Am Freitag, dem 13., luden FDP und SVP zu einem Wahlkampfanlass in den Etzelsaal. Das Programm sah ein Referat des Wädenswiler Regierungsrats Ernst Stocker zu seiner Arbeit als Zürcher Finanzdirektor sowie die Vorstellung der bürgerlichen Stadtratskandidaten vor. Moderiert wurde der Anlass von Publizist und Verleger Markus Somm.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
So konnte Somm Ernst Stocker an jenem Tag, an dem dieser seinen Verzicht auf eine weitere Legislatur bekannt gab, zu dessen Referat «Herausforderungen eines Regierungsrates» begrüssen.
Ernst Stocker begann mit einigen grundsätzlichen Betrachtungen zur Zusammenarbeit der Exekutive und der Legislative, blickte auch über die Grenze nach Bayern oder Baden-Württemberg, «wie’s dort so läuft» und erzählte dem Publikum einige erlebte Müsterchen. So kam er zum Schluss, dass wir unserem Konkordanz-System Sorge tragen müssen, so dass alle Kräfte in den Exekutiven vertreten sind.
Früher an diesem Freitag präsentierte der Finanzdirektor auch den hervorragenden Abschluss des Kantons Zürich mit einem Plus von 727 Mio. Franken und ging so auch noch etwas näher auf die Rechnung des Kantons ein. 660 Millionen Franken kamen aus zusätzlichen Steuereinnahmen – das zeige, dass im Kanton nach wie vor Geld verdient werde. In seinen elf Jahren als Finanzdirektor seien auch 11 Milliarden Franken Schulden getilgt worden – und darauf sei er schon etwas stolz.
Einen spannenden Einblick gab der Wädenswiler auch, wie die Steuereinnahmen des Kantons zustande kommen – welche Bevölkerungsgruppe wie viel zum Steuersubstrat beiträgt. Und so kam der Meisterlandwirt, bezogen auf die guten Steuerzahler, auch zum Schluss: «De guete Milchchüeh muesch Sorg hebe!»
Vier Kandidaten auf dem Podium
Natürlich wurde auch noch Wahlkampf gemacht. So standen Astrid Furrer (FDP), Christina Zurfluh (SVP), Christof Wolfer (FDP) und Pierre Rappazzo (GLP) – als «bürgerliche Allianz» auf dem Podium und stellten sich den Fragen des Nebelspalter-Verlegers.
Christof Wolfer, Kandidat für das Stadtpräsidium, machte Werbung für «sein» Wädenswil und hob die gute Durchmischung in Wädenswil hervor. «Wir müssen aber auch schauen, dass das so bleibt», und sprach den Wildwuchs an Barbershops und das Fehlen eines guten Ladenmixes an. Es würden auch grosse Gefahren lauern – man wisse, für was SP und Grüne Stimmen sammeln würden.
Christina Zurfluh sind die Finanzen ein grosses Anliegen: «Die müssen im Lot sein.» Da habe Christof Wolfer gute Vorarbeit geleistet, das müsse so weitergeführt werden.
Auf die Frage, was in den Schulen falsch laufe, antwortete Pierre Rappazzo stattdessen, was man verbessern könne und meinte, dass man eher den Klassenlehrpersonen Sorge tragen müsse als etwa Heilpädagogen.
Astrid Furrer macht die Entwicklung des Stadtzentrums grosse Sorgen. Gute Detaillisten seien weggezogen, das Stadtzentrum verliere an Attraktivität. Wädenswil sei durchschnitten von Verkehrswegen, anders als Richterswil. Nun müsse man sehen, was man tun kann. Ein Zentrum, attraktiv für Detaillisten, sei auch attraktiv für die Bewohner und die hier arbeitenden Menschen.
Weiter ging das Gespräch mit den Kandidaten in Richtung Wohnungsbau. Hier ist die bürgerliche Meinung klar, dass mit Steuergeldern keine günstigen Wohnungen vor allem für Neuzuzüger gebaut werden sollen. Wohnen sei ein wichtiges Thema, aber man müsse es mit den richtigen Mitteln anpacken. Christof Wolfer findet es jedoch sehr wichtig, dass genügend Alterswohnungen für Wädenswilerinnen und Wädenswiler zur Verfügung stehen.
Beliebtes bürgerliches Thema ist auch immer der Steuerfuss. Christina Zurfluh befand, dass der Wädenswiler Steuerfuss keine grossen Firmen anlocken werde.
Was bürgerliche Gemeindepolitik sei, erklärte Astrid Furrer am Beispiel von zum Beispiel überhitzten Stadtplätzen. Hier sei der linke Ansatz «alles aufreissen, alles begrünen, Alleen bauen». Der bürgerliche Ansatz sei, bei Sanierungen zu schauen, wo und was begrünt werden könne –pragmatisch und im Gespräch mit den Grundbesitzern.
Pierre Rappazzo – auf die Frage nach dem grössten Problem in der Wädenswiler Bildungslandschaft – glaubt, dass die Primarschule gut unterwegs sei. Man könne noch effizienter werden – aber das betreffe die ganze Verwaltung: «Wie bringt man die Verwaltung zum arbeiten?», fragte er rhetorisch.
Zum Ende wurde das Podium geöffnet, das Publikum hatte Gelegenheit, den Kandidaten Fragen zu stellen. Was die Kandidaten denken, was die Wädenswilerinnen und Wädenswiler am meisten beschäftige, wollte etwa eine Besucherin wissen. Christina Zurfluh sprach wohl vielen Bauwilligen aus der Seele, als sie sagte, dass das Bauamt am meisten «triggere»: kompliziert und langwierig. Worauf Astrid Furrer das Problem bei den verschärften Vorschriften ortete. Christof Wolfer bestätigte: Wir sind zu kompliziert auf der Stadt – und meinte damit die ganze Verwaltung. Pierre Rappazzo ergänzte, dass der Gesamtstadtrat mehr führen und Verantwortung übernehmen müsse.
Somms an den ganzen Saal gerichtetes Schlusswort lautete: «Bürgerlich wählen, bürgerlich wählen, bürgerlich wählen – oder sterben.» Na ja.
Am Freitag, dem 13., luden FDP und SVP zu einem Wahlkampfanlass in den Etzelsaal. Das Programm sah ein Referat des Wädenswiler Regierungsrats Ernst Stocker zu seiner Arbeit als Zürcher Finanzdirektor sowie die Vorstellung der bürgerlichen Stadtratskandidaten vor. Moderiert wurde der Anlass von Publizist und Verleger Markus Somm.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
So konnte Somm Ernst Stocker an jenem Tag, an dem dieser seinen Verzicht auf eine weitere Legislatur bekannt gab, zu dessen Referat «Herausforderungen eines Regierungsrates» begrüssen.
Ernst Stocker begann mit einigen grundsätzlichen Betrachtungen zur Zusammenarbeit der Exekutive und der Legislative, blickte auch über die Grenze nach Bayern oder Baden-Württemberg, «wie’s dort so läuft» und erzählte dem Publikum einige erlebte Müsterchen. So kam er zum Schluss, dass wir unserem Konkordanz-System Sorge tragen müssen, so dass alle Kräfte in den Exekutiven vertreten sind.
Früher an diesem Freitag präsentierte der Finanzdirektor auch den hervorragenden Abschluss des Kantons Zürich mit einem Plus von 727 Mio. Franken und ging so auch noch etwas näher auf die Rechnung des Kantons ein. 660 Millionen Franken kamen aus zusätzlichen Steuereinnahmen – das zeige, dass im Kanton nach wie vor Geld verdient werde. In seinen elf Jahren als Finanzdirektor seien auch 11 Milliarden Franken Schulden getilgt worden – und darauf sei er schon etwas stolz.
Einen spannenden Einblick gab der Wädenswiler auch, wie die Steuereinnahmen des Kantons zustande kommen – welche Bevölkerungsgruppe wie viel zum Steuersubstrat beiträgt. Und so kam der Meisterlandwirt, bezogen auf die guten Steuerzahler, auch zum Schluss: «De guete Milchchüeh muesch Sorg hebe!»
Vier Kandidaten auf dem Podium
Natürlich wurde auch noch Wahlkampf gemacht. So standen Astrid Furrer (FDP), Christina Zurfluh (SVP), Christof Wolfer (FDP) und Pierre Rappazzo (GLP) – als «bürgerliche Allianz» auf dem Podium und stellten sich den Fragen des Nebelspalter-Verlegers.
Christof Wolfer, Kandidat für das Stadtpräsidium, machte Werbung für «sein» Wädenswil und hob die gute Durchmischung in Wädenswil hervor. «Wir müssen aber auch schauen, dass das so bleibt», und sprach den Wildwuchs an Barbershops und das Fehlen eines guten Ladenmixes an. Es würden auch grosse Gefahren lauern – man wisse, für was SP und Grüne Stimmen sammeln würden.
Christina Zurfluh sind die Finanzen ein grosses Anliegen: «Die müssen im Lot sein.» Da habe Christof Wolfer gute Vorarbeit geleistet, das müsse so weitergeführt werden.
Auf die Frage, was in den Schulen falsch laufe, antwortete Pierre Rappazzo stattdessen, was man verbessern könne und meinte, dass man eher den Klassenlehrpersonen Sorge tragen müsse als etwa Heilpädagogen.
Astrid Furrer macht die Entwicklung des Stadtzentrums grosse Sorgen. Gute Detaillisten seien weggezogen, das Stadtzentrum verliere an Attraktivität. Wädenswil sei durchschnitten von Verkehrswegen, anders als Richterswil. Nun müsse man sehen, was man tun kann. Ein Zentrum, attraktiv für Detaillisten, sei auch attraktiv für die Bewohner und die hier arbeitenden Menschen.
Weiter ging das Gespräch mit den Kandidaten in Richtung Wohnungsbau. Hier ist die bürgerliche Meinung klar, dass mit Steuergeldern keine günstigen Wohnungen vor allem für Neuzuzüger gebaut werden sollen. Wohnen sei ein wichtiges Thema, aber man müsse es mit den richtigen Mitteln anpacken. Christof Wolfer findet es jedoch sehr wichtig, dass genügend Alterswohnungen für Wädenswilerinnen und Wädenswiler zur Verfügung stehen.
Beliebtes bürgerliches Thema ist auch immer der Steuerfuss. Christina Zurfluh befand, dass der Wädenswiler Steuerfuss keine grossen Firmen anlocken werde.
Was bürgerliche Gemeindepolitik sei, erklärte Astrid Furrer am Beispiel von zum Beispiel überhitzten Stadtplätzen. Hier sei der linke Ansatz «alles aufreissen, alles begrünen, Alleen bauen». Der bürgerliche Ansatz sei, bei Sanierungen zu schauen, wo und was begrünt werden könne –pragmatisch und im Gespräch mit den Grundbesitzern.
Pierre Rappazzo – auf die Frage nach dem grössten Problem in der Wädenswiler Bildungslandschaft – glaubt, dass die Primarschule gut unterwegs sei. Man könne noch effizienter werden – aber das betreffe die ganze Verwaltung: «Wie bringt man die Verwaltung zum arbeiten?», fragte er rhetorisch.
Zum Ende wurde das Podium geöffnet, das Publikum hatte Gelegenheit, den Kandidaten Fragen zu stellen. Was die Kandidaten denken, was die Wädenswilerinnen und Wädenswiler am meisten beschäftige, wollte etwa eine Besucherin wissen. Christina Zurfluh sprach wohl vielen Bauwilligen aus der Seele, als sie sagte, dass das Bauamt am meisten «triggere»: kompliziert und langwierig. Worauf Astrid Furrer das Problem bei den verschärften Vorschriften ortete. Christof Wolfer bestätigte: Wir sind zu kompliziert auf der Stadt – und meinte damit die ganze Verwaltung. Pierre Rappazzo ergänzte, dass der Gesamtstadtrat mehr führen und Verantwortung übernehmen müsse.
Somms an den ganzen Saal gerichtetes Schlusswort lautete: «Bürgerlich wählen, bürgerlich wählen, bürgerlich wählen – oder sterben.» Na ja.