Interview: Ingrid Eva Liedtke
Wer bist Du?
Ich bin Johni Seifert, Creative Director und Familienvater aus Wädenswil.
Wie sieht dein künstlerischer Lebenslauf aus?
Schon früh in der Schule habe ich gemerkt, dass meine Begabungen im Gestalterischen liegen. Nach meiner Lehre als Schriften- und Reklamegestalter hat mich mein Weg über die Grafik zur 3D-Animation geführt. Heute sehe ich mich vor allem als Geschichtenerzähler, egal, ob ich digitale Figuren bewege oder mit der Improtheater-Gruppe «Durchzug» auf der Bühne stehe.
Wie hat sich Dein Stil entwickelt?
Ich habe Comics schon als Kind geliebt. Spirou und Fantasio oder Tim und Struppi waren meine Helden. Diese Faszination für Charaktere ist geblieben. Anfangs habe ich sie in 2D illustriert, doch erst durch den Wechsel zu 3D konnte ich den Figuren mittels Animation wirklich Leben einhauchen. Das hat meiner Arbeit eine völlig neue Tiefe gegeben.
An wen denkst Du, wenn Du Deine Bilder gestaltest? Welchen Betrachter, welche Betrachterin hast Du vor Augen?
Ich möchte die Menschen mit schlichten Figuren und charmanten Animationen zum Schmunzeln bringen. Meine Charaktere sind bewusst optimistisch gestaltet, als bunter Gegenpol zu einem oft grauen oder hektischen Alltag. Sie haben alle einen Bezug zur Natur, und fast immer trägt einer von ihnen eine Brille.
Was willst Du mit Deiner Kunst beim Betrachter auslösen? Welche künstlerischen Anliegen hast Du?
Im besten Fall ein echtes kurzes Abtauchen. Wenn mir jemand sagt, dass meine Animationen ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ist mein Ziel erreicht. Bei meiner letzten Ausstellung habe ich bemerkt, dass Kinder und ältere Menschen oft den schnellsten Zugang zu meinen Figuren finden. Vielleicht ist das genau die Lebensspanne, in der man die Begeisterung für die kleinen Dinge noch besitzt oder wiederentdeckt.
Deine Bilder / Grafiken Sind ja sehr fröhlich, blumig. Versteckt sich noch etwas Anderes dahinter?
Nein. Sie sind genau so gemeint: fröhlich, bunt und simpel. In einer Welt, die oft zu kompliziert und überladen wirkt, sind es doch gerade die einfachen Dinge, die uns wirklich berühren.
Was bedeutet es Dir – persönlich – zu malen, zu gestalten?
Das Gestalten macht einen grossen Teil meiner Identität aus. Ich bin ein Macher und liebe es zu beobachten, wie ein Werk Form und Bewegung annimmt. Ein Aspekt, den ich bei der KI übrigens kritisch sehe, ist das Ausklammern dieses handwerklichen Prozesses. Langfristig besteht die Gefahr, dass man dadurch vom Schöpfer zum reinen Konsumenten wird.
Welches sind Deine Inspirationsquellen?
Das Leben selbst, die Natur und gute Geschichten.
Wovon träumst Du?
Von saftigen Wiesen und freundlichen Blumen, die im Wind tanzen. Aber Spass beiseite: Beruflich freue ich mich darauf, meine Erfahrung als Creative Director und mein Gespür für Storytelling bald wieder in einem Umfeld einzusetzen, in dem starke Geschichten und kreative Visionen gefragt sind.
Was würdest Du Dir in der Stadt Wädenswil in Bezug auf die Bildende Kunst wünschen?
Ich finde die Bildende Kunst in Wädenswil bereits sehr vielfältig. Mit der Kulturgarage gibt es einen tollen Ort, an dem im Grunde jeder seine Bilder ausstellen kann. Es braucht dazu nur etwas Mut, aber ich kann diese Erfahrung jedem Künstler nur empfehlen. Auch das Kunstfenster in Schönenberg oder das Fenster am Bahnhof Wädenswil sind coole Möglichkeiten, um Kunst zu zeigen. Zudem achten wir beim «Tankstell Festival», das wir jeweils im Herbst organisieren, immer darauf, dass der visuelle Teil einen wesentlichen Beitrag zum Gesamterlebnis leistet.
… und was Du noch sagen wolltest?
Herzlichen Dank, dass ich meine Animationen hier im Kunstfenster präsentieren darf. Ein wichtiger Hinweis für alle Besucher: Die Bilder können im Kunstfenster via QR-Code auch in animierter Form angeschaut werden.
www.johni.ch
Kurzer Lebenslauf in Stationen inkl. Ausstellungen
Aufgewachsen in Grabs im Rheintal absolvierte ich dort meine Lehre als Schriften- und Reklamegestalter. Nach verschiedenen Stationen im Ausland zog es mich an den Zürichsee nach Wädenswil. Meine berufliche Reise führte mich zunächst zur Wirz Gruppe, wo ich als Grafiker und 3D-Artist tätig war. Es folgten Stationen als Art Director bei FS Parker und zuletzt die langjährige Tätigkeit als Creative Director bei ifolor.
Privat bin ich fest in Wädenswil verwurzelt. Ich bin verheiratet und geniesse mit meiner Frau und unseren beiden Kindern das Leben am Zürichsee. Den Ausgleich finde ich beim Improtheater, auf ausgedehnten Velotouren oder wenn ich in meiner Freizeit an meinen eigenen animierten Welten baue.
Ausstellungen:
2016: Fantasy Basel; Grafik16 Zürich
2017: Designfestival Bern; Grafik17 Zürich
2018: Pictoplasma Berlin; Fantasy Basel
2022: Happy Animation; Kulturgarage Wädenswil
2024: Pictoplasma Berlin
Interview: Ingrid Eva Liedtke
Wer bist Du?
Ich bin Johni Seifert, Creative Director und Familienvater aus Wädenswil.
Wie sieht dein künstlerischer Lebenslauf aus?
Schon früh in der Schule habe ich gemerkt, dass meine Begabungen im Gestalterischen liegen. Nach meiner Lehre als Schriften- und Reklamegestalter hat mich mein Weg über die Grafik zur 3D-Animation geführt. Heute sehe ich mich vor allem als Geschichtenerzähler, egal, ob ich digitale Figuren bewege oder mit der Improtheater-Gruppe «Durchzug» auf der Bühne stehe.
Wie hat sich Dein Stil entwickelt?
Ich habe Comics schon als Kind geliebt. Spirou und Fantasio oder Tim und Struppi waren meine Helden. Diese Faszination für Charaktere ist geblieben. Anfangs habe ich sie in 2D illustriert, doch erst durch den Wechsel zu 3D konnte ich den Figuren mittels Animation wirklich Leben einhauchen. Das hat meiner Arbeit eine völlig neue Tiefe gegeben.
An wen denkst Du, wenn Du Deine Bilder gestaltest? Welchen Betrachter, welche Betrachterin hast Du vor Augen?
Ich möchte die Menschen mit schlichten Figuren und charmanten Animationen zum Schmunzeln bringen. Meine Charaktere sind bewusst optimistisch gestaltet, als bunter Gegenpol zu einem oft grauen oder hektischen Alltag. Sie haben alle einen Bezug zur Natur, und fast immer trägt einer von ihnen eine Brille.
Was willst Du mit Deiner Kunst beim Betrachter auslösen? Welche künstlerischen Anliegen hast Du?
Im besten Fall ein echtes kurzes Abtauchen. Wenn mir jemand sagt, dass meine Animationen ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ist mein Ziel erreicht. Bei meiner letzten Ausstellung habe ich bemerkt, dass Kinder und ältere Menschen oft den schnellsten Zugang zu meinen Figuren finden. Vielleicht ist das genau die Lebensspanne, in der man die Begeisterung für die kleinen Dinge noch besitzt oder wiederentdeckt.
Deine Bilder / Grafiken Sind ja sehr fröhlich, blumig. Versteckt sich noch etwas Anderes dahinter?
Nein. Sie sind genau so gemeint: fröhlich, bunt und simpel. In einer Welt, die oft zu kompliziert und überladen wirkt, sind es doch gerade die einfachen Dinge, die uns wirklich berühren.
Was bedeutet es Dir – persönlich – zu malen, zu gestalten?
Das Gestalten macht einen grossen Teil meiner Identität aus. Ich bin ein Macher und liebe es zu beobachten, wie ein Werk Form und Bewegung annimmt. Ein Aspekt, den ich bei der KI übrigens kritisch sehe, ist das Ausklammern dieses handwerklichen Prozesses. Langfristig besteht die Gefahr, dass man dadurch vom Schöpfer zum reinen Konsumenten wird.
Welches sind Deine Inspirationsquellen?
Das Leben selbst, die Natur und gute Geschichten.
Wovon träumst Du?
Von saftigen Wiesen und freundlichen Blumen, die im Wind tanzen. Aber Spass beiseite: Beruflich freue ich mich darauf, meine Erfahrung als Creative Director und mein Gespür für Storytelling bald wieder in einem Umfeld einzusetzen, in dem starke Geschichten und kreative Visionen gefragt sind.
Was würdest Du Dir in der Stadt Wädenswil in Bezug auf die Bildende Kunst wünschen?
Ich finde die Bildende Kunst in Wädenswil bereits sehr vielfältig. Mit der Kulturgarage gibt es einen tollen Ort, an dem im Grunde jeder seine Bilder ausstellen kann. Es braucht dazu nur etwas Mut, aber ich kann diese Erfahrung jedem Künstler nur empfehlen. Auch das Kunstfenster in Schönenberg oder das Fenster am Bahnhof Wädenswil sind coole Möglichkeiten, um Kunst zu zeigen. Zudem achten wir beim «Tankstell Festival», das wir jeweils im Herbst organisieren, immer darauf, dass der visuelle Teil einen wesentlichen Beitrag zum Gesamterlebnis leistet.
… und was Du noch sagen wolltest?
Herzlichen Dank, dass ich meine Animationen hier im Kunstfenster präsentieren darf. Ein wichtiger Hinweis für alle Besucher: Die Bilder können im Kunstfenster via QR-Code auch in animierter Form angeschaut werden.
www.johni.ch
Kurzer Lebenslauf in Stationen inkl. Ausstellungen
Aufgewachsen in Grabs im Rheintal absolvierte ich dort meine Lehre als Schriften- und Reklamegestalter. Nach verschiedenen Stationen im Ausland zog es mich an den Zürichsee nach Wädenswil. Meine berufliche Reise führte mich zunächst zur Wirz Gruppe, wo ich als Grafiker und 3D-Artist tätig war. Es folgten Stationen als Art Director bei FS Parker und zuletzt die langjährige Tätigkeit als Creative Director bei ifolor.
Privat bin ich fest in Wädenswil verwurzelt. Ich bin verheiratet und geniesse mit meiner Frau und unseren beiden Kindern das Leben am Zürichsee. Den Ausgleich finde ich beim Improtheater, auf ausgedehnten Velotouren oder wenn ich in meiner Freizeit an meinen eigenen animierten Welten baue.
Ausstellungen:
2016: Fantasy Basel; Grafik16 Zürich
2017: Designfestival Bern; Grafik17 Zürich
2018: Pictoplasma Berlin; Fantasy Basel
2022: Happy Animation; Kulturgarage Wädenswil
2024: Pictoplasma Berlin