Hochsommerliche Temperaturen, eine treue Fangemeinde und jede Menge Motorenlärm: Das 17. Einachsertreffen in Schönenberg lockte am letzten Samstag im Mai rund 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer an. Nach einer längeren Trockenperiode entwickelte sich das Traditionsrennen in diesem Jahr zwar nicht zur Schlammschlacht, sorgte aber für viel Staub und mit besten Bedingungen für einen gelungenen Renntag.
Text: Sabine Itting
Bilder: Stefan Baumgartner & Sabine Itting
Bereits am Vormittag strömten die Motorsportbegeisterten in Scharen herbei. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und bescherte den Organisatoren sowie dem Publikum einen herrlichen Sommertag. Die langanhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen hatte jedoch direkte Auswirkungen auf die Streckenverhältnisse: Wo in früheren Jahren oft tiefe Schlammpassagen den Fahrern alles abverlangten, wirbelten die profilierten Reifen der Rennfahrzeuge diesmal vor allem dichte Staubwolken auf. Diese taten der guten Atmosphäre keinen Abbruch. Im Gegenteil: Sie gehörten bei den herrschenden Bedingungen schlicht zum Geschehen auf dem Parcours dazu.
Ein Fest für alle Generationen
Die Faszination für die oft in Eigenregie umgebauten Landwirtschaftsmaschinen zog ein bunt gemischtes Publikum an. Mit schätzungsweise 3000 Besucherinnen und Besuchern über den Tag verteilt, verzeichnete der Anlass erneut einen enormen Zulauf. Und wie immer fiel die Begeisterung über alle Generationen hinweg auf: Während die jüngsten Rennfans in den vorderen Reihen das lautstarke Geschehen mit bunten Kapselgehörschützern verfolgten, genossen die älteren Semester sichtlich den unverkennbaren Klang der aufheulenden, dröhnenden und knatternden Motoren.
Wie weit der Ruf des Events mittlerweile reicht, zeigte sich auch bei den angereisten Teilnehmern. Am Streckenrand zog ein weiss lackierter Rapid mit traditionellem Alpaufzug-Motiv die Blicke auf sich. Appenzeller? «Nein, wir kommen aus Walchwil im Kanton Zug», erklärte die Gruppe, die zum ersten Mal in Schönenberg mit von der Partie war.
Dass für das Hobby auch weite Anreisen kein Hindernis darstellen, bewies eine vierköpfige Truppe aus Mainz (D). Während Laurin, André, Steffen und Jakob ihre Fahrzeuge aufluden, schwärmten sie von der Kulisse: «Es gefällt uns unglaublich gut in Schönenberg!» Lange verweilen konnten sie allerdings nicht: Der enge Zeitplan rief, um das nächste Rennen in Deutschland nicht zu verpassen. Die vier Deutschen legen für ihren Sport beachtliche Distanzen zurück: Zuletzt starteten sie bei einem Rennen in Spanien, und als Nächstes stehen in diesem Jahr noch Tschechien und zwei weitere Teilnahmen in der Schweiz auf dem Programm.
Von Oldtimern, harten Kerlen und einem rosa Tutu
Das Starterfeld spiegelte die ganze Bandbreite der Einachser-Szene wider. Auf der Rennstrecke waren liebevoll restaurierte Originalmaschinen ebenso zu bewundern wie kompromisslos für den Renneinsatz umgebaute Prototypen, bei denen oft nur noch der einzelne Achsantrieb an das ursprüngliche Nutzfahrzeug erinnerte.
Dass der Sport Mensch und Material alles abverlangt, zeigte sich schon früh. Am Morgen war auf der Strecke sprichwörtlich «der Wurm drin»: Gleich mehrere Fahrer verloren im harten Rennbetrieb ihre Räder, was glücklicherweise glimpflich ausging. Für den nennenswertesten Zwischenfall sorgte ein Fahrer, der von der Piste abkam und unsanft im Strohballen landete. Dabei zog er sich eine Handverletzung zu. Wie schwer diese wog, blieb vorerst ungeklärt – und das aus einem typischen Grund: Der verletzte Pilot weigerte sich standhaft, das Rennen vorzeitig abzubrechen, und wollte unbedingt zuerst den zweiten Durchgang ins Ziel bringen. Am Sanitätsposten begegnete man der Situation mit Humor: «Das sind Bauern, die kennen da nichts, die ziehen das einfach durch», schmunzelte einer der Sanitäter über den unbändigen Sportsgeist.
Für einen besonders farbigen Tupfer sorgte eine Gruppe aus Affoltern am Albis: Ein Bräutigam in spe wurde am Morgen im Rahmen seines Junggesellenabschieds von seinen Kollegen der Firma «Fänki Forst» überrascht. Die Gruppe hatte sich für den Einachserfan etwas Besonderes ausgedacht und reiste mit dem Einachser nach Schönenberg. Dass der Hauptakteur dabei im rosafarbenen Ballett-Tutu die Blicke auf sich zog, verstand sich von selbst, und brachte ihm prompt ein spontanes Interview vor dem Platzmikrofon ein.
Von der Nervosität in den «Flow»
Die familiäre Atmosphäre im Fahrerlager wird von den Aktiven sehr geschätzt. Unter den Teilnehmenden befand sich mit Tamara Schneider, die an der Grenze zum Emmental im Oberaargau lebt, eine der wenigen Frauen im Feld. Zum Sport kam sie durch ihren Ehemann, der schon als Kind Einachserrennen fuhr. Seit ihrem Debüt im Jahr 2014 gehört Schönenberg für sie zum festen Jahresprogramm.
Die oft beschriebene Solidarität in der Szene kann sie nur bestätigen: «Das ist definitiv eine grosse Familie. Wenn etwas defekt geht, hilft man einander sofort mit Material und Werkzeug aus.»
Auch das Gefühl kurz vor dem Start kennt sie genau: «Ich bin vorher immer wahnsinnig nervös. Aber sobald die Ampel auf Grün schaltet, gibt es kein Zurück mehr – dann zählt nur noch Vollgas, und ich bin voll im Flow.»
Dass sie als Frau in einer von Männern geprägten Szene antritt, spielt für sie keine besondere Rolle: «Ich finde es cool, dass auch Frauen diesen Rennsport entdeckt haben. Dabei sein und Spass haben ist alles.»
Straffes Programm und Volksfeststimmung
Der Zeitplan des Renntags war eng getaktet: Bereits um 9 Uhr morgens starteten die ersten Vorläufe auf dem Parcours. Den sportlichen Abschluss bildete die Rangverkündigung um 18.30 Uhr, bei der die besten Fahrerinnen und Fahrer des Tages gebührend gefeiert wurden. Anschliessend ging das Geschehen fliessend in den Bar- und Festzeltbetrieb über.
Während des Events sorgten die Formationen «Züger Büeble», «Gebr. Steinauer», die Band «Hashtag», das Echo vom «Ybriger Blitz» sowie DJ Schnupf für beste Unterhaltung.
Nach einem langen Renntag zogen Organisatoren und Teilnehmende eine positive Bilanz. Mit rund 3000 Besucherinnen und Besuchern bestätigte das Einachsertreffen Schönenberg auch in diesem Jahr seine grosse Anziehungskraft.
Podestplätze im Überblick
Kategorie Standard
1. Platz: Kaufmann Martin – 2:21,98 min
2. Platz: Brun Fabian – 2:25,71 min
3. Platz: Rupf Shane – 2:34,64 min
Kategorie Sport
1. Platz: Styger Pedro – 2:43,57 min
2. Platz: Tobler Marcel – 2:45,09 min
3. Platz: Oppikofer Peter – 2:48,61 min
Kategorie Prototyp
1. Platz: Schuler Jan – 2:25,49 min
2. Platz: Schäppi Andreas – 2:38,16 min
3. Platz: Kälin Benno Senior – 2:46,39 min
Kategorie Eigenbau Front
1. Platz: Lustenberger Christian – 2:16,52 min
2. Platz: Kälin Benno Junior – 2:20,42 min
3. Platz: Amrein Christian – 2:25,81 min
Kategorie Eigenbau Heck
1. Platz: Blattmann Brian – 1:53,99 min
2. Platz: Lehmann Nico – 1:59,05 min
3. Platz: Steiner Chris – 2:00,23 min
Kategorie Eigenbau 4×4
1. Platz: Waltenspül Samuel – 1:50,51 min
2. Platz: Bachmann Christian – 1:52,45 min
3. Platz: Blattmann Daryl – 1:55,73 min
Hochsommerliche Temperaturen, eine treue Fangemeinde und jede Menge Motorenlärm: Das 17. Einachsertreffen in Schönenberg lockte am letzten Samstag im Mai rund 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer an. Nach einer längeren Trockenperiode entwickelte sich das Traditionsrennen in diesem Jahr zwar nicht zur Schlammschlacht, sorgte aber für viel Staub und mit besten Bedingungen für einen gelungenen Renntag.
Text: Sabine Itting
Bilder: Stefan Baumgartner & Sabine Itting
Bereits am Vormittag strömten die Motorsportbegeisterten in Scharen herbei. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und bescherte den Organisatoren sowie dem Publikum einen herrlichen Sommertag. Die langanhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen hatte jedoch direkte Auswirkungen auf die Streckenverhältnisse: Wo in früheren Jahren oft tiefe Schlammpassagen den Fahrern alles abverlangten, wirbelten die profilierten Reifen der Rennfahrzeuge diesmal vor allem dichte Staubwolken auf. Diese taten der guten Atmosphäre keinen Abbruch. Im Gegenteil: Sie gehörten bei den herrschenden Bedingungen schlicht zum Geschehen auf dem Parcours dazu.
Ein Fest für alle Generationen
Die Faszination für die oft in Eigenregie umgebauten Landwirtschaftsmaschinen zog ein bunt gemischtes Publikum an. Mit schätzungsweise 3000 Besucherinnen und Besuchern über den Tag verteilt, verzeichnete der Anlass erneut einen enormen Zulauf. Und wie immer fiel die Begeisterung über alle Generationen hinweg auf: Während die jüngsten Rennfans in den vorderen Reihen das lautstarke Geschehen mit bunten Kapselgehörschützern verfolgten, genossen die älteren Semester sichtlich den unverkennbaren Klang der aufheulenden, dröhnenden und knatternden Motoren.
Wie weit der Ruf des Events mittlerweile reicht, zeigte sich auch bei den angereisten Teilnehmern. Am Streckenrand zog ein weiss lackierter Rapid mit traditionellem Alpaufzug-Motiv die Blicke auf sich. Appenzeller? «Nein, wir kommen aus Walchwil im Kanton Zug», erklärte die Gruppe, die zum ersten Mal in Schönenberg mit von der Partie war.
Dass für das Hobby auch weite Anreisen kein Hindernis darstellen, bewies eine vierköpfige Truppe aus Mainz (D). Während Laurin, André, Steffen und Jakob ihre Fahrzeuge aufluden, schwärmten sie von der Kulisse: «Es gefällt uns unglaublich gut in Schönenberg!» Lange verweilen konnten sie allerdings nicht: Der enge Zeitplan rief, um das nächste Rennen in Deutschland nicht zu verpassen. Die vier Deutschen legen für ihren Sport beachtliche Distanzen zurück: Zuletzt starteten sie bei einem Rennen in Spanien, und als Nächstes stehen in diesem Jahr noch Tschechien und zwei weitere Teilnahmen in der Schweiz auf dem Programm.
Von Oldtimern, harten Kerlen und einem rosa Tutu
Das Starterfeld spiegelte die ganze Bandbreite der Einachser-Szene wider. Auf der Rennstrecke waren liebevoll restaurierte Originalmaschinen ebenso zu bewundern wie kompromisslos für den Renneinsatz umgebaute Prototypen, bei denen oft nur noch der einzelne Achsantrieb an das ursprüngliche Nutzfahrzeug erinnerte.
Dass der Sport Mensch und Material alles abverlangt, zeigte sich schon früh. Am Morgen war auf der Strecke sprichwörtlich «der Wurm drin»: Gleich mehrere Fahrer verloren im harten Rennbetrieb ihre Räder, was glücklicherweise glimpflich ausging. Für den nennenswertesten Zwischenfall sorgte ein Fahrer, der von der Piste abkam und unsanft im Strohballen landete. Dabei zog er sich eine Handverletzung zu. Wie schwer diese wog, blieb vorerst ungeklärt – und das aus einem typischen Grund: Der verletzte Pilot weigerte sich standhaft, das Rennen vorzeitig abzubrechen, und wollte unbedingt zuerst den zweiten Durchgang ins Ziel bringen. Am Sanitätsposten begegnete man der Situation mit Humor: «Das sind Bauern, die kennen da nichts, die ziehen das einfach durch», schmunzelte einer der Sanitäter über den unbändigen Sportsgeist.
Für einen besonders farbigen Tupfer sorgte eine Gruppe aus Affoltern am Albis: Ein Bräutigam in spe wurde am Morgen im Rahmen seines Junggesellenabschieds von seinen Kollegen der Firma «Fänki Forst» überrascht. Die Gruppe hatte sich für den Einachserfan etwas Besonderes ausgedacht und reiste mit dem Einachser nach Schönenberg. Dass der Hauptakteur dabei im rosafarbenen Ballett-Tutu die Blicke auf sich zog, verstand sich von selbst, und brachte ihm prompt ein spontanes Interview vor dem Platzmikrofon ein.
Von der Nervosität in den «Flow»
Die familiäre Atmosphäre im Fahrerlager wird von den Aktiven sehr geschätzt. Unter den Teilnehmenden befand sich mit Tamara Schneider, die an der Grenze zum Emmental im Oberaargau lebt, eine der wenigen Frauen im Feld. Zum Sport kam sie durch ihren Ehemann, der schon als Kind Einachserrennen fuhr. Seit ihrem Debüt im Jahr 2014 gehört Schönenberg für sie zum festen Jahresprogramm.
Die oft beschriebene Solidarität in der Szene kann sie nur bestätigen: «Das ist definitiv eine grosse Familie. Wenn etwas defekt geht, hilft man einander sofort mit Material und Werkzeug aus.»
Auch das Gefühl kurz vor dem Start kennt sie genau: «Ich bin vorher immer wahnsinnig nervös. Aber sobald die Ampel auf Grün schaltet, gibt es kein Zurück mehr – dann zählt nur noch Vollgas, und ich bin voll im Flow.»
Dass sie als Frau in einer von Männern geprägten Szene antritt, spielt für sie keine besondere Rolle: «Ich finde es cool, dass auch Frauen diesen Rennsport entdeckt haben. Dabei sein und Spass haben ist alles.»
Straffes Programm und Volksfeststimmung
Der Zeitplan des Renntags war eng getaktet: Bereits um 9 Uhr morgens starteten die ersten Vorläufe auf dem Parcours. Den sportlichen Abschluss bildete die Rangverkündigung um 18.30 Uhr, bei der die besten Fahrerinnen und Fahrer des Tages gebührend gefeiert wurden. Anschliessend ging das Geschehen fliessend in den Bar- und Festzeltbetrieb über.
Während des Events sorgten die Formationen «Züger Büeble», «Gebr. Steinauer», die Band «Hashtag», das Echo vom «Ybriger Blitz» sowie DJ Schnupf für beste Unterhaltung.
Nach einem langen Renntag zogen Organisatoren und Teilnehmende eine positive Bilanz. Mit rund 3000 Besucherinnen und Besuchern bestätigte das Einachsertreffen Schönenberg auch in diesem Jahr seine grosse Anziehungskraft.
Podestplätze im Überblick
Kategorie Standard
1. Platz: Kaufmann Martin – 2:21,98 min
2. Platz: Brun Fabian – 2:25,71 min
3. Platz: Rupf Shane – 2:34,64 min
Kategorie Sport
1. Platz: Styger Pedro – 2:43,57 min
2. Platz: Tobler Marcel – 2:45,09 min
3. Platz: Oppikofer Peter – 2:48,61 min
Kategorie Prototyp
1. Platz: Schuler Jan – 2:25,49 min
2. Platz: Schäppi Andreas – 2:38,16 min
3. Platz: Kälin Benno Senior – 2:46,39 min
Kategorie Eigenbau Front
1. Platz: Lustenberger Christian – 2:16,52 min
2. Platz: Kälin Benno Junior – 2:20,42 min
3. Platz: Amrein Christian – 2:25,81 min
Kategorie Eigenbau Heck
1. Platz: Blattmann Brian – 1:53,99 min
2. Platz: Lehmann Nico – 1:59,05 min
3. Platz: Steiner Chris – 2:00,23 min
Kategorie Eigenbau 4×4
1. Platz: Waltenspül Samuel – 1:50,51 min
2. Platz: Bachmann Christian – 1:52,45 min
3. Platz: Blattmann Daryl – 1:55,73 min