gottesdienste der Reformierten Kirche und schickte ihre Kinder in die Angebote für die Kleinen.
Zwei Jahre später hatte sie ein grosses Aha-Erlebnis: Sie stellte fest, dass die evangelisch-lutherische Kirche, der sie in Deutschland angehörte, und unsere Landeskirche nicht dasselbe sind.
«Dies wurde mir erst richtig bewusst, als ich Patin des Kindes einer Freundin werden sollte», erinnert sich Heike Schmitz zurück. «Dafür braucht man in Deutschland einen Patenschein. Ich ging in Wädenswil aufs Kirchensekretariat und erfuhr, dass ich gar nicht Gemeindemitglied war. Ich hatte bei der Anmeldung offenbar angegeben, dass ich ‹evangelisch-lutherisch› sei, was aber nicht dem ‹reformiert› in der Schweiz entspricht.»
So wie Heike Schmitz geht es sehr vielen Zuzügerinnen und Zuzügern aus Deutschland oder anderen Ländern. Weil wir in der Schweiz mit Zwingli und Calvin eigene Reformatoren hatten, heisst bei uns die evangelische Landeskirche eben anders als in Deutschland.
Lutherisch, reformiert, uniert
Aber gibt es denn eigentlich grosse Unterschiede zwischen den evangelischen Kirchen der Schweiz und in Deutschland? Heike Schmitz war aufgefallen, dass der Innenraum unserer Wädenswiler Kirche etwas anders war als in den lutherischen Kirchen in Deutschland: «Es gab keinen Altar und keine Kreuze. Das Taufbecken war in der Mitte und nicht am Rand.» Auch fiel ihr auf, dass hier nicht auf der Kanzel gepredigt wurde.
Pfarrerin Undine Gellner, selbst in Deutschland evangelisch aufgewachsen, zählt weitere Unterschiede auf: «Die lutherische Kirche ist anders organisiert. Sie hat Bischöfe, und die Pfarrpersonen leiten den Kirchenvorstand. Diese werden nicht von der Gemeinde gewählt. Vielmehr weist ihnen der Kirchenrat der Landeskirche Pfarrstellen zu. Pfarrpersonen können also nicht aussuchen, wo sie arbeiten, und die Kirchgemeinden können sich die Pfarrpersonen nicht aussuchen.» Die Liturgie in den lutherischen Gottesdiensten ist zudem stärker an die katholische Messe angelehnt.
Neben der lutherischen Kirche mit rund 77 Millionen Mitgliedern gibt es in Deutschland auch die evangelisch-reformierte Kirche mit gut 150 000 Mitgliedern. Diese geht auf die Hugenotten zurück und ist der Reformierten Kirche der Schweiz ähnlich. Im 18. Jahrhundert, als die theologischen Differenzen mehr und mehr in den Hintergrund traten, wurden in diversen Regionen die verschiedenen protestantischen Kirchen aus Synergiegründen unter ein Dach gebracht. So entstanden die unierten Kirchen.
Heute sind in Deutschland alle lutherischen, protestantischen und reformierten Kirchen in der Gemeinschaft «Evanglische Kirche in Deutschland» zusammengefasst.
Evangelisch vereint alle
Heute spielen für die meisten Menschen die Unterschiede der einzelnen evangelischen Landeskirchen praktisch keine Rolle mehr. «Die Reformierte Kirche ist die offizielle evangelische Kirche hierzulande», sagt Undine Gellner. «Evangelisch ist das, was die verschiedenen Kirchen in Deutschland untereinander und mit der Reformierten Kirche in der Schweiz verbindet. Von daher passt sie perfekt für alle Menschen evangelischen Glaubens, woher sie auch immer kommen.»
Heike Schmitz empfiehlt evangelischen Zuzügerinnen und Zuzügern, bei der Reformierten Kirche abzuklären, ob sie Mitglied sind. Sie und ihre Familie haben dank der Kirchenmitgliedschaft in der Schweiz sofort Anschluss gefunden: «Ich fühlte mich in der Kirchgemeinde vom ersten Tag an sehr willkommen. Die Kirche war für uns ein wesentlicher Punkt, im neuen Land Kontakte zu knüpfen und Menschen kennenzulernen. Die Kirche nahm mich mit offenen Armen auf, was sonst in der Schweiz nicht unbedingt üblich ist.»
Hansjörg Schmid, Kirchenpfleger Reformierte Kirche Wädenswil
Agenda
Sa, 24.10.26 Orgelmusik zur Marktzeit 11.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
Sa, 07.11.26 Elternkurs Familienstärker: «Wie gelingt Kommunikation mit meinen Kindern?» 09.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Rosenmatt Anmeldung: www.giftzwergli.ch/kurse/131
So, 08.11.26 RockGottesdienst mit Backvocals-Chor 17.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
Do, 12.11.26 Ökumen. FraueZmorge: «Schlaf – Das wichtigste Drittel unseres Lebens» 09.00 Uhr, Kirchgemeindehaus Rosenmatt
Anmeldung: www.kirche-waedenswil.ch/veranstaltung/49231 oder
Tel. 044 783 00 52
Sa, 14.11.26 Orgelmusik zur Marktzeit 11.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
So, 15.11.26 FamilyChurch – Häsch scho mal en Ängel gseh? 10.30 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
Andere Länder, andere Bezeichnungen für die Konfession. Das sorgt oft für Verwirrung. Was in der Schweiz landläufig «Reformierte Kirche» heisst, passt bestens für alle Zuzügerinnen und Zuzüger evangelischen Glaubens aus dem Ausland.
Heike Schmitz, Mitglied der Kirchenpflege der Reformierten Kirche Wädenswil, zog vor 20 Jahren aus Deutschland in die Schweiz. Ohne sich gross Gedanken darüber zu machen, besuchte sie die Gottesdienste der Reformierten Kirche und schickte ihre Kinder in die Angebote für die Kleinen.
Zwei Jahre später hatte sie ein grosses Aha-Erlebnis: Sie stellte fest, dass die evangelisch-lutherische Kirche, der sie in Deutschland angehörte, und unsere Landeskirche nicht dasselbe sind.
«Dies wurde mir erst richtig bewusst, als ich Patin des Kindes einer Freundin werden sollte», erinnert sich Heike Schmitz zurück. «Dafür braucht man in Deutschland einen Patenschein. Ich ging in Wädenswil aufs Kirchensekretariat und erfuhr, dass ich gar nicht Gemeindemitglied war. Ich hatte bei der Anmeldung offenbar angegeben, dass ich ‹evangelisch-lutherisch› sei, was aber nicht dem ‹reformiert› in der Schweiz entspricht.»
So wie Heike Schmitz geht es sehr vielen Zuzügerinnen und Zuzügern aus Deutschland oder anderen Ländern. Weil wir in der Schweiz mit Zwingli und Calvin eigene Reformatoren hatten, heisst bei uns die evangelische Landeskirche eben anders als in Deutschland.
Lutherisch, reformiert, uniert
Aber gibt es denn eigentlich grosse Unterschiede zwischen den evangelischen Kirchen der Schweiz und in Deutschland? Heike Schmitz war aufgefallen, dass der Innenraum unserer Wädenswiler Kirche etwas anders war als in den lutherischen Kirchen in Deutschland: «Es gab keinen Altar und keine Kreuze. Das Taufbecken war in der Mitte und nicht am Rand.» Auch fiel ihr auf, dass hier nicht auf der Kanzel gepredigt wurde.
Pfarrerin Undine Gellner, selbst in Deutschland evangelisch aufgewachsen, zählt weitere Unterschiede auf: «Die lutherische Kirche ist anders organisiert. Sie hat Bischöfe, und die Pfarrpersonen leiten den Kirchenvorstand. Diese werden nicht von der Gemeinde gewählt. Vielmehr weist ihnen der Kirchenrat der Landeskirche Pfarrstellen zu. Pfarrpersonen können also nicht aussuchen, wo sie arbeiten, und die Kirchgemeinden können sich die Pfarrpersonen nicht aussuchen.» Die Liturgie in den lutherischen Gottesdiensten ist zudem stärker an die katholische Messe angelehnt.
Neben der lutherischen Kirche mit rund 77 Millionen Mitgliedern gibt es in Deutschland auch die evangelisch-reformierte Kirche mit gut 150 000 Mitgliedern. Diese geht auf die Hugenotten zurück und ist der Reformierten Kirche der Schweiz ähnlich. Im 18. Jahrhundert, als die theologischen Differenzen mehr und mehr in den Hintergrund traten, wurden in diversen Regionen die verschiedenen protestantischen Kirchen aus Synergiegründen unter ein Dach gebracht. So entstanden die unierten Kirchen.
Heute sind in Deutschland alle lutherischen, protestantischen und reformierten Kirchen in der Gemeinschaft «Evanglische Kirche in Deutschland» zusammengefasst.
Evangelisch vereint alle
Heute spielen für die meisten Menschen die Unterschiede der einzelnen evangelischen Landeskirchen praktisch keine Rolle mehr. «Die Reformierte Kirche ist die offizielle evangelische Kirche hierzulande», sagt Undine Gellner. «Evangelisch ist das, was die verschiedenen Kirchen in Deutschland untereinander und mit der Reformierten Kirche in der Schweiz verbindet. Von daher passt sie perfekt für alle Menschen evangelischen Glaubens, woher sie auch immer kommen.»
Heike Schmitz empfiehlt evangelischen Zuzügerinnen und Zuzügern, bei der Reformierten Kirche abzuklären, ob sie Mitglied sind. Sie und ihre Familie haben dank der Kirchenmitgliedschaft in der Schweiz sofort Anschluss gefunden: «Ich fühlte mich in der Kirchgemeinde vom ersten Tag an sehr willkommen. Die Kirche war für uns ein wesentlicher Punkt, im neuen Land Kontakte zu knüpfen und Menschen kennenzulernen. Die Kirche nahm mich mit offenen Armen auf, was sonst in der Schweiz nicht unbedingt üblich ist.»
Hansjörg Schmid, Kirchenpfleger Reformierte Kirche Wädenswil
Agenda
Sa, 24.10.26 Orgelmusik zur Marktzeit 11.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
Sa, 07.11.26 Elternkurs Familienstärker: «Wie gelingt Kommunikation mit meinen Kindern?» 09.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Rosenmatt Anmeldung: www.giftzwergli.ch/kurse/131
So, 08.11.26 RockGottesdienst mit Backvocals-Chor 17.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
Do, 12.11.26 Ökumen. FraueZmorge: «Schlaf – Das wichtigste Drittel unseres Lebens» 09.00 Uhr, Kirchgemeindehaus Rosenmatt
Anmeldung: www.kirche-waedenswil.ch/veranstaltung/49231 oder
Tel. 044 783 00 52
Sa, 14.11.26 Orgelmusik zur Marktzeit 11.00 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil
So, 15.11.26 FamilyChurch – Häsch scho mal en Ängel gseh? 10.30 Uhr, Ref. Kirche Wädenswil