Aktuell Wädenswil

Der AuPark nimmt Formen an

Mitte November informierte die Intershop-Gruppe als Bauherrin über die weiteren Schritte der Arealentwicklung auf dem ehemaligen Standard-/Alcatel-Areal. Auf dem Gelände entstehen – nebst der Kantonsschule – 231 Wohnungen.

Text & Bild: Stefan Baumgartner, Visualisierungen: zvg

Kurzer Rückblick: Vor etwas mehr als einem Jahr sagte das Wädenswiler Stimmvolk an der Urne «Ja» zum Privaten Gestaltungsplan AuPark und gab so grünes Licht für die Umnutzung des Areals. Im Juli 2020 erhielt der Gestaltungsplan dann Rechtskraft, und nun wurde also das Baugesuch eingereicht.
Intershop hat entschieden, die fünf geplanten Gebäude mit drei verschiedenen Architekturbüros sowie einem Landschaftsarchitekten zu realisieren. Diese legen ihren Fokus auf unterschiedliche Wohnformen und -konzepte. Der AuPark wird nach Aussagen der Bauherrschaft ein vielseitiges Wohnangebot umfassen, das sich gleichermassen durch einen urbanen, familiären und naturnahen Charakter auszeichnen soll. Eingebettet in die wunderschöne Landschaft nahe der Halbinsel Au wird dem Thema Aussicht ein besonderes Augenmerk gewidmet, so dass alle Wohnungen unabhängig von der Lage auf dem Areal einzigartige Ausblicke geniessen werden. Insgesamt entstehen 231 Wohnungen mit 2½ bis 6½ Zimmern. Verschiedene Grundrisse von traditionell bis hin zu innovativ sollen dafür sorgen, dass der AuPark für Personen aller Generationen attraktiv ist, mit einer guten Durchmischung. Als Besonderheit plant Intershop auch Wohnungen mit Gartenanteil, ausserdem die Realisierung von weiteren Familiengärten, die entweder dazugemietet oder -gekauft werden können. Miteingerechnet auf dem Areal ist auch ein festgelegter Anteil «bezahlbares Wohnen» – 54 Wohnungen sollen dafür zur Verfügung stehen. Dazu laufen Gespräche mit einer Genossenschaft. Parallel behält sich Intershop auch vor, diese Wohnungen selbst nach genossenschaftlichen Regeln zu betreiben. Ob die Wohnungen, die nicht zum «bezahlbaren Wohnen» gehören, vermietet oder verkauft werden, steht laut Christian Baldinger, Leiter Bau und Entwicklung der Intershop Holding AG, noch nicht fest.
Das heutige Industrieareal soll in den nächsten Jahren zu einem lebendigen und vielseitigen Quartierzentrum mit Wohnungen, Einkaufsläden, Gastronomie, Park und Kantonsschule werden und so eine Zentrumsfunktion erfüllen, die sich die Au schon lange wünscht. Der so genannte Au-Platz zur Seestrasse hin wird zum verbindenden Element zwischen den Wohngebäuden, dem Gewerbe und der Quartierversorgung, bis hin zur Kantonsschule. Herzstück ist der in der Mitte des Areals gelegene, zwei Fussballfelder grosse Au-Park.

Quartierversorgung

Besonderes Augenmerk wird auf die Quartierversorgung und ergänzende Gewerbeflächen gelegt. Der AuPark soll so auch Treffpunkt und Alltagsort für die ganze Bevölkerung der Au sein. Das Gewerbe ist direkt von der Seestrasse her zugänglich, vorgesehen sind Einkaufsläden für den täglichen Bedarf sowie weitere lokale und regionale Fachgeschäfte. «Mit zwei, drei Anbietern des täglichen Bedarfs sind wir im Gespräch», verrät Christian Baldinger. Ebenfalls entstehen im AuPark ein Kindergarten und ein Gemeinschaftsraum.
In Sachen Nachhaltigkeit setzt der AuPark auf den Standard für nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS-Label), während man in der Energieversorgung Erdsonden mit Wärmepumpe oder Seewassernutzung mit Wärmepumpe einsetzen wird. Die Seewassernutzung ist ein geplantes Projekt der Stadt Wädenswil, das derzeit von der Abteilung Werke entwickelt wird (siehe Kasten).

Etappenweise Realisierung bis 2028

Im Herbst 2021 beginnt der Rückbau im Innern, im Winter 2021/2022 fallen die Gebäude, so dass im Frühling 2022 mit der ersten Bauetappe gestartet werden kann. Das erste Gebäude soll gemäss aktueller Planung im Winter 2024/2025 bezugsbereit sein, die weitere Bebauung des Areals ist anschliessend etappenweise geplant und hängt auch von der Nachfrageentwicklung ab. Bis Herbst 2028 soll der gesamte AuPark fertiggestellt werden.

Kantonsschule mit eigener Planung

Der private Gestaltungplan AuPark wurde im Sommer 2020 rechtskräftig. Nach Erfüllung dieser Voraussetzung und nach dem Rückbau der Gebäude wird die Parzelle für die Kantonsschule an den Kanton übergehen. Für den Bau der Kantonsschule geht dieser nach einem eigenen planungsrechtlichen Prozess vor. Dieser läuft grundsätzlich unabhängig von der Bebauung des restlichen Areals. Planerische und logistische Synergien werden jedoch genutzt. Insbesondere kann die geplante Tiefgarage später auch von der Kantonsschule mitgenutzt werden. Die Kantonsschule und das Gewerbe im AuPark sind über den AuPlatz oberhalb der Seestrasse direkt miteinander verbunden. 

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