Der Tag der Feuerwehr Wädenswil 2026 am Samstag, 6 Juni zeigte eindrücklich, wie sich die Technik verändert hat – und warum die Menschen dahinter das Herz der Feuerwehr bleiben.
Text & Bilder: Britt Berg
Eine handbetriebene Glocke statt Martinshorn, eine 20 Meter lange Holzleiter statt einer modernen Drehleiter und Feuerwehrmänner in historischen Filzuniformen: Die Vorführung eines Feuerwehrfahrzeugs aus dem Jahr 1926 gehörte zu den Höhepunkten des Tags der Feuerwehr Wädenswil 2026. Doch während die Besucherinnen und Besucher die eindrückliche historische Demonstration verfolgten, wurde rasch klar: Die Geschichte dieses Tages handelte nicht nur von Fahrzeugen und Technik, sondern vor allem von den Menschen dahinter.
Ein Jahrhundert im Dienst der Bevölkerung, ein Fest für die ganze Familie
Der Tag der Feuerwehr, der nicht jährlich stattfindet, lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Familien, Kinder und Interessierte erhielten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr Wädenswil zu werfen. Das Wetter war perfekt, und es wurde sehr viel geboten. Für die jüngsten Gäste standen eine Hüpfburg, Kinderschminken, Bobbycars und verschiedene Mitmachstationen mit Wasser bzw. Feuer bereit. Mit echten Feuerwehrschläuchen konnten Tennisbälle von Pylonen gespritzt oder die Fenster eines Modellhauses «gelöscht» werden. Besonders beliebt war die Möglichkeit, in viel zu grossen Feuerwehrjacken und Helmen selbst ein kleines Übungsfeuer zu bekämpfen. Ein Junge sagte zu seinem Vater: «Ich weiss jetzt, was ich werden will, wenn ich dann mal alt bin: ich werde Feuerwehrmann. Das ist es, was ich will. Ich werde jetzt halt nicht mehr Pilot.»
Auch Fahrten mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug, Verpflegungsstände sowie Informationsangebote rund um Brandschutz und Feuerwehralltag stiessen auf grosses Interesse.
Wenn Geschichte lebendig wird
Im Mittelpunkt des Tages stand jedoch die Gegenüberstellung von damals und heute. Bei der historischen Vorführung mit dem Saurerfahrzeug der Feuerwehr Wädenswil von 1926 erklärte Kommandant Hauptmann Caspar Hildebrand, wie Brände vor 100 Jahren gemeldet wurden. Statt Smartphone-App und Pager läuteten Kirchenglocken, und Boten zogen mit Hörnern durch die Strassen, um die Feuerwehrangehörigen zusammenzurufen. Das historische Fahrzeug verfügte noch über kein Martinshorn, stattdessen musste eine Glocke von Hand geläutet werden.
Ebenso eindrücklich war die Rettungsübung mit der historischen Holzleiter. Mit Muskelkraft wurde die rund 20 Meter lange Leiter mittels Handkurbel ausgefahren. Feuerwehrmänner in schwarzen Filzuniformen stiegen hinauf zu einer Person, die an einem verrauchten Fenster auf Hilfe wartete, sicherten sie mit einem Seil und brachten sie wieder sicher auf den Boden. Auch der Löschschlauch musste damals über die Leiter nach oben transportiert werden. Die historische Vorführung vermittelte eindrücklich, wie körperlich anspruchsvoll die Brandbekämpfung bereits vor einem Jahrhundert war.
Tradition und Zukunft unter einem Dach
Bei der modernen Demonstration am Nachmittag zeigte die Feuerwehr, wie sich die Technik weiterentwickelt hat. Atemschutzgeräte, moderne Einsatzfahrzeuge, eine 14 Meter lange Handleiter und die 32 Meter hohe Drehleiter ermöglichen heute Einsätze, die vor hundert Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Die Ausrüstung einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes wiegt dabei rund 25 Kilogramm. Wer in den Einsatzdienst aufgenommen werden möchte, muss deshalb zunächst eine medizinische Untersuchung bestehen.
Trotz aller technischen Fortschritte blieb für Feuerwehrmann Yanick Lechleitner eine zentrale Erkenntnis unverändert: «Ein Feuer ist immer noch ein Feuer. Wir löschen ein Feuer immer noch mit Wasser. Wir benutzen immer noch eine Leiter.» Die Technik habe sich verändert, der Kern der Aufgabe jedoch nicht.
Die Menschen hinter dem Alarm
Anders als bei einer Berufsfeuerwehr sitzen die Angehörigen der Feuerwehr Wädenswil nicht im Feuerwehrdepot und warten auf den nächsten Einsatz. Sie arbeiten als Lehrpersonen, Handwerker, Büroangestellte oder in anderen Berufen und werden bei einem Alarm aus ihrem Alltag herausgerissen. Gerade diese Selbstverständlichkeit, mit der sie Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen, beeindruckte viele Besucherinnen und Besucher.
Besonders beeindruckend ist dabei, dass die Angehörigen der Feuerwehr Wädenswil ihre Aufgabe freiwillig und neben ihrem Beruf ausüben. Die rund 120 Mitglieder der drittgrössten Feuerwehr im Kanton Zürich stehen jederzeit bereit, wenn Hilfe benötigt wird. Geht nachts um drei Uhr ein Alarm ein, kann ein Einsatz bis in die frühen Morgenstunden dauern, meist gefolgt von einem ganz normalen Arbeitstag.
Die historischen und modernen Einsatzfahrzeuge beeindruckten die Besucherinnen und Besucher gleichermassen. Doch im Verlauf des Tages wurde deutlich, dass weder die Drehleiter noch die Atemschutzgeräte oder die Einsatzfahrzeuge selbst das Herz der Feuerwehr bilden. Hinter jeder Alarmierung stehen Menschen, die neben Beruf und Familie Verantwortung übernehmen, nachts aus dem Schlaf gerissen werden und jederzeit bereit sind, anderen zu helfen.
Mehr als Feuer löschen
Im Verlauf des Tages zeigte sich immer wieder, dass die Feuerwehr weit mehr leistet als Brandbekämpfung. Viele Denken: Feuerwehr = Feuer löschen. Aber es bedeutet auch Verhindern, Retten, Schützen. Nur etwa ein Viertel der Einsätze betrifft tatsächlich Brände. Verkehrsunfälle, Überschwemmungen, technische Hilfeleistungen oder Tierrettungen gehören ebenso dazu. Schmunzelnd erzählte ein Feuerwehrmann von einem Milan (Vogel), der beim Versuch, Fleisch von einem Grill zu stehlen, auf einem Balkon in Schwierigkeiten geraten war und von der Feuerwehr befreit werden musste. Ein anderer Einsatz führte zu einem Hund, der auf einem Baum hängen geblieben war.
Kameradschaft, Vertrauen und Verantwortung
Mario Carpanetti (Oberstufen-Lehrperson in Wädenswil) erinnert sich noch genau an seinen spontanen Weg zur Feuerwehr. Er habe als Kind eigentlich nie davon geträumt, später einmal Feuerwehrmann zu werden. Als 21-Jähriger durfte er bei einer Beflaggung eines Kirchturms erstmals mit der Drehleiter mitfahren. Die Kameradschaft und die Sinnhaftigkeit der Aufgabe beeindruckten ihn so sehr, dass er sich noch am selben Abend bei der Feuerwehr anmeldete.
Von grösster Kamerad- und Freundschaft spricht auch Feuerwehrleutnant Yanick Lechleitner. Die Feuerwehr sei für ihn mehr als nur ein Verein. «Die Feuerwehrfamilie ist wie eine zweite Familie, mindestens genauso nah», sagt er. Die vielen gemeinsamen Übungen, Einsätze und Erlebnisse würden starke Bindungen schaffen. Für ihn war diese Gemeinschaft sogar so wichtig, dass seine spätere Frau zu ihm nach Wädenswil zog, damit er seiner Feuerwehr treu bleiben konnte.
Vertrauen spielt dabei eine entscheidende Rolle. «Wir müssen uns wortwörtlich blind vertrauen können», betont Kommandant Hauptmann Caspar Hildebrand. Gerade in verrauchten Gebäuden, in denen die Sicht oft auf wenige Zentimeter reduziert ist, kann dieses Vertrauen lebenswichtig sein. Neben Zuverlässigkeit sei deshalb auch die Fähigkeit, sich in ein Team einzufügen, eine wichtige Voraussetzung für den Feuerwehrdienst. (Mehr Informationen: www.feuerwehr-waedenswil.ch)
Dieses Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen. Es wächst während unzähliger Übungen, gemeinsamer Einsätze und vieler Stunden, die die Feuerwehrangehörigen miteinander verbringen.
Eine Herausforderung besteht heute darin, Menschen langfristig für die Feuerwehr zu gewinnen und zu halten. Heute sind viele Menschen weniger stark an einen Wohnort gebunden als früher. Berufliche Veränderungen oder Wohnortswechsel führen oft dazu, dass ausgebildete Feuerwehrangehörige ihre Mannschaft verlassen müssen.
Eine Feuerwehr besteht nicht in erster Linie aus Fahrzeugen, Schläuchen, Leitern oder 25 Kilogramm schwerer Schutzausrüstung. Sie besteht aus Menschen. Menschen, die einander vertrauen. Menschen, die gemeinsam für den Ernstfall trainieren. Menschen, die ihren Arbeitsplatz kurzfristig verlassen müssen, wenn ein Alarm eingeht. Menschen, die Familienanlässe unterbrechen oder nachts um drei Uhr aufstehen. Menschen, die bereit sind, völlig fremden Mitmenschen zu helfen und dabei auch Risiken einzugehen.
Prävention rettet Leben
Der Tag der Feuerwehr machte aber auch deutlich, dass die Aufgabe der Feuerwehr nicht erst mit einem Einsatz beginnt. Am Informationsstand wurde zum Beispiel auch auf die Bedeutung von Rauchmeldern hingewiesen. Viele Menschen gingen davon aus, bei einem Feuer nachts durch Rauchgeruch aufzuwachen, erklärte Hildebrand. Tatsächlich sei dies jedoch nicht der Fall. Die Nase «schaltet sich» ebenfalls «aus» im Schlaf, man wird oft nicht wach durch den Rauchgestank. Funktionierende Rauchmelder könnten deshalb entscheidend dazu beitragen, Menschen rechtzeitig zu warnen und Leben zu retten. Prävention sei ein wichtiger Teil der Arbeit der Feuerwehr, auch wenn dieser oft weniger sichtbar sei als ein Einsatz.
Wer am Tag der Feuerwehr lediglich historische Fahrzeuge, moderne Drehleitern und beeindruckende Technik erwartete, nahm weit mehr mit nach Hause. Hinter jeder Leiter, jedem Schlauch und jedem Einsatzfahrzeug stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen, Vertrauen schenken, ihre Freizeit investieren und für ihre Mitmenschen da sind. Danke dafür!
Die Fahrzeuge haben sich verändert. Die Menschen dahinter nicht …
Der Tag der Feuerwehr Wädenswil 2026 am Samstag, 6 Juni zeigte eindrücklich, wie sich die Technik verändert hat – und warum die Menschen dahinter das Herz der Feuerwehr bleiben.
Text & Bilder: Britt Berg
Eine handbetriebene Glocke statt Martinshorn, eine 20 Meter lange Holzleiter statt einer modernen Drehleiter und Feuerwehrmänner in historischen Filzuniformen: Die Vorführung eines Feuerwehrfahrzeugs aus dem Jahr 1926 gehörte zu den Höhepunkten des Tags der Feuerwehr Wädenswil 2026. Doch während die Besucherinnen und Besucher die eindrückliche historische Demonstration verfolgten, wurde rasch klar: Die Geschichte dieses Tages handelte nicht nur von Fahrzeugen und Technik, sondern vor allem von den Menschen dahinter.
Ein Jahrhundert im Dienst der Bevölkerung, ein Fest für die ganze Familie
Der Tag der Feuerwehr, der nicht jährlich stattfindet, lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Familien, Kinder und Interessierte erhielten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr Wädenswil zu werfen. Das Wetter war perfekt, und es wurde sehr viel geboten. Für die jüngsten Gäste standen eine Hüpfburg, Kinderschminken, Bobbycars und verschiedene Mitmachstationen mit Wasser bzw. Feuer bereit. Mit echten Feuerwehrschläuchen konnten Tennisbälle von Pylonen gespritzt oder die Fenster eines Modellhauses «gelöscht» werden. Besonders beliebt war die Möglichkeit, in viel zu grossen Feuerwehrjacken und Helmen selbst ein kleines Übungsfeuer zu bekämpfen. Ein Junge sagte zu seinem Vater: «Ich weiss jetzt, was ich werden will, wenn ich dann mal alt bin: ich werde Feuerwehrmann. Das ist es, was ich will. Ich werde jetzt halt nicht mehr Pilot.»
Auch Fahrten mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug, Verpflegungsstände sowie Informationsangebote rund um Brandschutz und Feuerwehralltag stiessen auf grosses Interesse.
Wenn Geschichte lebendig wird
Im Mittelpunkt des Tages stand jedoch die Gegenüberstellung von damals und heute. Bei der historischen Vorführung mit dem Saurerfahrzeug der Feuerwehr Wädenswil von 1926 erklärte Kommandant Hauptmann Caspar Hildebrand, wie Brände vor 100 Jahren gemeldet wurden. Statt Smartphone-App und Pager läuteten Kirchenglocken, und Boten zogen mit Hörnern durch die Strassen, um die Feuerwehrangehörigen zusammenzurufen. Das historische Fahrzeug verfügte noch über kein Martinshorn, stattdessen musste eine Glocke von Hand geläutet werden.
Ebenso eindrücklich war die Rettungsübung mit der historischen Holzleiter. Mit Muskelkraft wurde die rund 20 Meter lange Leiter mittels Handkurbel ausgefahren. Feuerwehrmänner in schwarzen Filzuniformen stiegen hinauf zu einer Person, die an einem verrauchten Fenster auf Hilfe wartete, sicherten sie mit einem Seil und brachten sie wieder sicher auf den Boden. Auch der Löschschlauch musste damals über die Leiter nach oben transportiert werden. Die historische Vorführung vermittelte eindrücklich, wie körperlich anspruchsvoll die Brandbekämpfung bereits vor einem Jahrhundert war.
Tradition und Zukunft unter einem Dach
Bei der modernen Demonstration am Nachmittag zeigte die Feuerwehr, wie sich die Technik weiterentwickelt hat. Atemschutzgeräte, moderne Einsatzfahrzeuge, eine 14 Meter lange Handleiter und die 32 Meter hohe Drehleiter ermöglichen heute Einsätze, die vor hundert Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Die Ausrüstung einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes wiegt dabei rund 25 Kilogramm. Wer in den Einsatzdienst aufgenommen werden möchte, muss deshalb zunächst eine medizinische Untersuchung bestehen.
Trotz aller technischen Fortschritte blieb für Feuerwehrmann Yanick Lechleitner eine zentrale Erkenntnis unverändert: «Ein Feuer ist immer noch ein Feuer. Wir löschen ein Feuer immer noch mit Wasser. Wir benutzen immer noch eine Leiter.» Die Technik habe sich verändert, der Kern der Aufgabe jedoch nicht.
Die Menschen hinter dem Alarm
Anders als bei einer Berufsfeuerwehr sitzen die Angehörigen der Feuerwehr Wädenswil nicht im Feuerwehrdepot und warten auf den nächsten Einsatz. Sie arbeiten als Lehrpersonen, Handwerker, Büroangestellte oder in anderen Berufen und werden bei einem Alarm aus ihrem Alltag herausgerissen. Gerade diese Selbstverständlichkeit, mit der sie Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen, beeindruckte viele Besucherinnen und Besucher.
Besonders beeindruckend ist dabei, dass die Angehörigen der Feuerwehr Wädenswil ihre Aufgabe freiwillig und neben ihrem Beruf ausüben. Die rund 120 Mitglieder der drittgrössten Feuerwehr im Kanton Zürich stehen jederzeit bereit, wenn Hilfe benötigt wird. Geht nachts um drei Uhr ein Alarm ein, kann ein Einsatz bis in die frühen Morgenstunden dauern, meist gefolgt von einem ganz normalen Arbeitstag.
Die historischen und modernen Einsatzfahrzeuge beeindruckten die Besucherinnen und Besucher gleichermassen. Doch im Verlauf des Tages wurde deutlich, dass weder die Drehleiter noch die Atemschutzgeräte oder die Einsatzfahrzeuge selbst das Herz der Feuerwehr bilden. Hinter jeder Alarmierung stehen Menschen, die neben Beruf und Familie Verantwortung übernehmen, nachts aus dem Schlaf gerissen werden und jederzeit bereit sind, anderen zu helfen.
Mehr als Feuer löschen
Im Verlauf des Tages zeigte sich immer wieder, dass die Feuerwehr weit mehr leistet als Brandbekämpfung. Viele Denken: Feuerwehr = Feuer löschen. Aber es bedeutet auch Verhindern, Retten, Schützen. Nur etwa ein Viertel der Einsätze betrifft tatsächlich Brände. Verkehrsunfälle, Überschwemmungen, technische Hilfeleistungen oder Tierrettungen gehören ebenso dazu. Schmunzelnd erzählte ein Feuerwehrmann von einem Milan (Vogel), der beim Versuch, Fleisch von einem Grill zu stehlen, auf einem Balkon in Schwierigkeiten geraten war und von der Feuerwehr befreit werden musste. Ein anderer Einsatz führte zu einem Hund, der auf einem Baum hängen geblieben war.
Kameradschaft, Vertrauen und Verantwortung
Mario Carpanetti (Oberstufen-Lehrperson in Wädenswil) erinnert sich noch genau an seinen spontanen Weg zur Feuerwehr. Er habe als Kind eigentlich nie davon geträumt, später einmal Feuerwehrmann zu werden. Als 21-Jähriger durfte er bei einer Beflaggung eines Kirchturms erstmals mit der Drehleiter mitfahren. Die Kameradschaft und die Sinnhaftigkeit der Aufgabe beeindruckten ihn so sehr, dass er sich noch am selben Abend bei der Feuerwehr anmeldete.
Von grösster Kamerad- und Freundschaft spricht auch Feuerwehrleutnant Yanick Lechleitner. Die Feuerwehr sei für ihn mehr als nur ein Verein. «Die Feuerwehrfamilie ist wie eine zweite Familie, mindestens genauso nah», sagt er. Die vielen gemeinsamen Übungen, Einsätze und Erlebnisse würden starke Bindungen schaffen. Für ihn war diese Gemeinschaft sogar so wichtig, dass seine spätere Frau zu ihm nach Wädenswil zog, damit er seiner Feuerwehr treu bleiben konnte.
Vertrauen spielt dabei eine entscheidende Rolle. «Wir müssen uns wortwörtlich blind vertrauen können», betont Kommandant Hauptmann Caspar Hildebrand. Gerade in verrauchten Gebäuden, in denen die Sicht oft auf wenige Zentimeter reduziert ist, kann dieses Vertrauen lebenswichtig sein. Neben Zuverlässigkeit sei deshalb auch die Fähigkeit, sich in ein Team einzufügen, eine wichtige Voraussetzung für den Feuerwehrdienst. (Mehr Informationen: www.feuerwehr-waedenswil.ch)
Dieses Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen. Es wächst während unzähliger Übungen, gemeinsamer Einsätze und vieler Stunden, die die Feuerwehrangehörigen miteinander verbringen.
Eine Herausforderung besteht heute darin, Menschen langfristig für die Feuerwehr zu gewinnen und zu halten. Heute sind viele Menschen weniger stark an einen Wohnort gebunden als früher. Berufliche Veränderungen oder Wohnortswechsel führen oft dazu, dass ausgebildete Feuerwehrangehörige ihre Mannschaft verlassen müssen.
Eine Feuerwehr besteht nicht in erster Linie aus Fahrzeugen, Schläuchen, Leitern oder 25 Kilogramm schwerer Schutzausrüstung. Sie besteht aus Menschen. Menschen, die einander vertrauen. Menschen, die gemeinsam für den Ernstfall trainieren. Menschen, die ihren Arbeitsplatz kurzfristig verlassen müssen, wenn ein Alarm eingeht. Menschen, die Familienanlässe unterbrechen oder nachts um drei Uhr aufstehen. Menschen, die bereit sind, völlig fremden Mitmenschen zu helfen und dabei auch Risiken einzugehen.
Prävention rettet Leben
Der Tag der Feuerwehr machte aber auch deutlich, dass die Aufgabe der Feuerwehr nicht erst mit einem Einsatz beginnt. Am Informationsstand wurde zum Beispiel auch auf die Bedeutung von Rauchmeldern hingewiesen. Viele Menschen gingen davon aus, bei einem Feuer nachts durch Rauchgeruch aufzuwachen, erklärte Hildebrand. Tatsächlich sei dies jedoch nicht der Fall. Die Nase «schaltet sich» ebenfalls «aus» im Schlaf, man wird oft nicht wach durch den Rauchgestank. Funktionierende Rauchmelder könnten deshalb entscheidend dazu beitragen, Menschen rechtzeitig zu warnen und Leben zu retten. Prävention sei ein wichtiger Teil der Arbeit der Feuerwehr, auch wenn dieser oft weniger sichtbar sei als ein Einsatz.
Wer am Tag der Feuerwehr lediglich historische Fahrzeuge, moderne Drehleitern und beeindruckende Technik erwartete, nahm weit mehr mit nach Hause. Hinter jeder Leiter, jedem Schlauch und jedem Einsatzfahrzeug stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen, Vertrauen schenken, ihre Freizeit investieren und für ihre Mitmenschen da sind. Danke dafür!
Die Fahrzeuge haben sich verändert. Die Menschen dahinter nicht …