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Was die Au bewegt

Am 28. Oktober lud der Quartierverein Au zum Informationsabend und Austausch mit der Stadtregierung.

Text & Bilder: Stefan Baumgartner

Nach der Begrüssung durch Quartiervereinspräsidentin Nadine Putscher standen nebst Stapi Philipp Kutter die Stadträtin Alexia Bischof (Schule und Jugend), der Stadtrat Finanzen, Walter Münch, und natürlich der Stadtrat Planen und Bauen, Heini Hauser, den Örtlern Red und Antwort. Besonders Heini Hauser war in den vergangenen Jahren Stammgast an diesem Anlass, beschäftigte die Einwohner der Au doch immer wieder, was und wo in ihrem Ortsteil gebaut wird. So richtete sich eine Frage an den Stadtrat, wieso immer wieder grüne Wiesen überbaut werden und so immer mehr Wiesen versiegelt würden. Heini Hauser, der dieses Jahr zum letzten Mal auf jener Seite des Rednerpultes Platz nahm (aber nicht ausschloss künftig das «eine oder andere Mal» an diesem Anlass teilzunehmen), konnte nur mitteilen, dass alle Bauprojekte zonengerecht geplant würden und die Stadt daher keinen Einfluss nehmen könne. Auch stadteigene Projekte, wie das Turnhallenprovisorium, entsprächen der regelkonformen Zone, das Provisorium werde aber bekanntlich wieder rückgebaut, wenn die Turnhallen der Kantonsschule im AuPark sowie im Primarschulhaus Ort (dieses Projekt kommt erst noch vor den Gemeinderat und im Anschluss vors Volk) gebaut seien. Heini Hauser konnte aber versichern, dass mit der neuen Bau- und Zonenordnung, die bis spätestens 2023 unter Dach und Fach sein sollte, kein weiteres eingezontes Landwirtschaftsland umgezont werde, zudem sei ein Grüngürtel vom Steinacher bis zum Ausee geplant. Stapi Kutter gab weitere Hinweise zum Zeitplan. Heini Hauser konnte auch gleich die Daten für die nächsten Informationsabende für die Bevölkerung zur neuen Bau- und Zonenordnung geben: am 6.4. und 12.4.2022 wird die Stadt wieder über den aktuellen Stand informieren.

Einige Anwohner machten sich auch Sorgen um den Mehrverkehr, der entstehen wird, wenn die fünf Mehrfamilienhäuser an der Alten Landstrasse fertig gebaut sind; zudem halten sie das letzte steile Stück der Unterortstrasse hin zur Steinacherstrasse schlicht für gefährlich.

Was passiert mit dem Schwimmbecken?

Gespannt waren die Örtler auch auf die stadträtlichen Ausführungen zum Schulhaus Ort und auch zum Lehrschwimmbecken Steinacher. Stadtrat Walter Münch erinnerte, dass in den letzten Jahren im Ortsteil Au rund 30 Millionen Franken in Schulbauten investiert wurden, was er aber auch richtig finde, da hier viel gebaut werde. Das Projekt zur Erweiterung der Schulanlage Ort, ein 23-Millionen-Franken-Bauprojekt, sei im Stadtrat verabschiedet worden, ist im November Thema im Gemeinderat und wird im Februar 2022 den Stimmbürgern vorgelegt, sodass Ende 2023 die Bagger auffahren können.

Im Nachgang zur gemeinderätlichen Budgetrückweisung im Dezember 2020 entstanden Gerüchte, dass das Lehrschwimmbecken im Steinacher stillgelegt würde. Tatsächlich bestätigte Walter Münch, dass der Stadtrat zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 angehalten wurde «jeden Stein zu kehren, auch solche, bei denen man sich das vorher nicht getraut habe» – und einer dieser Steine sei das Lehrschwimmbecken, wo nächstens 2,3 Millionen Franken in die Garderoben und die Gebäudesubstanz investiert werden müssten. Daher erlaubte sich der Stadtrat die Frage «Wann machen wir das?», und so wurden diese Investitio-nen zurückgestellt ins Jahr 2023. Parallel dazu habe die Schule den Auftrag erhalten, ihren Bedarf zu beschreiben.
Alexia Bischof, Stadträtin Schule und Jugend, erklärte, dass die Schule verschiedene Leistungsüberprüfungen als Auftrag erhalten habe, eine davon betreffe das Lehrschwimmbecken in der Au. Es sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die die Bedürfnisse der Schule zusammengetragen hat. Doch deren Arbeit sei noch nicht abgeschlossen und müsse noch vertieft werden, da Wädenswil im kantonalen Steuerausgleich eine Nehmergemeinde sei und der Kanton verschiedene schulische Vorgaben gebe, was zum Beispiel auch die Anzahl Schulstunden im Sport und Schwimmunterricht beträfe. So würden in Wädenswil tendenziell eher zu viel Schwimmstunden abgehalten – was sie persönlich zwar begrüsse, aber beim Kanton niemanden interessiere. So werden weiter ausgewertet, auch das Bevölkerungswachstum werde analysiert und entsprechend nachgetragen. Diese Berechnungen gehen bis ins Jahr 2034/2035. Bis Ende November würden weitere Resultate feststehen, auch etwa, was Schülertransporte von der Au ins Schwimmbad Untermosen kosten würden. Erst dann würden Schulpflege und Stadtrat weiter entscheiden. Insofern riet sie den Örtlern, Ruhe zu bewahren und versprach, die beste Lösung zu finden.

Ein Besucher warf dazu ein, man höre immer nur von den Kosten, und riet, dass man die Schule als Ganzes ansehen müsse. Die Schule müsse immer mehr leisten, müsse immer mehr Aufgaben der Gesellschaft übernehmen. Ein weiteres, flammendes Plädoyer erinnerte an den langen Werdegang des Lehrschwimmbeckens und endete mit der kernigen Aussage, man solle nicht nur an den Kostendeckungsgrad, sondern auch an die immateriellen Werte denken.
Nach letzten Fragen und Informationen, etwa zu Buswartehäuschen und deren Beschriftung (die bekannt rot-gelben Häuschen werden durch modernere Ausführungen abgelöst), begaben sich die Örtler einen Stock tiefer zum Apéro und vertieften dort das Gehörte.

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