Aktuell Wädenswil

Gessner-Areal: Fortschritt im Zentrum

Nach den Unstimmigkeiten aufgrund der Strassensperrungen zum Jahreswechsel sorgte der exklusive Einblick in das Gessner-Areal für eine deutlich entspannte Stimmung unter den Unternehmen.

Text & Bilder: Sabine Itting

Die Gessner AG lud am Dienstag, 5. Mai, die Mieterinnen und Mieter des Einkaufszentrums «di alt fabrik» sowie des Bürogebäudes an der Florhofstrasse 13 zu einer Baustellenführung auf dem Gessner-Areal ein. Nachdem viele die Abbrucharbeiten monatelang nur aus der Distanz verfolgt hatten, bot sich nun erstmals die Gelegenheit, einen direkten Einblick in die Grossbaustelle mitten im Wädenswiler Zentrum zu erhalten.
Seit November laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Gerade in der Vorweihnachtszeit hatten temporäre Sperrungen, geänderte Verkehrsführungen und erschwerte Zugänge im Quartier für Unmut gesorgt, insbesondere bei Gewerbebetrieben, Kundschaft und Lieferdiensten. Rund ein halbes Jahr später zeigt sich die Situation zwar noch immer anspruchsvoll, die Stimmung wirkte am Dienstag jedoch deutlich entspannter und zuversichtlicher.
Mehrere Interessierte trafen bereits vor Beginn der Führung ein und konnten dabei ein weiterhin bestehendes Problem beobachten: die Parkplatzsituation beim Einkaufszentrum.

Herausforderungen im Alltag

Eine einzelne gelb markierte Fläche sollte eigentlich für Lieferdienste freigehalten werden, war für Kundinnen und Kunden jedoch nicht klar als solche erkennbar. Prompt parkierte dort ein Personenwagen, während gleichzeitig ein Lieferwagen zufahren wollte. Glücklicherweise konnte die Situation rasch gelöst werden. Eine Verkaufsmitarbeiterin wünschte sich dennoch eine bessere Kennzeichnung der Fläche, um Missverständnisse künftig zu vermeiden.

Sichtbare Fortschritte hinter der alten Fabrik

Damian Isler, Geschäftsführer und dipl. Immobilientreuhänder der Gessner AG, begrüsste die Anwesenden und bedankte sich für ihre Geduld während der intensiven Bauphase. «Es wird zwar noch eine Zeit lang nicht ganz einfach bleiben, aber die Fortschritte sind inzwischen deutlich sichtbar», erklärte er den Teilnehmenden.
Mit Schutzhelmen ausgestattet führte der Rundgang anschliessend mitten durch die Baustelle. Bereits beim Betreten des Areals wurde sichtbar, welche Dimensionen das Projekt inzwischen angenommen hat. Eine tiefe Baugrube prägt derzeit das Bild hinter der alten Fabrik. Der Aushub für die künftige Tiefgarage ist bereits weit fortgeschritten und lässt erahnen, wie stark sich das Zentrum in den kommenden Jahren verändern wird.

Die Baustellenführung zeigte dabei auf, weshalb viele der aktuellen Einschränkungen als vorübergehende Investition in die Zukunft verstanden werden. Dort, wo heute teilweise improvisiert werden muss und Parkplätze fehlen, entsteht in den kommenden Jahren eine dreigeschossige Tiefgarage mit insgesamt 229 Parkplätzen. Für viele Gewerbetreibende bedeutet das vor allem eines: langfristig bessere Bedingungen und mehr Planungssicherheit im Zentrum.

Aufbereitung direkt vor Ort

Besonders eindrücklich war für viele Teilnehmende, die Arbeiten aus nächster Nähe mitzuerleben. Auf Wunsch erklärte Bauführer Mathias Zwyssig, E. Kamm AG, auch für Laien verständlich, welche Arbeitsschritte aktuell ausgeführt werden. Grobes Material wurde aussortiert, während ein riesiger Magnet an einem Bagger Metallteile aus dem Abbruchmaterial entfernte. Anschliessend konnte das aufbereitete Material direkt auf der Baustelle zu Kies verarbeitet werden. Kies wird benötigt, um das Gelände für die kommenden Bauetappen vorzubereiten und das Höhenniveau auszugleichen, dort, wo später die neue Tiefgarage entsteht.
Parallel zu den laufenden Aushubarbeiten beginnen in den nächsten Wochen weitere Arbeiten an Kanalisation und Bodenplatten. Insgesamt entstehen auf dem Areal fünf neue Wohnhäuser mit rund 100 Mietwohnungen sowie zusätzlichen Gewerbeflächen. Die ersten Wohnungen sollen voraussichtlich 2028 bezugsbereit sein.

Perspektiven und ein positiver Ausblick

Auch die Mitarbeitenden von Hotz Partner Architekten, deren Büros direkt an die Baustelle angrenzen, verfolgen die Entwicklung täglich aus nächster Nähe. Auf die Frage, ob die Arbeiten den Büroalltag beeinträchtigten, berichteten sie zwar von gelegentlichen leichten Erschütterungen und zeitweisem Baulärm. Wirklich gestört habe dies die Arbeit jedoch nicht. Im Gegenteil: Mit einem Lachen zeigten sie auf die Terrasse ihres Unternehmens. Von dort habe man wohl momentan die beste Aussicht auf die Baustelle in ganz Wädenswil. Von oben erinnere das geschäftige Treiben mit den zahlreichen Baggern beinahe an einen riesigen Sandkasten.
Die Stimmung unter den Teilnehmenden wirkte insgesamt deutlich gelöster als noch Ende vergangenen Jahres. Zwar bleiben Baustelle, Verkehrsführung und Zufahrt weiterhin Herausforderungen im Alltag. Gleichzeitig wurde bei der Führung spürbar, dass das Projekt nun sichtbar voranschreitet. Die Dimensionen der Baustelle, die bereits erreichten Fortschritte und die konkreten Perspektiven für zusätzliche Wohnungen, neue Gewerbeflächen und mehr Parkmöglichkeiten machen greifbar, weshalb viele Beteiligte optimistisch auf die kommenden Jahre blicken.
Zum Abschluss waren alle Teilnehmenden zu einem Apéro im Wädi-Brau-Huus eingeladen. Dort wurde weiter diskutiert, Fragen wurden beantwortet und Erfahrungen ausgetauscht. Die Baustellenführung machte deutlich: Auch wenn das Grossprojekt derzeit noch Einschränkungen mit sich bringt, nimmt die künftige Entwicklung des Quartiers zunehmend Form an. Schritt für Schritt entsteht im Zentrum von Wädenswil ein aufgewertetes Areal, das langfristig sowohl dem Gewerbe als auch der Bevölkerung zugutekommen soll.

Auch in «di alt fabrik» tut sich einiges
Trotz Baustelle gibt es aus dem Einkaufszentrum «di alt fabrik» mehrere erfreuliche Neuigkeiten: Mit A. Kühne Elektrohaushaltgeräte zieht ein traditionsreiches Fachgeschäft nach über 30 Jahren am Standort in der Au ins Zentrum von Wädenswil. Die offizielle Eröffnung findet am 12. und 13. Juni 2026 statt – mit Tombola und am Samstagvormittag auch mit Bob-Olympia-Bronzegewinner Michi Vogt.
Neu ist zudem eine kleine Kaffee-Ecke beim bergseitigen Ausgang des Wädi-Brau-Huus. Für die Bauarbeitenden bietet das Restaurant ausserdem einen «Baustellen-Znüni» sowie vergünstigte Menüs an. Auch energetisch wird investiert: Auf dem Dach von «di alt fabrik» werden derzeit Solarpanels installiert.

Teilen mit: