Aktuell Richterswil

Pannenstreifenumnutzung

Das massive Verkehrsaufkommen sorgt täglich für stockenden Verkehr und Stau auf der A3 sowie den Ausfahrtsstrassen in Richterswil und Wädenswil. Ab 2027 soll diese Strecke zeitweilig sechsspurig geführt werden.

Text und Foto: Reni Bircher

Das ASTRA (Bundesamt für Strassen) hat grosse Pläne für besagten Streckenabschnitt: etwa umfassende Instandsetzungsarbeiten bzw. Verstärkungen an Brücken und Unterführungen – die Sandrain-
überführung wird ersetzt –, Tunnel, Entwässerungsanlagen, Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen (BSA) sowie erweiterte Lärmschutzwände sind geplant. Die Fahrbahnen werden erneuert und erhalten einen lärmarmen Deckbelag. Die ASTRA erfüllt damit auch die Anpassungen an heute geltende Gesetze, Normen und Richtlinien.

Im Rahmen dieses Projektes werden auch die Voraussetzungen geschaffen für die temporäre Umnutzung von Pannenstreifen (PUN) zwischen den Anschlüssen Richterswil und Wädenswil in Spitzenzeiten. Dafür müssen unter anderem sogenannte Signalportale, also Stahlgerüste über den Autobahnfahrspuren, erstellt werden, an denen die entsprechenden Signale montiert werden. Berechnet sind derzeit 19 solcher Portale auf der etwa zehn Kilometer langen Strecke. Die Fahrstreifenlichtsignale zeigen an, ob der Pannenstreifen zur Fahrt freigegeben ist und welche Tempolimite herrscht.

Kameras prüfen Verkehr
An Videomasten (alle 250 Meter) und Signalportalen werden Kameras installiert. Sie dienen dazu, die Pannenstreifen freizugeben: In der Verkehrs-Leitstelle wird mithilfe von diesen Kamerabildern überprüft, ob der Pannenstreifen effektiv frei und nicht von einem Pannenfahrzeug blockiert ist. Erst wenn das der Fall ist, kann dieser als Fahrspur freigeschaltet werden.

Der Streckenabschnitt zwischen Richterswil und Wädenswil ist besonders durch den Verkehr belastet, weil hier die Verkehrsströme aus der Richtung Chur und Zürich mit denjenigen von Hirzel bzw. Zug und Luzern zusammentreffen. Dies hat wiederum starke Auswirkungen auf die Ausfahrtsstrassen, wo es trotz Kreisverkehr täglich zu Rückstaus kommt. Dort werden ebenfalls bauliche Massnahmen getroffen, etwa die Änderung von Kreisel zu einer Kreuzung mit Lichtsignalen (Neubüel Wädenswil), neuen Fussgängerquerungen bzw. -unterführungen und dem Bau eines Bypasses (direkte Spur auf die Autobahn, nicht via Kreisel) in Richterswil.

Zukunftspläne für den Autobahnzubringer in der Obermatt. (Grafik: ASTRA, Abt. Strasseninfrastruktur Ost)

Zeitplan und Kosten

Laut dem Kommunikationsbeauftragten von ASTRA, Stefan Hauser, startet das Grossprojekt mit den Vorarbeiten im Jahr 2024, die Hauptarbeiten im Folgejahr. Die Planung der Bauarbeiten hat das Ziel, den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Ein- und Ausfahrtsrampen von Wädenswil, Richterswil und Wollerau sowie der Raststätte Herrlisberg können grundsätzlich während der gesamten Bauzeit genutzt werden. Sperrungen von Spuren werden nach Möglichkeit nur nachts und zu verkehrsarmen Zeiten durchgeführt. Die Instandsetzung und Verkehrsoptimierung dürfte 2027 abgeschlossen werden und Gesamtkosten von rund 225 Millionen Franken verursachen.

Video zur Erklärung der Pannenstreifenumnutzung: www.youtube.com/watch?v=nAwKv3UxghA