Ich bin Renate Anderegg, 49 Jahre alt und arbeite als Volksmusik-Moderatorin bei der SRF-Musikwelle. Mit meinem Mann wohne ich in Adliswil.
Ich bin 1999 von Wädenswil weggezogen, nach Deutschland. In Freiburg im Breisgau studierte ich Schauspiel. Seither bin ich etwa siebenmal umgezogen. Rund 15 Jahre lang fühlte ich mich in der Ostschweiz zu Hause. Wenn ich zurückblicke, waren das lange Wanderjahre einer Künstlerin mit unzähligen Nebenjobs.
Ich stamme aus der Familienkapelle Anderegg. In meiner Kindheit verbrachte ich eine grosse Zeit am Klavier. Wir waren sehr viel auf der Bühne und durften durch unsere Musik sehr früh viele spannende Orte und Menschen kennenlernen.
Aufgewachsen bin ich am Gasiplatz an der Eintrachtstrasse 22. Mein Vater war Abwart der Turn- und Sportanlage Eidmatt. Das ganze Eidmatt-Areal war unser Spielplatz, was als Kind ein Riesenspass war. An verregneten Sonntagen durften wir manchmal auch allein in die Turnhalle. Wir holten alle Geräte hervor und liebten es «Affenfangis» zuspielen.
Ich war gerade im ersten Lehrjahr, als Konditor-Confiseur in der Konditorei Brändli, parallel wurden wir von einem Produzenten angefragt als Familienkapelle Anderegg eine eigene CD einzuspielen. Was wir dann auch getan haben. In dieser Zeit waren wir auf unserem musikalischen Höhepunkt. Manchmal hatten wir drei Auftritte in derselben Woche. Ab meinem ersten Lehrlingslohn finanzierte ich dann meine Klavierstunden selbst. Ich liebte Jazz, hatte am Konservatorium Zürich Unterricht und wollte Jazzpianistin werden. Die Zeit für ein Musikstudium war damals allerdings noch nicht reif. Erst mit 34 Jahren knüpfte ich mir dann meinen musikalischer Traum vor. 3 Jahre später schloss ich den «Master of Art» in Zürich an der Zhdk ab. Danach war ich längere Zeit Musiklehrerin und nebenher Werbesprecherin für Migros mit Ostschweizer-Dialekt oder auf «Züritütsch». Das war dann sehr lustig, wenn mir Leute von Wädi sagten, sie hätten mich in der Migros gehört.
Den Zürichsee, samt Seeluft vermisste ich immer und überall. Als Seemeitli waren alle Sommerferien am Zürichsee ein Highlight; vom «Sträme», zur «Bretterbadi» bis zum Rothus. Das Eidmatt mit all ihren Grossanlässen rund um unser Haus sind bestens in Erinnerung. Die etlichen Abende als Mädchen, an denen ich stundelang heimlich der Jugendmusik und der Harmonie Wädenswil zuhören konnte, auch.
Dass ich jemals für Ländlermusik Moderatorin werde, war nie in meinem Kopf. Doch mein Leben verläuft immer so; ich habe einen Plan A und schliesslich trifft Plan B ein. Es ist tatsächlich die Ländlermusik, die mich wieder ins Züribiet zurückbrachte, und darüber bin ich sehr glücklich. Mein Mann und ich sind ab und an in Wädenswil anzutreffen, zum Schwimmen oder auch mal an der Chilbi. Noch heute sitze ich gerne im Rosenmattpark oder an der «Hafemur».
Was ich mir Wünsche? Die Landessprache meines Mannes, Suaheli fliessend sprechen zu können und irgendwann auf unserem Grundstück im eigenen Haus, direkt am Mangrovenwald in Sansibar, zu leben.
Die Serie «Out of Wättischwiil» porträtiert ausgewanderte Wädenswilerinnen und Wädenswiler.
Kennen Sie auch ausgewanderte Wädenswilerinnen oder Wädenswiler? Wir freuen uns auf einen Hinweis auf
redaktion@waedenswiler-anzeiger.ch
Ich bin Renate Anderegg, 49 Jahre alt und arbeite als Volksmusik-Moderatorin bei der SRF-Musikwelle. Mit meinem Mann wohne ich in Adliswil.
Ich bin 1999 von Wädenswil weggezogen, nach Deutschland. In Freiburg im Breisgau studierte ich Schauspiel. Seither bin ich etwa siebenmal umgezogen. Rund 15 Jahre lang fühlte ich mich in der Ostschweiz zu Hause. Wenn ich zurückblicke, waren das lange Wanderjahre einer Künstlerin mit unzähligen Nebenjobs.
Ich stamme aus der Familienkapelle Anderegg. In meiner Kindheit verbrachte ich eine grosse Zeit am Klavier. Wir waren sehr viel auf der Bühne und durften durch unsere Musik sehr früh viele spannende Orte und Menschen kennenlernen.
Aufgewachsen bin ich am Gasiplatz an der Eintrachtstrasse 22. Mein Vater war Abwart der Turn- und Sportanlage Eidmatt. Das ganze Eidmatt-Areal war unser Spielplatz, was als Kind ein Riesenspass war. An verregneten Sonntagen durften wir manchmal auch allein in die Turnhalle. Wir holten alle Geräte hervor und liebten es «Affenfangis» zuspielen.
Ich war gerade im ersten Lehrjahr, als Konditor-Confiseur in der Konditorei Brändli, parallel wurden wir von einem Produzenten angefragt als Familienkapelle Anderegg eine eigene CD einzuspielen. Was wir dann auch getan haben. In dieser Zeit waren wir auf unserem musikalischen Höhepunkt. Manchmal hatten wir drei Auftritte in derselben Woche. Ab meinem ersten Lehrlingslohn finanzierte ich dann meine Klavierstunden selbst. Ich liebte Jazz, hatte am Konservatorium Zürich Unterricht und wollte Jazzpianistin werden. Die Zeit für ein Musikstudium war damals allerdings noch nicht reif. Erst mit 34 Jahren knüpfte ich mir dann meinen musikalischer Traum vor. 3 Jahre später schloss ich den «Master of Art» in Zürich an der Zhdk ab. Danach war ich längere Zeit Musiklehrerin und nebenher Werbesprecherin für Migros mit Ostschweizer-Dialekt oder auf «Züritütsch». Das war dann sehr lustig, wenn mir Leute von Wädi sagten, sie hätten mich in der Migros gehört.
Den Zürichsee, samt Seeluft vermisste ich immer und überall. Als Seemeitli waren alle Sommerferien am Zürichsee ein Highlight; vom «Sträme», zur «Bretterbadi» bis zum Rothus. Das Eidmatt mit all ihren Grossanlässen rund um unser Haus sind bestens in Erinnerung. Die etlichen Abende als Mädchen, an denen ich stundelang heimlich der Jugendmusik und der Harmonie Wädenswil zuhören konnte, auch.
Dass ich jemals für Ländlermusik Moderatorin werde, war nie in meinem Kopf. Doch mein Leben verläuft immer so; ich habe einen Plan A und schliesslich trifft Plan B ein. Es ist tatsächlich die Ländlermusik, die mich wieder ins Züribiet zurückbrachte, und darüber bin ich sehr glücklich. Mein Mann und ich sind ab und an in Wädenswil anzutreffen, zum Schwimmen oder auch mal an der Chilbi. Noch heute sitze ich gerne im Rosenmattpark oder an der «Hafemur».
Was ich mir Wünsche? Die Landessprache meines Mannes, Suaheli fliessend sprechen zu können und irgendwann auf unserem Grundstück im eigenen Haus, direkt am Mangrovenwald in Sansibar, zu leben.
Die Serie «Out of Wättischwiil» porträtiert ausgewanderte Wädenswilerinnen und Wädenswiler.
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