Seit anderthalb Jahren darf ich als Pfarrer in der Katholischen Pfarrei Wädenswil wirken. Schon vor meinem Pfarrwechsel war mit klar: Die Jubla Wädenswil ist nicht einfach eine Jubla unter vielen. Weit über die Region hinaus ist sie für ihre Grösse bekannt und zählt zu den grössten Jubla-Scharen der Schweiz.
Wie jeden Sommer zog die Jubla auch dieses Jahr für zwei Wochen ins Sommerlager, diesmal ins wunderschöne Binntal im Wallis. Zum ersten Mal durfte ich selbst Lagerluft schnuppern und während einer Woche Teil dieses besonderen Abenteuers sein.
Als gelernter Koch war mein Platz schnell gefunden: Zurück zu den Wurzeln ging es für mich in die Lagerküche. Dort wurde folglich gekocht, gelacht, improvisiert und als Küchenteam Tag für Tag Grossartiges geleistet.
Schon bei den Lagervorbereitungen war ich beeindruckt, mit welcher Professionalität, welchem Engagement und welcher Verantwortung die jungen Leiterinnen und Leiter dieses Lager planen. Über 150 Kinder und Jugendliche verbrachten gemeinsam zwei Wochen in der freien Natur, eine beeindruckende Leistung. Im Lager selbst sassen die rund 40 Leiterinnen und Leiter spät abends noch lange zusammen. In einer selbstkritischen und profunden Tagesauswertung wurde reflektiert, verbessert und der nächste Tag bis ins Detail vorbereitet, mit einer Disziplin, die man sich nur wünschen kann. Die jungen Menschen lernen klar Verantwortung zu übernehmen, was ihnen in ihrem weiteren Leben ein grosser Vorteil sein wird.
Jeder Tag war voller Leben: Wanderungen, Spiele, Gesang und unzählige Begegnungen. Lagerfeuerstimmung kam trotz Feuerverbot auf, mit kleinen Lämpchen in der Mitte des Singkreises. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Handys für zwei Wochen beiseitelegten. Nicht online, sondern analog. Nicht Chat, sondern Gespräch. Nicht Bildschirm, sondern echtes Gegenüber. So entstehen Freundschaften, die oft ein Leben lang halten.
Ich gebe zu: Mit etwas Respekt bin ich ins Lager gereist. Als bekennender Warmduscher in einem kleinen Zelt zu schlafen und mitternachts mit der Stirnlampe am Bergbach die Zähne zu putzen gehören definitiv nicht zu meinem Ferienprogramm. Umso schöner war nun diese Erfahrung. Wieder einmal hat sich gezeigt: Wer seine Komfortzone verlässt, wird reich beschenkt.
Als Pfarrer sorge ich sonst eher für das seelische Wohl der Menschen. Im Lager durfte ich mich auch um das leibliche Wohl kümmern. Doch beides gehört zusammen. Beim Schöpfen des Essens entstanden viele kurze Gespräche und Begegnungen. So konnte ich viele Kinder und Jugendliche besser kennenlernen.
Besonders berührt hat mich der Besuchstag der Eltern, somit waren rund 400 Personen auf Platz. Mit Stolz und Begeisterung zeigten die Kinder ihren Eltern den weitläufigen Zeltplatz und ihr Lagerleben. Das Lagermotto führte nach England ins 15. Jahrhundert, zum Rosenkrieg. Am Ende fanden in der realen Geschichte die Familien der weissen Rose (Frieden) und der roten Rose (Liebe) ganz pragmatisch durch Heiraten zusammen. Eine schöne Botschaft: echter Friede und Liebe gehören zusammen. Dies konnten wir in einem schönen gemeinsamen Gottesdienst mit allen Kindern und deren Eltern aufgreifen.
Nicht wenige Ehemalige fanden während ihrer Jubla-Zeit zueinander, gründeten später Familien und schicken heute ihre eigenen Kinder wiederum ins Lager. Schöner kann gelebte Tradition kaum sein.
Ich bin dankbar, Teil dieses Lagers gewesen zu sein. Mein herzlicher Dank gilt allen Leiterinnen und Leitern, die unzählige Stunden ihrer Freizeit investieren, und den Eltern, die der Jubla ihre Kinder anvertrauen.
Unsere Jungwacht-Blauring Wädenswil ist ein blühender Jugendverband, auf den wir stolz sein dürfen. Ich wünsche ihm weiterhin viele begeisterte Kinder, engagierte Leiterinnen und Leiter – und Gottes reichen Segen.
Pfr. Patrick Lier
Seit anderthalb Jahren darf ich als Pfarrer in der Katholischen Pfarrei Wädenswil wirken. Schon vor meinem Pfarrwechsel war mit klar: Die Jubla Wädenswil ist nicht einfach eine Jubla unter vielen. Weit über die Region hinaus ist sie für ihre Grösse bekannt und zählt zu den grössten Jubla-Scharen der Schweiz.
Wie jeden Sommer zog die Jubla auch dieses Jahr für zwei Wochen ins Sommerlager, diesmal ins wunderschöne Binntal im Wallis. Zum ersten Mal durfte ich selbst Lagerluft schnuppern und während einer Woche Teil dieses besonderen Abenteuers sein.
Als gelernter Koch war mein Platz schnell gefunden: Zurück zu den Wurzeln ging es für mich in die Lagerküche. Dort wurde folglich gekocht, gelacht, improvisiert und als Küchenteam Tag für Tag Grossartiges geleistet.
Schon bei den Lagervorbereitungen war ich beeindruckt, mit welcher Professionalität, welchem Engagement und welcher Verantwortung die jungen Leiterinnen und Leiter dieses Lager planen. Über 150 Kinder und Jugendliche verbrachten gemeinsam zwei Wochen in der freien Natur, eine beeindruckende Leistung. Im Lager selbst sassen die rund 40 Leiterinnen und Leiter spät abends noch lange zusammen. In einer selbstkritischen und profunden Tagesauswertung wurde reflektiert, verbessert und der nächste Tag bis ins Detail vorbereitet, mit einer Disziplin, die man sich nur wünschen kann. Die jungen Menschen lernen klar Verantwortung zu übernehmen, was ihnen in ihrem weiteren Leben ein grosser Vorteil sein wird.
Jeder Tag war voller Leben: Wanderungen, Spiele, Gesang und unzählige Begegnungen. Lagerfeuerstimmung kam trotz Feuerverbot auf, mit kleinen Lämpchen in der Mitte des Singkreises. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Handys für zwei Wochen beiseitelegten. Nicht online, sondern analog. Nicht Chat, sondern Gespräch. Nicht Bildschirm, sondern echtes Gegenüber. So entstehen Freundschaften, die oft ein Leben lang halten.
Ich gebe zu: Mit etwas Respekt bin ich ins Lager gereist. Als bekennender Warmduscher in einem kleinen Zelt zu schlafen und mitternachts mit der Stirnlampe am Bergbach die Zähne zu putzen gehören definitiv nicht zu meinem Ferienprogramm. Umso schöner war nun diese Erfahrung. Wieder einmal hat sich gezeigt: Wer seine Komfortzone verlässt, wird reich beschenkt.
Als Pfarrer sorge ich sonst eher für das seelische Wohl der Menschen. Im Lager durfte ich mich auch um das leibliche Wohl kümmern. Doch beides gehört zusammen. Beim Schöpfen des Essens entstanden viele kurze Gespräche und Begegnungen. So konnte ich viele Kinder und Jugendliche besser kennenlernen.
Besonders berührt hat mich der Besuchstag der Eltern, somit waren rund 400 Personen auf Platz. Mit Stolz und Begeisterung zeigten die Kinder ihren Eltern den weitläufigen Zeltplatz und ihr Lagerleben. Das Lagermotto führte nach England ins 15. Jahrhundert, zum Rosenkrieg. Am Ende fanden in der realen Geschichte die Familien der weissen Rose (Frieden) und der roten Rose (Liebe) ganz pragmatisch durch Heiraten zusammen. Eine schöne Botschaft: echter Friede und Liebe gehören zusammen. Dies konnten wir in einem schönen gemeinsamen Gottesdienst mit allen Kindern und deren Eltern aufgreifen.
Nicht wenige Ehemalige fanden während ihrer Jubla-Zeit zueinander, gründeten später Familien und schicken heute ihre eigenen Kinder wiederum ins Lager. Schöner kann gelebte Tradition kaum sein.
Ich bin dankbar, Teil dieses Lagers gewesen zu sein. Mein herzlicher Dank gilt allen Leiterinnen und Leitern, die unzählige Stunden ihrer Freizeit investieren, und den Eltern, die der Jubla ihre Kinder anvertrauen.
Unsere Jungwacht-Blauring Wädenswil ist ein blühender Jugendverband, auf den wir stolz sein dürfen. Ich wünsche ihm weiterhin viele begeisterte Kinder, engagierte Leiterinnen und Leiter – und Gottes reichen Segen.
Pfr. Patrick Lier