Wädenswil

Schauspielerin Selma Kopp im SchlossCinema

Die in Richterswil aufgewachsene Schauspielerin Selma Kopp feiert mit ihrer Hauptrolle im Film «Wolves» ihren grossen Durchbruch. Es ist eine dieser Geschichten, wie sie eigentlich nur das Kino selbst schreibt. In den roten Sesseln des SchlossCinemas Wädenswil hat Selma Kopp als Kind unzählige Stunden verbracht, die Hände in der Popcorntüte, den Blick gebannt auf die Leinwand gerichtet. Heute ist sie es, die die Blicke auf sich zieht. Als Hauptrolle im Film «Wolves» ist sie am 20. Mai im SchlossCinema auf der Leinwand zu sehen und für ein Interview im Kino anwesend.

Interview: Noëmi Lea Hermann
Foto: Dynamic Frame GmbH

Ihr Weg auf die Kinoleinwand war jedoch kein geradliniger. Nach ihrer Lehre als Pharma-Assistentin stand das Studium der Sozialen Arbeit eigentlich schon fest im Plan. Bis ein Instagram-Aufruf und eine gehörige Portion Mut alles veränderten.

Der Wädenswiler Anzeiger hat im Vorfeld des Kinoabends einige Fragen an Selma Kopp gestellt. Ein Gespräch über Kindheitsträume, mutige Entscheidungen und die Kunst, den Mut nicht zu verlieren.

Wie fühlt es sich an zu wissen, dass Dein aktueller Film «Wolves» genau dort läuft, wo Du früher selbst als Zuschauerin gesessen hast?
Selma Kopp: Meine ersten Kinoerfahrungen habe ich im Schlosskino Wädenswil gemacht. Ich kann mich erinnern, wie ich mir vorgestellt hatte, einmal selbst auf dieser Leinwand zu sein. Dass das jetzt Realität ist, fühlt sich extrem surreal an und freut mich riesig.

Gab es einen bestimmten Moment, der deinen Wunsch, Schauspielerin zu werden, endgültig entfacht hat?
Ich mochte es schon immer, in andere Rollen zu schlüpfen und nutzte jede Chance, um ein wenig schauspielern zu können. Sei es beim Prinzessinnenspielen mit meinen Cousinen oder im Schultheater. Ich kann mich noch an den Moment erinnern als ich zum ersten Mal den Film «Whiplash» geschaut habe. Da entfachte sich der Wunsch, das auch zu machen, endgültig.

Du kommst aus der Idylle von «Richti».
Wie war es für Dich, plötzlich in die intensive Welt eines Filmsets einzutauchen?
«Wolves» war meine erste Erfahrung am Filmset. Eigentlich war ich nach meiner Pharma-Assistentinnen-Lehre auf dem Weg zum Studium der Sozialen Arbeit gewesen. Doch dann landete ich plötzlich auf einem Filmset, was am Anfang schon etwas überfordernd war. Doch durch die super Beziehung, die ich mit dem Cast und der Crew aufbauen konnte, fühlte ich mich schnell sehr wohl.

Der Weg in die Filmbranche gilt als steinig. Welche Hürden musstest Du bisher meistern?
Mein persönlicher Einstieg war überraschend einfach, da ich durch ganz viel Glück und Vertrauen an meine erste Hauptrolle geraten bin. Der schwierige Teil ist eher jetzt: Das Dranbleiben, die Phasen, in denen nichts läuft, auszuhalten und nach Absagen nicht in Selbstzweifel zu versinken.
Wie bist Du überhaupt an die Rolle in ­«Wolves» gekommen?
Durch einen Instagram-Aufruf von «Glaus Casting» bin ich auf die Rollenausschreibung gestossen. Ich fand das Setting so spannend, dass ich mich unbedingt bewerben wollte. Danach war ich zu gleichen Teilen voller Freude und voller Aufregung.

Deine Figur Luana sucht nach Zugehörigkeit und Freiheit. Wie viel von Selma steckt in ihr?
Luana ist auf der Suche nach Zugehörigkeit. Den Drang, gemocht zu werden, kenne ich gut. Auch konnte ich mich sehr gut mit ihrem inneren Drang nach Freiheit identifizieren. Natürlich unterscheide ich mich auch in vielen Punkten von ihr. Einer der Gründe, wieso mich Schauspiel so fasziniert, ist es zu erfahren, wie andere Menschen denken.

Was rätst Du anderen jungen Menschen, die ebenfalls vom Schauspiel träumen?
Als erstes: Getraut Euch! Meldet Euch bei Statistenplattformen an und macht bei Studentenprojekten mit. Lasst Euch von Absagen nicht abschrecken und seid ein bisschen «delulu» (delusional), wie man so sagt.

Wie sehen Deine nächsten Schritte aus?
Ich bin daran, mich bei Agenturen zu bewerben, um noch ein wenig mehr in die Branche einsteigen zu können. Ansonsten nehme ich es Tag für Tag und freue mich über jedes Projekt.

Der Film «Wolves» läuft am 20. Mai 2026, 19.30 Uhr, in Anwesenheit von Selma Kopp, der Hauptdarstellerin des Films, im SchlossCinema Wädenswil.

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