Auch dieses Jahr wird es in Wädenswil eine Tavolata geben. Unter dem Motto «Tavolata meets Foodsave-Bankett» wird am Samstag, 19. September, von 17.00 bis 22.00 Uhr eine lange Tafel zum Schmaus von Gerichten aus geretteten Lebensmitteln aus Wädenswil einladen.
Interview: Ingrid Eva Liedtke
Bild: zvg
Immer noch sind die Erinnerungen an das letztjährige Festival Nachbarswil wach. Besonders die Tavolata in der Gerbestrasse war für viele Menschen, sowohl aus Richterswil als auch aus Wädenswil, ein besonderes Ereignis, das viele verschiedene Bevölkerungsgruppen an einem langen Tisch bei Speis und Trank vereinte.
Viele haben den Wunsch ausgesprochen, dass eine solche «Tavolata» in Wädenswil wieder stattfinden möge. Dieses Jahr nun hat die Reformierte Kirche anlässlich der Foodsave-Woche, die von der Landeskirche ausgerufen wurde, die Gelegenheit genutzt, das Gefäss Tavolata für Wädenswil wieder mit einem grossen Bankett zu füllen und somit diesem Wunsch aus der Bevölkerung nachzukommen.
Das Ziel ist dasselbe geblieben, nämlich die Förderung von Gemeinschaft, Menschen aller Generationen und Milieus zusammenzubringen bei einem gemeinsamen Mahl. Gleichzeitig möchte man für den Wert von Lebensmitteln sensibilisieren und auch ein Beispiel für einen möglichen bewussteren Umgang geben.
Foodwaste und öffentliche Kühlschränke
Laut Undine Gellner, reformierte Pfarrerin von Wädenswil und Mitorganisatorin der Tavolata, sei es erschreckend, wie viele Lebensmittel pro Jahr weggeworfen werden, nämlich 2,8 Millionen Tonnen! Die grossen Verteiler stellen gewisse Lebensmittel denen zur Verfügung, die sie nicht kaufen können. Aber generell kann Abgelaufenes nicht einfach gratis abgeholt werden, weil die Angst besteht, dass viele Leute dann einfach auf die abgelaufenen Waren warten und dies zu einem Umsatzeinbruch führt.
Also kommen solche Lebensmittel oft zu den Tafeln, wie zum Beispiel «Tischlein deck dich», die aber auch nicht alles weitervermitteln können, weil es nicht so viele sozial Berechtigte gibt, die alles verbrauchen könnten.
In gewissen Gemeinden gibt es öffentliche Kühlschränke, wo jede und jeder seine Reste deponieren kann, aber nur geschlossene, originalverpackte Produkte.
Undine Gellner: «Es gibt Leute, die darauf angewiesen sind, aber auch andere, die sich nicht an den Kühlschränken bedienen würden, weil sie sich wahrscheinlich dafür schämen, dass sie Engpässe haben. In Wädenswil sind diese bei der Hochschule für Studierende platziert und im Zentrum von Wädenswil, hinter dem Bioladen «Drüegg» und in der Au beim Zentrum Bruder Klaus. Manchmal setzen die Grossverteiler auch kurz vor Ladenschluss einige Lebensmittel, die abgelaufen sind, herunter. Es ist ein strukturelles Problem, da wir erwarten, bis kurz vor Ladenschluss die ganze Auswahl zu haben. Das andere Problem ist, dass alles makellos auszusehen hat. Das führt zu einer riesigen Menge an verschwendeten Lebensmitteln, schon auf dem Weg vom Produzenten zum Grossverteiler, ebenso in der Gastronomie! Da kann man gut ansetzen. Mit dieser Tavolata möchten wir sensibilisieren und zeigen: Man kann wunderbare Festessen machen mit Lebensmitteln, die sonst im Abfall landen. Es ist nicht zu vergessen, dass es immer noch viele Menschen gibt, die nicht genug zu essen haben!» Trotzdem möchte Undine Gellner dieses Thema fröhlich bearbeiten und mit der Tavolata zeigen, dass es sogar gefeiert werden kann – mit einem Gefühl der Dankbarkeit im Hintergrund.
Die Pfarrerin hat sich mit der Sozialdiakonin Petra Fischer und mit Claudia Bühlmann (Stadträtin Soziales) kurzgeschlossen und stand auch mit Judith Holay Humm von kulturbon.ch in Verbindung. Der kulturbon.ch hatte das letztjährige Festival Nachbarswil organisiert und kann wertvolle Erfahrungen weitergeben.
Finanzen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Auch Daniela Hallauer, die neue Kulturbeauftragte der Stadt, sowie die Kulturkommission und Golrang Daneshgar, Energiebeauftragte von Wädenswil, stehen hinter der Idee und haben eine allfällige Unterstützung zugesagt. Die Stadt hat zugesichert, dass sie die nötigen Bewilligungen erteilen wird, die Stromkosten übernimmt, wie auch die Abfallentsorgung sowie Tische und Bänke zur Verfügung stellt. Die reformierte Kirche investiert 3500 Franken. Am Anlass selbst wird eine Kollekte erhoben. Ein allfälliger Überschuss daraus würde an eine gemeinnützige Organisation gehen. Weitere Geldgeber respektive Sponsoren werden noch gesucht für eine Schlechtwettervariante, also zum Beispiel ein Zelt, für Werbe- und Kleinmaterial, Getränke und zusätzliche Grundnahrungsmittel.
Unterstützung durch verschiedene Organisationen
Da auch diese Tavolata ein Fest der Gemeinschaft sein soll, hängt auch ihr Gelingen von der Beteiligung verschiedenster Kräfte ab. Verschiedene weitere Organisationen aus Wädenswil, wie «Tischlein deck dich», die Oberstufenschule Wädenswil, die Musikschule Wädenswil, die methodistische Kirche, eine Klasse der Kantonsschule Zimmerberg und die ZHAW haben ihre Mitarbeit zugesagt. Auch Senioren- und sonstige Vereine sowie Produzenten aus der Landwirtschaft wie auch engagierte Personen aus der Bevölkerung werden gerne eingebunden. Das Ganze wird unterstützt durch die nationale Koordinationsstelle «foodsave-bankette.ch» im Rahmen der nationalen Foodsave-Woche.
Im Vorfeld oder am Tag selbst kann gerüstet und gekocht werden. Es kann geholfen werden beim Auf- und später beim Abbau der Tafeln, bei deren Dekoration oder der Essensausgabe oder an der Bar. Schulklassen oder Vereine könnten gar ein eigenes Projekt zum Thema Nachhaltigkeit einbringen.
Tischpatenschaft übernehmen
Wer eine finanzielle Beteiligung vorzieht, kann mit einer 100-Franken-Spende eine festlich gedeckte Tafel finanzieren. Dabei besteht die Möglichkeit, ein Logo auf dem Tisch zu platzieren.
Weitere Beteiligungen können das Betreuen eines Tisches sein oder das Begrüssen und Informieren der eintreffenden Gäste.
Natürlich sind auch gespendete Lebensmittel willkommen sowie das Zurverfügungstellen von Infrastruktur wie einer Küche, Kühlmöglichkeiten, Tischen oder Küchenmaterial.
Tavolata für 600 Personen
Für die diesjährige Tavolata rechnet man mit 600 Teilnehmenden. Die Tafel wird nur an der Gerbestrasse stehen und daher ein wenig kürzer ausfallen als im Vorjahr. Damit es keinen Aufwand für Organisation und Reinigung von Geschirr gibt, ist vorgesehen, dass alle Gäste eigenes Geschirr mitbringen und nachher wieder mitnehmen.
Interessierte, die sich gerne in irgendeiner Form beteiligen möchten, melden sich bei Petra Fischer: 044 783 00 52 oder unter
petra.fischer@kirche-waedenswil.ch
Auch dieses Jahr wird es in Wädenswil eine Tavolata geben. Unter dem Motto «Tavolata meets Foodsave-Bankett» wird am Samstag, 19. September, von 17.00 bis 22.00 Uhr eine lange Tafel zum Schmaus von Gerichten aus geretteten Lebensmitteln aus Wädenswil einladen.
Interview: Ingrid Eva Liedtke
Bild: zvg
Immer noch sind die Erinnerungen an das letztjährige Festival Nachbarswil wach. Besonders die Tavolata in der Gerbestrasse war für viele Menschen, sowohl aus Richterswil als auch aus Wädenswil, ein besonderes Ereignis, das viele verschiedene Bevölkerungsgruppen an einem langen Tisch bei Speis und Trank vereinte.
Viele haben den Wunsch ausgesprochen, dass eine solche «Tavolata» in Wädenswil wieder stattfinden möge. Dieses Jahr nun hat die Reformierte Kirche anlässlich der Foodsave-Woche, die von der Landeskirche ausgerufen wurde, die Gelegenheit genutzt, das Gefäss Tavolata für Wädenswil wieder mit einem grossen Bankett zu füllen und somit diesem Wunsch aus der Bevölkerung nachzukommen.
Das Ziel ist dasselbe geblieben, nämlich die Förderung von Gemeinschaft, Menschen aller Generationen und Milieus zusammenzubringen bei einem gemeinsamen Mahl. Gleichzeitig möchte man für den Wert von Lebensmitteln sensibilisieren und auch ein Beispiel für einen möglichen bewussteren Umgang geben.
Foodwaste und öffentliche Kühlschränke
Laut Undine Gellner, reformierte Pfarrerin von Wädenswil und Mitorganisatorin der Tavolata, sei es erschreckend, wie viele Lebensmittel pro Jahr weggeworfen werden, nämlich 2,8 Millionen Tonnen! Die grossen Verteiler stellen gewisse Lebensmittel denen zur Verfügung, die sie nicht kaufen können. Aber generell kann Abgelaufenes nicht einfach gratis abgeholt werden, weil die Angst besteht, dass viele Leute dann einfach auf die abgelaufenen Waren warten und dies zu einem Umsatzeinbruch führt.
Also kommen solche Lebensmittel oft zu den Tafeln, wie zum Beispiel «Tischlein deck dich», die aber auch nicht alles weitervermitteln können, weil es nicht so viele sozial Berechtigte gibt, die alles verbrauchen könnten.
In gewissen Gemeinden gibt es öffentliche Kühlschränke, wo jede und jeder seine Reste deponieren kann, aber nur geschlossene, originalverpackte Produkte.
Undine Gellner: «Es gibt Leute, die darauf angewiesen sind, aber auch andere, die sich nicht an den Kühlschränken bedienen würden, weil sie sich wahrscheinlich dafür schämen, dass sie Engpässe haben. In Wädenswil sind diese bei der Hochschule für Studierende platziert und im Zentrum von Wädenswil, hinter dem Bioladen «Drüegg» und in der Au beim Zentrum Bruder Klaus. Manchmal setzen die Grossverteiler auch kurz vor Ladenschluss einige Lebensmittel, die abgelaufen sind, herunter. Es ist ein strukturelles Problem, da wir erwarten, bis kurz vor Ladenschluss die ganze Auswahl zu haben. Das andere Problem ist, dass alles makellos auszusehen hat. Das führt zu einer riesigen Menge an verschwendeten Lebensmitteln, schon auf dem Weg vom Produzenten zum Grossverteiler, ebenso in der Gastronomie! Da kann man gut ansetzen. Mit dieser Tavolata möchten wir sensibilisieren und zeigen: Man kann wunderbare Festessen machen mit Lebensmitteln, die sonst im Abfall landen. Es ist nicht zu vergessen, dass es immer noch viele Menschen gibt, die nicht genug zu essen haben!» Trotzdem möchte Undine Gellner dieses Thema fröhlich bearbeiten und mit der Tavolata zeigen, dass es sogar gefeiert werden kann – mit einem Gefühl der Dankbarkeit im Hintergrund.
Die Pfarrerin hat sich mit der Sozialdiakonin Petra Fischer und mit Claudia Bühlmann (Stadträtin Soziales) kurzgeschlossen und stand auch mit Judith Holay Humm von kulturbon.ch in Verbindung. Der kulturbon.ch hatte das letztjährige Festival Nachbarswil organisiert und kann wertvolle Erfahrungen weitergeben.
Finanzen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Auch Daniela Hallauer, die neue Kulturbeauftragte der Stadt, sowie die Kulturkommission und Golrang Daneshgar, Energiebeauftragte von Wädenswil, stehen hinter der Idee und haben eine allfällige Unterstützung zugesagt. Die Stadt hat zugesichert, dass sie die nötigen Bewilligungen erteilen wird, die Stromkosten übernimmt, wie auch die Abfallentsorgung sowie Tische und Bänke zur Verfügung stellt. Die reformierte Kirche investiert 3500 Franken. Am Anlass selbst wird eine Kollekte erhoben. Ein allfälliger Überschuss daraus würde an eine gemeinnützige Organisation gehen. Weitere Geldgeber respektive Sponsoren werden noch gesucht für eine Schlechtwettervariante, also zum Beispiel ein Zelt, für Werbe- und Kleinmaterial, Getränke und zusätzliche Grundnahrungsmittel.
Unterstützung durch verschiedene Organisationen
Da auch diese Tavolata ein Fest der Gemeinschaft sein soll, hängt auch ihr Gelingen von der Beteiligung verschiedenster Kräfte ab. Verschiedene weitere Organisationen aus Wädenswil, wie «Tischlein deck dich», die Oberstufenschule Wädenswil, die Musikschule Wädenswil, die methodistische Kirche, eine Klasse der Kantonsschule Zimmerberg und die ZHAW haben ihre Mitarbeit zugesagt. Auch Senioren- und sonstige Vereine sowie Produzenten aus der Landwirtschaft wie auch engagierte Personen aus der Bevölkerung werden gerne eingebunden. Das Ganze wird unterstützt durch die nationale Koordinationsstelle «foodsave-bankette.ch» im Rahmen der nationalen Foodsave-Woche.
Im Vorfeld oder am Tag selbst kann gerüstet und gekocht werden. Es kann geholfen werden beim Auf- und später beim Abbau der Tafeln, bei deren Dekoration oder der Essensausgabe oder an der Bar. Schulklassen oder Vereine könnten gar ein eigenes Projekt zum Thema Nachhaltigkeit einbringen.
Tischpatenschaft übernehmen
Wer eine finanzielle Beteiligung vorzieht, kann mit einer 100-Franken-Spende eine festlich gedeckte Tafel finanzieren. Dabei besteht die Möglichkeit, ein Logo auf dem Tisch zu platzieren.
Weitere Beteiligungen können das Betreuen eines Tisches sein oder das Begrüssen und Informieren der eintreffenden Gäste.
Natürlich sind auch gespendete Lebensmittel willkommen sowie das Zurverfügungstellen von Infrastruktur wie einer Küche, Kühlmöglichkeiten, Tischen oder Küchenmaterial.
Tavolata für 600 Personen
Für die diesjährige Tavolata rechnet man mit 600 Teilnehmenden. Die Tafel wird nur an der Gerbestrasse stehen und daher ein wenig kürzer ausfallen als im Vorjahr. Damit es keinen Aufwand für Organisation und Reinigung von Geschirr gibt, ist vorgesehen, dass alle Gäste eigenes Geschirr mitbringen und nachher wieder mitnehmen.
Interessierte, die sich gerne in irgendeiner Form beteiligen möchten, melden sich bei Petra Fischer: 044 783 00 52 oder unter
petra.fischer@kirche-waedenswil.ch