Aktuell Wädenswil

Demo gegen Tierversuche auf dem Seeplatz

Animal Rights

Die Tierschutzorganisation «Animal Rights» hatte am Freitag, 18. Oktober, eine Demonstration gegen Tierversuche organisiert. Gegen 100 Personen folgten dem Spontanaufruf.

Es waren verstörende Bilder, welche die SRF-Sendung Kassensturz am 15. Oktober zeigte: Hunde liegen in kargen Zwingern in ihrem eigenen Blut. Sie sind im Todeskampf sich selbst überlassen. Ohne Betreuung. Beagles, denen für Versuche im Auftrag der Wädenswiler Biotechfirma Inthera eine hohe Dosis einer Substanz verabreicht wurde. Nun verbluten sie und sterben qualvoll. Die Entrüstung über die gezeigten Bilder war gross, alle Medien griffen den Beitrag auf.

Inthera wird von der Gründerorganisation «grow» begleitet, arbeitete auch im Auftragsverhältnis mit der ZHAW zusammen (siehe Kasten unten).

An der ruhigen Kundgebung auf dem Seeplatz sprachen Pablo Labhardt, Geschäftsleiter von Animal Rights Switzerland, sowie Silvia Frey, Geschäftsleiterin von Animalfree Research zu den Demonstrierenden. Frey forderte, dass Tierversuche gestoppt werden und dass Alternativmethoden gefördert werden. Pablo Labhardt erinnerte nochmals an die schrecklichen Bilder. «Kein Hund und kein anderes Tier  will für Inthera sterben», rief er der Menge zu. Und richtete sich auch direkt an die Wädenswiler Firma: «Machen Sie nicht weiter wie bisher!» Und an deren Partner richtete er die Forderung, ihre Verantwortung gegenüber dem Tieren wahrzunehmen. Auch für Stadtpräsidenten Kutter hatte Labhardt eine Botschaft: «Wädenswil liegt ihnen am Herzen. Sorgen sie dafür, dass es nicht zum Synonym für Tierquälerei wird!»  (stb)

Stellungnahmen von ZHAW und grow

ZHAW beendet

Zusammenarbeit mit Inthera Bioscience AG
Aufgrund durch die Medien bekannt gewordener Tierversuche im Auftrag der Inthera Bioscience AG hat die ZHAW beschlossen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Diese betraf rein analytische Laborarbeiten und beinhaltete keine Tierversuche.

Am 15. Oktober 2019 strahlte die Sendung SRF «Kassensturz» einen Beitrag über Tierversuche in Deutschland aus. In diesem Zusammenhang wurde auch die Firma Inthera Bioscience AG als einer der Auftraggeber erwähnt. Von den Tierversuchen hatte die ZHAW zu keinem Zeitpunkt Kenntnis. Diese Art von Tierversuchen, welche SRF thematisierte, sind inakzeptabel und lehnt die ZHAW kategorisch ab. Sie entsprechen nicht den ethischen Grundsätzen und Richtlinien des schweizerischen Tierschutzgesetzes. Aus diesem Grund hat die ZHAW beschlossen, die Zusammenarbeit mit der Inthera Bio­science AG mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Diese betraf rein analytische Laborarbeiten der ZHAW wie die Herstellung rekombinanter Proteine und beinhaltete keine Tierversuche. (zhaw)

«grow» zu den Medienberichten
«grow» hat über die Medien von unakzeptablen Vorgehensweisen eines Tierversuchslabors in Deutschland erfahren. Diese deutsche Firma führt für Kunden Tierversuche durch. Bei der Entwicklung neuer Medikamente sind Tierversuche von den Behörden vorgeschrieben, bevor ein erster Test an Menschen erlaubt ist. Leider sind Tierversuche, trotz grosser Anstrengungen alternative Testverfahren zu entwickeln, noch nicht vermeidbar bei der Entwicklung lebenswichtiger Medikamente. Jedoch sollten Tierversuche immer so durchgeführt werden, dass die Tiere maximal geschützt werden. Das war bei der angeschuldigten Firma in Deutschland offenbar nicht der Fall. «grow» verurteilt und distanziert sich in aller Form von den unethischen Praktiken.

Die «grow»-Firma Inthera Bioscience wurde als einer der Auftraggeber der umstrittenen Tierversuchsfirma identifiziert. Obwohl «grow» nicht in die firmeninterne Planung und Suche der «grow»-Firmen nach Partnern involviert ist, werden wir die entstandene Situation seriös analysieren und, falls notwendig, Schritte unternehmen, um derartige Probleme künftig vorzubeugen. Wir erwarten von allen von «grow» unterstützten Firmen, dass sie professionell und ethisch korrekt vorgehen. Wir gehen momentan davon aus, dass auch Inthera Bioscience nicht über diese Versuchsumständen informiert war und die Verantwortung ausschliesslich bei der deutschen Versuchsfirma liegt.

Zurzeit sammeln wir weitere Informationen. Sollte sich zeigen, dass Inthera Bioscience sich schuldig gemacht hat, werden wir weitere Schritte prüfen. Zudem werden wir versuchen, solche äusserst unerfreuliche und inakzeptable Vorgehensweisen bei von grow-Firmen beauftragten Partnern zu verhindern. (grow)