Wädenswil

Sportliche Höchstleistungen in Wädenswil gewürdigt

Wie jedes Jahr lud die Interessengemeinschaft Wädenswiler Sportvereine (IWS) auch 2026 wieder zur Sportlerehrung, um die herausragenden Leistungen der lokalen Sportlerinnen und Sportler zu würdigen.

Text & Bild: Sabine Itting

Am 31. Januar versammelten sich die zu ehrenden Sportlerinnen und Sportler sowie zahlreiche Gäste ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle Glärnisch in Wädenswil zum Apéro. Die Tische waren festlich dekoriert, die Stimmung erwartungsvoll, und nach einer herzlichen Begrüssung durch Roli Fässler, Präsident des IWS, wurden die Gäste zu einem feinen Abendessen gebeten.
Um ca. 20 Uhr eröffnete Roli Fässler nach einer kurzen, persönlichen Ansprache offiziell den Abend und übergab das Mikrofon an Stadtrat Daniel Tanner. In seiner Begrüssungsrede würdigte Tanner die sportlichen Leistungen, das Durchhaltevermögen, den Teamgeist und die persönlichen Bestleistungen der Athletinnen und Athleten. Dabei betonte er, dass hinter jedem Erfolg nicht nur Trainingsstunden, sondern auch Haltung und Disziplin stehen: «In einer Stadt mit über 6000 aktiven Sportlerinnen und Sportlern in rund 60 Vereinen ist Sport weit mehr als Freizeitgestaltung. Er ist Teil unseres gesellschaftlichen Fundaments, verbindet Generationen, schafft Gemeinschaft und vermittelt Werte, die weit über den Sport hinauswirken.»
Tanner hob hervor, dass Sport ehrlich sei: Niemand kann die Leistung eines anderen übernehmen, kein Algorithmus ersetzt den eigenen Einsatz. Gerade in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und Ablenkung sei Sport einer der wenigen Orte, an denen man ganz bei sich sein darf. Er dankte zudem den Trainerinnen, Trainern und Vereinsverantwortlichen, die Rahmenbedingungen schaffen, in denen sportliche Leistungen nachhaltig wachsen können.

Tischtennis und Kunstturnen

Den ersten Block eröffneten die Sportlerinnen und Sportler aus Tischtennis und Kunstturnen. Bei den Schweizer Meisterschaften im Racketlon traten die Brüder Léon Mamié und Noah Mamié gemeinsam im Finale an – ein seltenes Ereignis im Turniersport, der Elemente aus Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis kombiniert. Léon Mamié gewann den 1. Rang im Elite Racketlon sowie im Elite Team, Noah Mamié erzielte den 2. Rang im Einzel.
Neben den Racketlon-Sportlern standen die Kunstturnerinnen und Kunstturner des Turnvereins Wädenswil auf der Bühne. Allassane Böhm, Angelina Diana Winiger, Clara Benkert, Dominic Tamsel, Janic Fässler, Jonas Wiebusch, Ladina Kropf, Lilly Grace Winiger, Madleina Schürmann, Tim Randegger und Noah Agyeman Lutz wurden für ihre Erfolge geehrt.
Dominic Tamsel berichtete, dass der Erfolg im Turnen stark vom Teamgeist abhänge: Die Sportlerinnen und Sportler motivieren sich gegenseitig. Janic Fässler erzählte von seiner Rückkehr nach einer Verletzungspause: «Ich trainierte hart, dazu gehört auch ein anstrengendes Rückentraining.» Und dieser Einsatz hat sich gelohnt: Er erreichte den ersten Rang bei den Schweizer Meisterschaften im Mannschaftswettkampf Nationalliga B und den zweiten Rang im Junioren-Schweizer-Meisterschaften-P6-Mehrkampf.
Der bei Interviews eher zurückhaltende Jonas Wiebusch verriet, dass sein Vorbild Noe Seifert ist.
Der 10-jährige Noah Lutz bewies sein herausragendes Talent, indem er beim Visana Sprint in Luzern bei seiner ersten Teilnahme auf Anhieb glänzte.

Wassersport

Im zweiten Block standen die Sportarten Schwimmen, Rettungsschwimmen und Rudern im Mittelpunkt.
Noah Ruben Retzler von den Limmat Sharks Zürich wurde per Bildschirm zugeschaltet. Zum Zeitpunkt der Ehrung befand er sich in Luxemburg, wo er sich auf die WM-Qualifikation in Paris vorbereitete. Dabei bedankte er sich herzlich bei seinen Eltern, seinen Coaches und der Schule für die Unterstützung.
Die Rettungsschwimmerinnen Daniela Marty und Melina Köchli erreichten bei den Staffelmeisterschaften Damen Open den 2. Rang. Bei den Herren Masters holten Marco Camenzind, Martin Stalder und Heinz Wagner den ersten Rang. Heinz Wagner, 67 Jahre alt, antworte schmunzelnd auf die Frage, wie er in diesem Alter noch dermassen gut mithalten könne: Schwimmen sei ideal, da könne man ja nicht umfallen. Über die Fähigkeiten der jungen Generation meinte er, dass die Kinder heute durchaus besser schwimmen können, das sei aber abhängig von der Qualität der Trainer.
Auch die Ruderer des Seeclubs Wädenswil feierten Erfolge. Amely Eggenschwiler, Freija Reinacher, Giulia Sacco und Madison Brown gewannen Silber bei den Schweizer Meisterschaften U17 im Vierer, während Lilly Eggenschwiler im U19-Einer den zweiten Platz erzielte. Bronze errang Zara Glynn bei den SM Doppelzweier Masters Frauen. Das Team betonte, wie wichtig der Zusammenhalt sei. Rudern sei ein harter Sport, der viel Training – auch bei Kälte – erfordere. Als Fernziel nannten sie, wie so manch anderer der jungen Sportler an diesem Abend auch, die Olympischen Spiele, auch wenn die Olympiade 2028 noch etwas zu nah liegt.

Vielfältige Sportarten

Der dritte Block brachte Sportlerinnen und Sportler aus unterschiedlichsten Disziplinen auf die Bühne.
Moana Parroni aus Wädenswil verteidigte 2025 ihren Weltmeistertitel im Kimura Shukokai Karate (KSI) in der Kategorie Kumite in Finnland, nachdem sie 2023 in Kapstadt erstmals Weltmeisterin geworden war. Auf die Frage, ob sie überrascht war, den Titel erneut zu gewinnen, antwortete Moana locker, dass sie die Goldmedaille erwartet habe: «Man gewöhnt sich daran.»
Der Schweizer Meister im Unihockey Kleinfeld, Philipp Wälchli, nannte als nächstes Ziel die Schweizer Meisterschaften und das Cup-Finale. Snowboardtalent Lou Milla Limacher errang den 1. Rang bei den Swiss Champs Corvatsch Slopestyle U15 sowie bei den Swiss Champs Laax Halfpipe 15. Laax bezeichnet sie als «Place to be», dort befinde sich die grösste Halfpipe der Welt. Eiskunstläufer Gion Schmid gewann überraschend Bronze beim European Youth Olympic Festival in Georgien. Auf die Frage, ob ihm bei Pirouetten nicht schwindlig werde, erklärte er: «Gehirn und Ohr gewöhnen sich daran.»
Johannes Rappazzo von der Schachgesellschaft Winterthur errang den 1. Rang bei der Schweizerischen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft. Sein Training, oft online, lässt sich sogar im Bett absolvieren; ein Vorteil, den keine andere Sportart bietet.
Besonders beeindruckte an diesem Abend der 75-jährige Marcel Ritzi: Nach einem Schienbeinbruch und der anschliessenden Heilungsphase trainierte er zu Hause weiter, nicht unbedingt zum Gefallen seines Arztes. Aber er erreichte sein Ziel: Bei den Schweizer Meisterschaften seiner Altersklasse siegte er sowohl im Hochsprung als auch im Kugelstossen. Mit einem Augenzwinkern meinte er: «Es ist wie beim Wein: Je älter, desto besser.»
Auch Seglerinnen und Segler standen auf der Bühne. Marc Bornand und Sandra Schaer vom Yachtclub Au gewannen die internationalen Yingling-Schweizer-Meisterschaften. Dabei betonten sie, dass neben den passenden Wetterverhältnissen auch starke Bauchmuskeln wichtig für ihren Sport sind, um Boot und Segel optimal zu steuern.

Fussballerinnen des FC Wädenswil Frauen 1

Die Fussballerinnen des FC Wädenswil Frauen 1 standen diesmal als eigener Block auf der Bühne. Die Mannschaft ist in die Nationalliga B aufgestiegen. Mit dabei die Geschwister Lillo, Mia und Romy Geiger, die zu den Stammspielerinnen zählen. Mia erzählte, dass es zu Hause auch mal Diskussionen gebe, wenn sie etwas weniger ehrgeizig sei als ihre Schwestern – ihr Vater Christian Geiger ist schliesslich gleichzeitig Trainer der Mannschaft. Trotz Angeboten von Grossclubs haben Mia und Romy im Verein bleiben wollen. Geiger begrüsst diese Entscheidung und betonte: «Bei uns steht der Mensch im Vordergrund, nicht nur das Ergebnis. Das zeichnet uns aus.»
Die Spielerinnen berichteten, dass die Umstellung auf das höhere Niveau Herausforderungen mit sich brachte, insbesondere in der Defensive. Trainer und Spielerinnen zeigten sich jedoch zufrieden mit dem Aufstieg und der erreichten Platzierung. Anders als in der Nati A werde bei ihnen nicht nachgekauft, sondern auf Nachwuchs und Teamgeist gesetzt.

Unterhaltung durch Marcel Hunziker

Zwischen den Blöcken wurden die Gäste mit leckeren Cremeschnitten, Kaffee oder einem Glas Wein verwöhnt. Und ein Zauberkünstler sorgte für kurzweilige Unterhaltung: Der junge Aargauer Marcel Hunziker unterhielt das Publikum bestens. Schon zu Beginn erklärte er: «Ich bin kein typischer Zauberer. Wenn Sie jetzt an Las Vegas oder David Copperfield und seinen Rolls Royce denken, muss ich Sie enttäuschen: Ich bin mit einem Skoda Octavia aus Spreitenbach zu Ihnen gekommen.» Damit gewann er sofort die Sympathien der Gäste.
Anders als bei grossen Bühnenshows zersägte er keine Jungfrauen und liess keine Tische schweben, sondern bezog das Publikum mit ein und zeigte verblüffende, charmante Zauberkunststücke. In einem kurzen Interview nach der Veranstaltung verriet er, dass er ein wenig nervös war, da er auf so einer Bühne sonst nicht auftritt. Vor allem wird er für private Feiern gebucht, besonders für runde Geburtstage.

Funktionär des Jahres 2025

Zum Abschluss wurde Erwin «Buddy» Walder von Stadtpräsident Philipp Kutter als Funktionär des Jahres 2025 geehrt. Seit 33 Jahren ist Walder eine zentrale Persönlichkeit im Turnverband und engagiert sich ehrenamtlich im Männerturnverein Wädenswil. 15 Jahre war er Leiter und hat zahlreiche Nachwuchsleiter im Schweizer Turnverband ausgebildet. Für sein langjähriges Engagement erhielt er einen verdienten, herzlichen Applaus.

Regula Späni, die wie gewohnt professionell und sympathisch durch den Abend führte, erhielt als Dankeschön einen grossen Blumenstrauss. Damit endete der offizielle Teil der Sportlerehrung 2026 – viele Besucherinnen und Besucher blieben noch länger zum gemütlichen Austausch.

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