Der Unrat, der beim alljährlichen Tobelputzen von Viertklässlern aufgesammelt worden ist, wurde dem «Müll-Künstler» Patrick Müller gereinigt zur Verfügung gestellt, um damit ein Kunstwerk zu fertigen. Dieses hängt nun im Eingangsbereich des Schulhauses Untermosen.
Seit sieben Jahren begeben sich die Schüler der vierten Klasse aus dem Schulhaus Untermosen begleitet in das Gulmentobel gleich neben dem Schulhaus. Zwei Stunden lang sammeln sie dort Petflaschen, Konservendosen, Plastiksäcke und Joghurtbecher ein, klauben Trinkhalme, Bierdeckel und kleinste Kunststoffteilchen zusammen. In diesem Jahr gehörte unter anderem auch ein Schuh, ein Chilbi-Lichtschwert, eine Radkappe und der Kopf eines Plüscheinhorns zur Ausbeute. Alles Dinge, welche in der Natur und auf dem Fussboden rein gar nichts zu suchen haben und die achtlos, ja sogar fahrlässig, weggeworfen worden sind.
Der Elternrat Projektgruppe «Kunst und Kultur» liess sich von früheren Aktionen (z.B. «Posterdays») des Künstlers Patrick Müller inspirieren, der aus Abfallteilen ganze Kunstwerke fertigt. Er zeigte sich begeistert ob der Idee eines gemeinsamen Projektes mit den Schülern. Als Familienvater ist es ihm wichtig, seinen eigenen und auch anderen Kindern den respektvollen Umgang mit der Natur nahezubringen.
Omnipräsenter Zivilisationsmüll
Für die Veranschaulichung des weltweiten Problems durch Plastikabfälle wurde die in Wädenswil beheimatete Organisation OceanCare eingeladen. Simone Schmid nahm sich dieser Aufgabe an und zeigte den knapp hundert Schülern einen Film über die Auswirkungen der von Plastik verschmutzen Gewässer. Nicht nur, dass sich Tiere darin verfangen und dabei ersticken oder verhungern, die kleinen Kunststoffteilchen landen auch in ihrem Körper und damit auch auf unserem Teller und schliesslich in unserem Trinkwasser. Ein ganz spannender Abschluss war das Aufzeigen von Alternativen zu Plastik oder wie jeder einzelne Bürger die Benützung von Wegwerfware vermeiden kann. Die Kinder waren von Film und Workshop beeindruckt und die OceanCare-Beauftragte ist sich sicher, dass die Kinder einiges an Informationen mit nach Hause nehmen werden.
Gemeinsam ein Kunstwerk schaffen
Den ganzen Morgen über kommen kleine Gruppen von Kinder mit Abfallfundstücken vorbei und entscheiden gemeinsam, welche Teil sie auf dem Bild verewigen möchten. Danach schrauben oder kleben sie es in Zusammenarbeit mit Patrick Müller auf dem grossen Bild fest.
Zuhause hatte der Künstler das Objekt auf zwei Spanplatten vorbereitet: aus altem Spielzeug, Bleistiften, Seil, eigenen Fundstücken und «Mitbringseln» und Farbe fertigte Müller eine Mischung von lachendem/traurigem Smilie, in den der Betrachter auch eine Weltkugel entdeckt. Die lachende, helle, «saubere» Seite mit dem klaren Fluss/dem Lächeln und sauberen Wiesen verändert sich in der zweiten Bildhälfte in eine trübe Landschaft und ein verdrecktes Gewässer. Auf dieser Seite finden die Abfallteile ihren Platz.
Müller spricht die Kinder bei der gemeinsamen Aktion darauf an, was Abfall in der freien Natur anrichten kann; etwa, dass es zu Krankheit und Tod von Nutzvieh führt, wenn diese die Sachen auffressen. Oder der vorherrschende Verpackungswahnsinn: Früchte werden kleingeschnitten und in viel Plastik verpackt, damit der Mensch möglichst wenig machen muss. Die Folge ist ein massiver Mehrverbrauch von Kunststoff, der dann nicht unbedingt zuhause im Abfalleimer landet. «Dabei schmeckt es zuhause frisch geschnitten viel besser», findet der Kunstschaffende und erntete eifrigen Zuspruch der Kinder. Und: «Wir wollen uns unbeschwert in der freien Natur bewegen».
Aktiver Elternrat
Die treibende Kraft hinter dem Projekt waren die Damen des Elternrates im Schulhaus Untermosen: Emily Kürten, Mirjam Haas, Simone Held, Marcela Hunderova und Marcia Roos. Sie wollten eine grosse Veranstaltung machen aus dem Thema «Littering» und haben zusammen dieses Projekt ausgearbeitet. Simone Held sagte: «Wir machen schon viel mehr an der Schule, was in diese Richtung geht; die Themen sind kritischer und zeitgemässer. Trotzdem kommt vieles immer noch zu kurz und ist zu theoretisch». Mit dieser innovativen Aktion wurde die Theoriepraxis eindeutig durchbrochen.
Das Motiv des Müll-Bildes ist in Zusammenarbeit vom Elternrat und dem Künstler gemeinsam gewählt worden. Es ging darum etwas zu finden, was die Kinder auch verstehen. Einen Smilie kennen alle. «Der Kreis ist ein Symbol von Geben und Nehmen – was heutzutage immer mehr zu einem einseitigen Nehmen geworden ist. Das führt zu einem Ungleichgewicht», erläuterte Müller voller Überzeugung.
Trotz des ernsten Themas hatten alle Beteiligten viel Spass an der Arbeit. Der Elternrat: «Jetzt haben wir etwas Schönes aus etwas Negativem gefertigt, und die Kinder hatten viel Freude daran, an diesem Bild mitzuwirken». Die Mitglieder des Elternrates liessen es sich nicht nehmen, ebenfalls ein Stück Abfallplastik im Bild zu integrieren. Der restliche Tobelmüll wurde auf Schnüre gezogen und im Eingangsbereich an die Fenster gehängt. Sie sollen sicher bis zu den Sommerferien hängen bleiben.
Lobende Worte
Nicht nur Patrick Müller erntete begeisterten Zuspruch für das gemeinschaftlich vollbrachte Werk. Es gab viel Lob für die Kinder, und sie wurden aufgefordert, mit den Eltern vorbeizukommen, um sich das Bild anzuschauen. Es wird als permanentes Mahnmal, was der Müll alles anrichtet in der Umwelt, im Foyer der Schule gleich bei der Aula aufgehängt bleiben. Es soll dazu beitragen, dass das Thema präsent bleibt in den Köpfen der Kinder und mehr Bewusstsein im Umgang mit Abfall schaffen.
Der Künstler sieht bei der Bekämpfung der allgegenwärtigen Vermüllung die Schwierigkeit darin, dass das eigentliche Problem zwar bekannt ist, viele Leute davon aber nichts wissen wollen und den Kopf in den Sand stecken. Die Kinder hätten da schon sehr viel mehr Verständnis aufgebracht. «Ich kann nicht alleine gegen ein Problem kämpfen. Wir müssen das gemeinsam angehen», ist er sich sicher. Patrick Müller freut sich ob dem Präsent des Elternrates in Form eines Malspachtels und einem Obulus, doch: «Wenn ich die Kinder mit meiner Arbeit und meiner Message erreichen kann, dann ist das für mich das Schönste». (rb)
www.pswaedenswil.ch
www.ptm-finearts.com
www.oceancare.org
Der Unrat, der beim alljährlichen Tobelputzen von Viertklässlern aufgesammelt worden ist, wurde dem «Müll-Künstler» Patrick Müller gereinigt zur Verfügung gestellt, um damit ein Kunstwerk zu fertigen. Dieses hängt nun im Eingangsbereich des Schulhauses Untermosen.
Seit sieben Jahren begeben sich die Schüler der vierten Klasse aus dem Schulhaus Untermosen begleitet in das Gulmentobel gleich neben dem Schulhaus. Zwei Stunden lang sammeln sie dort Petflaschen, Konservendosen, Plastiksäcke und Joghurtbecher ein, klauben Trinkhalme, Bierdeckel und kleinste Kunststoffteilchen zusammen. In diesem Jahr gehörte unter anderem auch ein Schuh, ein Chilbi-Lichtschwert, eine Radkappe und der Kopf eines Plüscheinhorns zur Ausbeute. Alles Dinge, welche in der Natur und auf dem Fussboden rein gar nichts zu suchen haben und die achtlos, ja sogar fahrlässig, weggeworfen worden sind.
Der Elternrat Projektgruppe «Kunst und Kultur» liess sich von früheren Aktionen (z.B. «Posterdays») des Künstlers Patrick Müller inspirieren, der aus Abfallteilen ganze Kunstwerke fertigt. Er zeigte sich begeistert ob der Idee eines gemeinsamen Projektes mit den Schülern. Als Familienvater ist es ihm wichtig, seinen eigenen und auch anderen Kindern den respektvollen Umgang mit der Natur nahezubringen.
Omnipräsenter Zivilisationsmüll
Für die Veranschaulichung des weltweiten Problems durch Plastikabfälle wurde die in Wädenswil beheimatete Organisation OceanCare eingeladen. Simone Schmid nahm sich dieser Aufgabe an und zeigte den knapp hundert Schülern einen Film über die Auswirkungen der von Plastik verschmutzen Gewässer. Nicht nur, dass sich Tiere darin verfangen und dabei ersticken oder verhungern, die kleinen Kunststoffteilchen landen auch in ihrem Körper und damit auch auf unserem Teller und schliesslich in unserem Trinkwasser. Ein ganz spannender Abschluss war das Aufzeigen von Alternativen zu Plastik oder wie jeder einzelne Bürger die Benützung von Wegwerfware vermeiden kann. Die Kinder waren von Film und Workshop beeindruckt und die OceanCare-Beauftragte ist sich sicher, dass die Kinder einiges an Informationen mit nach Hause nehmen werden.
Gemeinsam ein Kunstwerk schaffen
Den ganzen Morgen über kommen kleine Gruppen von Kinder mit Abfallfundstücken vorbei und entscheiden gemeinsam, welche Teil sie auf dem Bild verewigen möchten. Danach schrauben oder kleben sie es in Zusammenarbeit mit Patrick Müller auf dem grossen Bild fest.
Zuhause hatte der Künstler das Objekt auf zwei Spanplatten vorbereitet: aus altem Spielzeug, Bleistiften, Seil, eigenen Fundstücken und «Mitbringseln» und Farbe fertigte Müller eine Mischung von lachendem/traurigem Smilie, in den der Betrachter auch eine Weltkugel entdeckt. Die lachende, helle, «saubere» Seite mit dem klaren Fluss/dem Lächeln und sauberen Wiesen verändert sich in der zweiten Bildhälfte in eine trübe Landschaft und ein verdrecktes Gewässer. Auf dieser Seite finden die Abfallteile ihren Platz.
Müller spricht die Kinder bei der gemeinsamen Aktion darauf an, was Abfall in der freien Natur anrichten kann; etwa, dass es zu Krankheit und Tod von Nutzvieh führt, wenn diese die Sachen auffressen. Oder der vorherrschende Verpackungswahnsinn: Früchte werden kleingeschnitten und in viel Plastik verpackt, damit der Mensch möglichst wenig machen muss. Die Folge ist ein massiver Mehrverbrauch von Kunststoff, der dann nicht unbedingt zuhause im Abfalleimer landet. «Dabei schmeckt es zuhause frisch geschnitten viel besser», findet der Kunstschaffende und erntete eifrigen Zuspruch der Kinder. Und: «Wir wollen uns unbeschwert in der freien Natur bewegen».
Aktiver Elternrat
Die treibende Kraft hinter dem Projekt waren die Damen des Elternrates im Schulhaus Untermosen: Emily Kürten, Mirjam Haas, Simone Held, Marcela Hunderova und Marcia Roos. Sie wollten eine grosse Veranstaltung machen aus dem Thema «Littering» und haben zusammen dieses Projekt ausgearbeitet. Simone Held sagte: «Wir machen schon viel mehr an der Schule, was in diese Richtung geht; die Themen sind kritischer und zeitgemässer. Trotzdem kommt vieles immer noch zu kurz und ist zu theoretisch». Mit dieser innovativen Aktion wurde die Theoriepraxis eindeutig durchbrochen.
Das Motiv des Müll-Bildes ist in Zusammenarbeit vom Elternrat und dem Künstler gemeinsam gewählt worden. Es ging darum etwas zu finden, was die Kinder auch verstehen. Einen Smilie kennen alle. «Der Kreis ist ein Symbol von Geben und Nehmen – was heutzutage immer mehr zu einem einseitigen Nehmen geworden ist. Das führt zu einem Ungleichgewicht», erläuterte Müller voller Überzeugung.
Trotz des ernsten Themas hatten alle Beteiligten viel Spass an der Arbeit. Der Elternrat: «Jetzt haben wir etwas Schönes aus etwas Negativem gefertigt, und die Kinder hatten viel Freude daran, an diesem Bild mitzuwirken». Die Mitglieder des Elternrates liessen es sich nicht nehmen, ebenfalls ein Stück Abfallplastik im Bild zu integrieren. Der restliche Tobelmüll wurde auf Schnüre gezogen und im Eingangsbereich an die Fenster gehängt. Sie sollen sicher bis zu den Sommerferien hängen bleiben.
Lobende Worte
Nicht nur Patrick Müller erntete begeisterten Zuspruch für das gemeinschaftlich vollbrachte Werk. Es gab viel Lob für die Kinder, und sie wurden aufgefordert, mit den Eltern vorbeizukommen, um sich das Bild anzuschauen. Es wird als permanentes Mahnmal, was der Müll alles anrichtet in der Umwelt, im Foyer der Schule gleich bei der Aula aufgehängt bleiben. Es soll dazu beitragen, dass das Thema präsent bleibt in den Köpfen der Kinder und mehr Bewusstsein im Umgang mit Abfall schaffen.
Der Künstler sieht bei der Bekämpfung der allgegenwärtigen Vermüllung die Schwierigkeit darin, dass das eigentliche Problem zwar bekannt ist, viele Leute davon aber nichts wissen wollen und den Kopf in den Sand stecken. Die Kinder hätten da schon sehr viel mehr Verständnis aufgebracht. «Ich kann nicht alleine gegen ein Problem kämpfen. Wir müssen das gemeinsam angehen», ist er sich sicher. Patrick Müller freut sich ob dem Präsent des Elternrates in Form eines Malspachtels und einem Obulus, doch: «Wenn ich die Kinder mit meiner Arbeit und meiner Message erreichen kann, dann ist das für mich das Schönste». (rb)
www.pswaedenswil.ch
www.ptm-finearts.com
www.oceancare.org