Wenn Ostern vor der Tür steht, zieht es viele in die Ferne, doch in Wädenswil wartet eine Reise, für die man keinen Koffer packen muss. Das Pâqu’son-Festival, das vom 2. bis 5. April stattfindet, hat sich längst als Geheimtipp für neugierige Musikliebhaber etabliert, die zu sich zu Ostern ein musikalischen Überraschungspäckchen gönnen möchten.
Text: Noëmi Lea Hermann
Bild: Thomas Bader
Wir haben mit dem Festivalleiter Ueli Schuwey über das Programm 2026 gesprochen. Er verrät uns, warum das diesjährige Festival besonders feminin geprägt ist, wie er in CD-Booklets nach neuen Klangfarben fischt, und weshalb das Theater Ticino der perfekte Ort ist, um den eigenen musikalischen Horizont einmal ordentlich «neu zu kalibrieren».
Woher kommt eigentlich die Wortschöpfung des Pâqu‘son?
In erster Linie ist es einfach eine schön klingende Kreation aus den Wörtern Ostern (Pâques) und Son (Ton). Erst nachträglich ist mir eingefallen, dass im Französischen salopp gesagt ein «pakson» ein kleines, sehr «gwundriges» Päckchen ist. Und das passt eigentlich recht schön zum Festival.
Wenn Du das Pâqu’son 2026 mit drei Adjektiven beschreiben müsstest, welche wären das und warum spiegeln diese das aktuelle Programm am besten wider?
Ich würde sagen ergreifend, weil alle Abende eine starke emotionale Kraft in sich tragen. Feminin, weil an jedem Abend Musikerinnen auf der Bühne stehen: «La Mossa» ist sogar zu 100 % weiblich besetzt, BlauBird und New Balkan Folk haben beide Leaderinnen, und im Quintett sind zwei talentierte Musikerinnen dabei und gwundrig, weil Neugier gewissermassen in den Genen des Festivals steckt.
Das Pâqu’son-Festival wird oft als Einladung zu einer musikalischen Weltreise beschrieben. Nach welchen Kriterien hast Du die diesjährigen Formationen für das Osterwochenende 2026 ausgewählt?
Die Idee ist, an Ostern musikalisch zu verreisen und das quasi vor der Haustüre. Anstatt ins Flugzeug zu steigen oder sich mit Hunderttausenden durch die Alpen ins Tessin zu quälen, bieten wir vier «Hörenswürdigkeiten» an. Alles ganz entspannt. Tagsüber kann man das Städtli und die Region geniessen, mit Freunden oder der Familie etwas unternehmen und abends heisst es dann im Theatersaal: Bon Voyage. Das Programm entsteht aus einem grossen musikalischen Fischernetz, gespeist aus meinem Stöbern, Recherchieren, in CD-Booklets auf Spurensuche gehen, Podcast hören und aus Reisen und vielen vielen Konzertbesuchen. Irgendwann ist das Programm dann da. Wichtig ist mir, dass die vier Abende deutlich verschieden sind. Es ist vor allem auch eine Einladung zum Entdecken. Wir bieten keine Extremtouren an, aber es tut gut, sich auch einmal ins Unbekannte zu begeben.
Was prägt für Dich die diesjährige Identität des Pâqu‘son-Festivals?
Es kommen immer wieder Ensembles, die einen rechten Weg auf sich nehmen bis nach Wädenswil, manchmal nur für einen einzigen Gig. Denn Ostern ist nicht gerade die ideale Tournee-Periode. Ich bin auch sehr aufmerksam gegenüber der Schweizer Szene, und die kann auch ganz schön «Ausland» sein. Wir haben oft Formationen aus der Romandie: Grossartige Projekte, die es jedoch wirklich nicht so oft über den Röstigraben schaffen. Wer dieses Jahr den Festivalpass nimmt, wird vier komplett verschiedene, umwerfende Trips erleben.
Oft sieht man beim Pâqu’son Instrumente, die man im Alltag selten hört. Wie gezielt suchst Du nach Klangfarben, die das Ohr des Publikums regelrecht «neu kalibrieren»?
Es liegt wohl am Konzept des Festivals und an meiner musikalischen Neugier, die ich leidenschaftlich mit dem Wädenswiler Publikum teilen möchte. Aber ja, das stimmt schon: Tibetische Pferdekopfgeigen, extraordinäre Perkussionsinstrumente, Kontrabassflöten, «connected» Handörgelis, Appenzeller Hackbretter. Ich möchte das Publikum einladen, über den eigenen musikalischen Gartenhag hinaus zu fressen.
Was hoffst Du, welches Gefühl die Besucher am Ostersonntag nach dem letzten Akkord mit nach Hause nehmen?
Dass man sich wieder einmal bewusst wird, wie grossartig es ist zusammen mit anderen Menschen ein Konzert zu besuchen. Und was für ein Glück es ist, spannende Musik in einer so wunderbaren Atmosphäre und Qualität erleben zu dürfen, wie sie das Theater Ticino bietet, ganz ohne Grossleinwand.
Wer also an Ostern den Weg ins Theater Ticino findet, wird vermutlich nicht nur mit neuen Klängen im Ohr nach Hause gehen, sondern auch mit dem wohligen Gefühl, Teil einer ganz besonderen, familiären Weltreise gewesen zu sein.
https://theater-ticino.ch
Wenn Ostern vor der Tür steht, zieht es viele in die Ferne, doch in Wädenswil wartet eine Reise, für die man keinen Koffer packen muss. Das Pâqu’son-Festival, das vom 2. bis 5. April stattfindet, hat sich längst als Geheimtipp für neugierige Musikliebhaber etabliert, die zu sich zu Ostern ein musikalischen Überraschungspäckchen gönnen möchten.
Text: Noëmi Lea Hermann
Bild: Thomas Bader
Wir haben mit dem Festivalleiter Ueli Schuwey über das Programm 2026 gesprochen. Er verrät uns, warum das diesjährige Festival besonders feminin geprägt ist, wie er in CD-Booklets nach neuen Klangfarben fischt, und weshalb das Theater Ticino der perfekte Ort ist, um den eigenen musikalischen Horizont einmal ordentlich «neu zu kalibrieren».
Woher kommt eigentlich die Wortschöpfung des Pâqu‘son?
In erster Linie ist es einfach eine schön klingende Kreation aus den Wörtern Ostern (Pâques) und Son (Ton). Erst nachträglich ist mir eingefallen, dass im Französischen salopp gesagt ein «pakson» ein kleines, sehr «gwundriges» Päckchen ist. Und das passt eigentlich recht schön zum Festival.
Wenn Du das Pâqu’son 2026 mit drei Adjektiven beschreiben müsstest, welche wären das und warum spiegeln diese das aktuelle Programm am besten wider?
Ich würde sagen ergreifend, weil alle Abende eine starke emotionale Kraft in sich tragen. Feminin, weil an jedem Abend Musikerinnen auf der Bühne stehen: «La Mossa» ist sogar zu 100 % weiblich besetzt, BlauBird und New Balkan Folk haben beide Leaderinnen, und im Quintett sind zwei talentierte Musikerinnen dabei und gwundrig, weil Neugier gewissermassen in den Genen des Festivals steckt.
Das Pâqu’son-Festival wird oft als Einladung zu einer musikalischen Weltreise beschrieben. Nach welchen Kriterien hast Du die diesjährigen Formationen für das Osterwochenende 2026 ausgewählt?
Die Idee ist, an Ostern musikalisch zu verreisen und das quasi vor der Haustüre. Anstatt ins Flugzeug zu steigen oder sich mit Hunderttausenden durch die Alpen ins Tessin zu quälen, bieten wir vier «Hörenswürdigkeiten» an. Alles ganz entspannt. Tagsüber kann man das Städtli und die Region geniessen, mit Freunden oder der Familie etwas unternehmen und abends heisst es dann im Theatersaal: Bon Voyage. Das Programm entsteht aus einem grossen musikalischen Fischernetz, gespeist aus meinem Stöbern, Recherchieren, in CD-Booklets auf Spurensuche gehen, Podcast hören und aus Reisen und vielen vielen Konzertbesuchen. Irgendwann ist das Programm dann da. Wichtig ist mir, dass die vier Abende deutlich verschieden sind. Es ist vor allem auch eine Einladung zum Entdecken. Wir bieten keine Extremtouren an, aber es tut gut, sich auch einmal ins Unbekannte zu begeben.
Was prägt für Dich die diesjährige Identität des Pâqu‘son-Festivals?
Es kommen immer wieder Ensembles, die einen rechten Weg auf sich nehmen bis nach Wädenswil, manchmal nur für einen einzigen Gig. Denn Ostern ist nicht gerade die ideale Tournee-Periode. Ich bin auch sehr aufmerksam gegenüber der Schweizer Szene, und die kann auch ganz schön «Ausland» sein. Wir haben oft Formationen aus der Romandie: Grossartige Projekte, die es jedoch wirklich nicht so oft über den Röstigraben schaffen. Wer dieses Jahr den Festivalpass nimmt, wird vier komplett verschiedene, umwerfende Trips erleben.
Oft sieht man beim Pâqu’son Instrumente, die man im Alltag selten hört. Wie gezielt suchst Du nach Klangfarben, die das Ohr des Publikums regelrecht «neu kalibrieren»?
Es liegt wohl am Konzept des Festivals und an meiner musikalischen Neugier, die ich leidenschaftlich mit dem Wädenswiler Publikum teilen möchte. Aber ja, das stimmt schon: Tibetische Pferdekopfgeigen, extraordinäre Perkussionsinstrumente, Kontrabassflöten, «connected» Handörgelis, Appenzeller Hackbretter. Ich möchte das Publikum einladen, über den eigenen musikalischen Gartenhag hinaus zu fressen.
Was hoffst Du, welches Gefühl die Besucher am Ostersonntag nach dem letzten Akkord mit nach Hause nehmen?
Dass man sich wieder einmal bewusst wird, wie grossartig es ist zusammen mit anderen Menschen ein Konzert zu besuchen. Und was für ein Glück es ist, spannende Musik in einer so wunderbaren Atmosphäre und Qualität erleben zu dürfen, wie sie das Theater Ticino bietet, ganz ohne Grossleinwand.
Wer also an Ostern den Weg ins Theater Ticino findet, wird vermutlich nicht nur mit neuen Klängen im Ohr nach Hause gehen, sondern auch mit dem wohligen Gefühl, Teil einer ganz besonderen, familiären Weltreise gewesen zu sein.
https://theater-ticino.ch