Wädenswil

Kino-Event zum internationalen Hebammentag

Am 5. Mai wurde in Wädenswil der Internationale Tag der Hebammen festlich begangen. Die Regionalgruppe Zimmerberg der Hebammen in eigener fachlicher Verantwortung lud ins SchlossCinema ein, wo interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger gemeinsam einen berührenden Filmabend erlebten.

Bereits beim Apéro riche, liebevoll vom Team des SchlossCinemas vorbereitet, nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch. Zahlreiche Fragen wurden an die anwesenden Hebammen gestellt, die gerne ihr Fachwissen und persönliche Erfahrungen weitergaben. Auch untereinander wurde genetworkt – Kontakte wurden aufgefrischt, vertieft und neu geknüpft.
Vor dem Film richteten Osariere Röthlisberger aus dem Organisationskomitee, die Wädenswiler Stadträtin Claudia Bühlmann sowie Eva Stauffer, Hebamme und Co-Leiterin der Regiogruppe Zimmerberg, das Wort an die Gäste.
Claudia Bühlmann betonte die Bedeutung, den Tag der Hebammen gemeinsam zu feiern. Aus eigener Erfahrung weiss sie, wie wertvoll und unterstützend die Arbeit der Hebammen ist. Hebammen unterstützen Frauen darin, ihre eigene Stärke zu erleben, Selbstwirksam zu sein und Vertrauen zu gewinnen. Sie sprach auch die Herausforderungen an, denen Hebammen im Schweizer Gesundheitswesen begegnen und wies auf die geringe Repräsentation von Frauen im Wädenswiler Parlament hin – nur 14 Prozent. Ihr Ziel: Mehr Frauen für die Politik gewinnen, denn hier beginnt Veränderung.
Eva Stauffer erklärte, der 5. Mai sei ein Tag zum Innehalten, die Wichtigkeit des Hebammenberufs sichtbar zu machen sowie das entgegengebrachte Vertrauen von Frauen und Familien wertzuschätzen. Sie schilderte eindrücklich die Geburtsreise – ein Weg voller Hoffnung, Kraft und Unsicherheit – und wie Hebammen diesen Moment mit Ruhe, Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und Zuverlässigkeit begleiten.
Nach der Geburt beginnt für Eltern eine neue Reise: Sich in der Elternrolle zurechtzufinden. Im Wochenbett wird aus dem grossen Moment Alltag, und die Hebammen begleiten die Familien auch in den ersten zwei Monaten mit fachlicher Verantwortung.
Eva Stauffer zeigte sich nachdenklich angesichts des Personalmangels und der Belastungen im Beruf: Hohe Verantwortung, unregelmässige Arbeitszeiten und steigende Kosten prägen den Alltag der Hebammen. Faire Bedingungen, angemessene Entlöhnung und genügend personelle Ressourcen seien unerlässlich, damit Hebammen ihrem Beruf treu bleiben.

The world needs one million more midwives

Die International Confederation of Midwives fordert weltweit eine Million zusätzliche Hebammen. Ziel ist es, Regierungen und Gesundheitsverantwortliche zu bewegen, in die Ausbildung, Unterstützung und nachhaltige Beschäftigung von Hebammen zu investieren.

Gut ausgestattete Hebammendienste tragen weltweit nachweislich zur Reduktion von Mütter- und Neugeborenensterblichkeit bei und stärken deren Rechte.
Im Anschluss leitete Osariere Röthlisberger, Hebamme und Craniosacraltherapeutin, zum beeindruckenden Film «Jeunes Mères» über. Im Mittelpunkt stehen sehr junge Mütter, die in einem Heim für Alleinerziehende leben und ihren anspruchsvollen Weg in die neue Lebensrealität meistern. «Jeunes Mères» wurde 2025 am Filmfestival Cannes mit dem Drehbuch-Preis ausgezeichnet. Er lässt uns Zeuginnen und Zeugen werden von Verletzlichkeit, Traumata, Armut und fehlender Unterstützung, von den Schwierigkeiten des Mutterwerdens in prekären Lebenslagen. Wir erleben aber auch Hoffnung, Solidarität, Fürsorge und beeindruckenden Mut der jungen Frauen. Die Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne betonten: «Wir wollten zeigen, dass wir Menschen dazu bestimmt sind, einander zu helfen, einander zu lieben.» Und: «Wenn die jungen werdenden Mütter Licht finden, dann auch dank den Frauen, die sie begleiten.»
Nach dem Film blieben einige Gäste und Hebammen für angeregte Gespräche, bevor sie in ihren Alltag zurückkehrten – beeindruckt und bereichert durch neue Eindrücke und Kontakte. Ganz im Sinne des Slogans des diesjährigen Hebammenkongressen: «Empowered midwives, empowered families». (e)

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