Unter dem Motto «Publikum trifft Fachjury» bewerteten am 4. Juni einerseits drei Fachpersonen, andrerseits aber auch das Publikum, dass sich für diesen spannenden Anlass anmeldete, 14 Räuschlinge, angebaut rund um den Zürichsee. Die teils ganz unterschiedlichen Bewertungen wurden im Anschluss bei Käse und Wein diskutiert.
Text: Stefan Baumgartner
Bilder: Mariska Beirne
Den Räuschling darf man durchaus als autochthone Rebsorte bezeichnen, wird er doch vor allem am Zürichsee kultiviert und war einst hier die weisse Hauptanbausorte. Weil er jedoch im Anbau nicht ganz einfach ist, wurde er lange Zeit durch den Müller-Thurgau verdrängt. Nun erlebt dieser Zürichseewein jedoch eine Renaissance und hat wieder die Bedeutung, die er verdient. Denn der Räuschling mit seiner charakteristischen feinen Säure und der zitrischen Aromatik passt hervorragend zu Fischgerichten, aber auch perfekt zur Käse- oder Apérotafel.
Und so lud das Weinbaumuseum in der Au zu einem ganz speziellen Anlass: «Zwölf Räuschlinge: Publikum trifft Fachjury». Peter Schumacher, ZHAW, und Jörg Schwarz, beide im Vorstand der Gesellschaft für das Weinbaumuseum am Zürichsee, führten durch einen gelungenen Abend. Mit Claudia Scitovski und Eveline Bolliger sowie Philipp Zihler bewerteten zwei Weinakademikerinnen und ein Winzer vorgängig die 14 Weine nach anerkannten Bewertungskriterien mit dem 100-Punkte-Schema. Die verkosteten Weine kamen etwa von der Insel Ufnau, vom rechten Zürichseeufer (der von der Wädenswiler Kellerei Dreistand produzierte Räuschling wird in der Stäfner Sternenhalde angebaut), aber auch aus Weiningen beim Kloster Fahr. Die Fachjury setzte genau diesen Wein aus den Ländereien der Klosterkellerei Einsiedeln hauchdünn auf den ersten Platz, während er beim 20-köpfigen Publikum auf dem zweitletzten Platz landete. Ein Umstand den Peter Schumacher später dann auch zu erklären versuchte: Die Fachjury bewerte wohl Weine mit einer spezielleren, aber nicht unbedingt publikumsfähigen Note eher etwas besser, während die «normalen» Besucher vor allem auf ihren eigenen Geschmack vertrauen würden. So war nicht verwunderlich, dass sich auch das Publikum selbst öfters uneins war. So befand ein Gast den Wein von der Hasenhalde in Feldmeilen als den Besten der Testserie, in der Gesamtauswertung von Publikum und Fachjury landete der Wein dann im breiten Mittelfeld und bekam das Prädikat «gut». Zu einem in Uetikon angebauten Räuschling schrieb eine Besucherin «zu sauer, komisch auf der Zunge» in ihr Bewertungsblatt, während die Fachjury den Wein mit 92 Punkten und dem Prädikat «ausgezeichnet» bewertete. So unterschiedlich können Geschmäcker sein. Eine objektive Bewertung sei immer sehr schwierig, so ein Mitglied der Fachjury, habe man doch keine eindeutige Skala zur Beurteilung und müsse für die Bewertung von Geschmack immer Vergleiche – wie zum Beispiel Fruchtnoten wie Zitrone oder Ananas – heranziehen.
Beim abschliessenden Gespräch von Fachjury und Publikum waren sich aber alle einig: Der Abend brachte spannende Einsichten zu einem besonderen Wein.
Unter dem Motto «Publikum trifft Fachjury» bewerteten am 4. Juni einerseits drei Fachpersonen, andrerseits aber auch das Publikum, dass sich für diesen spannenden Anlass anmeldete, 14 Räuschlinge, angebaut rund um den Zürichsee. Die teils ganz unterschiedlichen Bewertungen wurden im Anschluss bei Käse und Wein diskutiert.
Text: Stefan Baumgartner
Bilder: Mariska Beirne
Den Räuschling darf man durchaus als autochthone Rebsorte bezeichnen, wird er doch vor allem am Zürichsee kultiviert und war einst hier die weisse Hauptanbausorte. Weil er jedoch im Anbau nicht ganz einfach ist, wurde er lange Zeit durch den Müller-Thurgau verdrängt. Nun erlebt dieser Zürichseewein jedoch eine Renaissance und hat wieder die Bedeutung, die er verdient. Denn der Räuschling mit seiner charakteristischen feinen Säure und der zitrischen Aromatik passt hervorragend zu Fischgerichten, aber auch perfekt zur Käse- oder Apérotafel.
Und so lud das Weinbaumuseum in der Au zu einem ganz speziellen Anlass: «Zwölf Räuschlinge: Publikum trifft Fachjury». Peter Schumacher, ZHAW, und Jörg Schwarz, beide im Vorstand der Gesellschaft für das Weinbaumuseum am Zürichsee, führten durch einen gelungenen Abend. Mit Claudia Scitovski und Eveline Bolliger sowie Philipp Zihler bewerteten zwei Weinakademikerinnen und ein Winzer vorgängig die 14 Weine nach anerkannten Bewertungskriterien mit dem 100-Punkte-Schema. Die verkosteten Weine kamen etwa von der Insel Ufnau, vom rechten Zürichseeufer (der von der Wädenswiler Kellerei Dreistand produzierte Räuschling wird in der Stäfner Sternenhalde angebaut), aber auch aus Weiningen beim Kloster Fahr. Die Fachjury setzte genau diesen Wein aus den Ländereien der Klosterkellerei Einsiedeln hauchdünn auf den ersten Platz, während er beim 20-köpfigen Publikum auf dem zweitletzten Platz landete. Ein Umstand den Peter Schumacher später dann auch zu erklären versuchte: Die Fachjury bewerte wohl Weine mit einer spezielleren, aber nicht unbedingt publikumsfähigen Note eher etwas besser, während die «normalen» Besucher vor allem auf ihren eigenen Geschmack vertrauen würden. So war nicht verwunderlich, dass sich auch das Publikum selbst öfters uneins war. So befand ein Gast den Wein von der Hasenhalde in Feldmeilen als den Besten der Testserie, in der Gesamtauswertung von Publikum und Fachjury landete der Wein dann im breiten Mittelfeld und bekam das Prädikat «gut». Zu einem in Uetikon angebauten Räuschling schrieb eine Besucherin «zu sauer, komisch auf der Zunge» in ihr Bewertungsblatt, während die Fachjury den Wein mit 92 Punkten und dem Prädikat «ausgezeichnet» bewertete. So unterschiedlich können Geschmäcker sein. Eine objektive Bewertung sei immer sehr schwierig, so ein Mitglied der Fachjury, habe man doch keine eindeutige Skala zur Beurteilung und müsse für die Bewertung von Geschmack immer Vergleiche – wie zum Beispiel Fruchtnoten wie Zitrone oder Ananas – heranziehen.
Beim abschliessenden Gespräch von Fachjury und Publikum waren sich aber alle einig: Der Abend brachte spannende Einsichten zu einem besonderen Wein.