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Eisbahn vor Saisonstart

Nach einjährigem Unterbruch ist es am 9. November 2019 wieder soweit: Die Eisbahn öffnet das Törchen an der Bande und lädt ein zum Hockeyspielen und Eistanzen!

Der Wädenswiler Anzeiger im Gespräch mit Christian Kobel, neuer Präsident des Vereins Eisbahn Wädi.

Wädenswil Anzeiger: Der Verein Eisbahn Wädi hat vom Stadtrat den Zuschlag für den Betrieb der Eisbahn auf dem Seeplatz bekommen. Der Betrieb startet im November. Wie ist der Verein nun aufgestellt?
Christian Kobel: Der Vorstand hat mit mir, Riccardo Blaser und Emanuel Köppel drei neue Mitglieder, die sich stark engagieren. Riccardo ist für den Aufbau und die Einrichtung des neuen Rondodroms zuständig. Emanuel stellt zusammen mit dem bestehenden und seit vielen Jahren für die Eisbahn tätige Vorstandsmitglied Yvonne Kovacevic das Team für den Betrieb zusammen. Wir sind froh, dass Hans Hauser weiterhin den Aufbau organisiert. Zudem ist Didier Kernwein für die IT zuständig, Béatrice Kernwein ist Aktuarin und leitet den Eiskunstlauf. Denise Wetzel organisiert die Bandenwerbung und Michael Schumacher erfüllt diverse Arbeiten. Schliesslich haben wir auch Helfer, die nicht im Vorstand sind wie Henry Zweifel, der sich für die Elektroinstallationen sowie Sarah Köppel und Annette Egli, die sich für die Kommunikation, Social Media und administrative Arbeiten einsetzen. Wir sind ein kleiner Betrieb!

Verschiedentlich war von veralteter Infrastruktur zu hören. Was ist im technischen Bereich neu auf oder unter der Eisbahn?
Die spannendste Neuheit ist ein Rondodrom, eine PET-Halbkugel mit 10 Metern Durchmesser. Darin befindet sich die Kasse, ein Kiosk mit Getränken, Kaffee und einfachen Verpflegungsmöglichkeiten (Sandwich, Hot Dog) sowie Tische und Stühle im Innen- und Aussenbereich. 

Eine weitere wichtige, jedoch nicht sichtbare Erneuerung ist die Verteilung des Kältemittels unter der Eisbahn-Eisfläche. Wir werden das alte System, welches auf Plastikschläuchen basiert durch ein neues faltbares System aus Aluminiumröhrchen ersetzen. In erster Linie wird dadurch die Anfälligkeit auf Leck und damit das Risiko auf einen Betriebsstillstand reduziert, zusätzlich sparen wir 20% Energie, da die Kälteübertragung bei Aluminium besser ist. Auch verwenden wir ein neues Kältemittel, Propylen-Glykol, das völlig ungiftig und umweltverträglich ist, falls es doch zu einem Leck kommen sollte. 

Schliesslich werden wir diverse kleinere Investition tätigen, wie zum Beispiel die Anschaffung von neuen LED-Scheinwerfern und die Erneuerung von Komponenten des Unterhaltungssystems (Musikanlage, Discobeleuchtung).  

Immer wieder liest man auch von den Erschwernissen mit dem Bahnübergang auf den Seeplatz. Wie ging der Verein Eisbahn Wädi dieses Problem an?
Wir müssen immer noch den Transport über die Geleise organisieren. Dies wird jedoch einfacher zu arrangieren sein als früher, da wir nur noch zwei Container, die Kältemaschine und Kälteverteilung (Chiller) sowie die Scheinwerfer (Kandelaber) transportieren müssen. Das Rondodrom und die restlichen Bestandteile werden wir unter der Unterführung auf den Seeplatz befördern. Die Transporte über die Geleise dürfen nur in der Nacht durchgeführt werden und müssen von einem speziell ausgebildeten Fachmann geleitet werden. Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in welcher die Verantwortung für den temporären Bahnübergang von der Stadt an die SBB übertragen wird. Leider konnten mir beide Seiten nicht weiterhelfen. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit der Unterstützung des Chilbivereins und Verkehrsvereins Wädenswil eine Lösung für den Bahnübergang gefunden habe. Der Transport wird von Chauffeuren der Urs Huber AG durchgeführt. 

Personal, vor allem auch freiwillige Helfer waren schon immer gesucht für Aufbau und Betrieb. Wie hat sich hier die Situation entwickelt?
Es wird sehr viel Freiwilligenarbeit geleistet. Wir erhalten ausschliesslich positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung für unser Engagement, welche uns sehr motivieren. Seit dem Stadtratsentscheid von Ende Juli, konnten wir dank intensiver Kommunikation die Anzahl Mitglieder von 53 auf 90 erhöhen (ohne Vorstandsmitglieder). Wir werden weiter daran arbeiten und sind überzeugt, dass der Verein Eisbahn noch von vielen Neumitgliedern in der Region mit einem Jahresbeitrag von CHF 50 unterstützt wird. Es sind auch viele Unternehmungen in Wädenswil bereit zu helfen, indem sie für ihre Arbeit keine oder reduzierte Rechnungen stellen oder uns kostenlos Arbeitskräfte für den Aufbau der Eisbahn zur Verfügung stellen. 

Im Moment haben wir noch nicht genügend Helfer, es fehlen noch für den Aufbau. An folgenden Tagen sind wir über freiwillige, helfende Kräfte sehr froh: am Donnerstag, 31.10., benötigen wir für 4 Stunden Handwerker für anspruchsvolle Holzarbeiten und am Samstag, 2.11., starke Männer und Frauen, die uns für 4 Stunden beim Aufstellen der schweren Banden helfen. 

Mit dem Hotel Engel konnte ein Hauptsponsor gewonnen werden. Der «Engel» betreibt im Sommer ein Bistro auf dem Seeplatz. Wird dieses nun ganzjährig offen sein? Oder wie darf man sich das Gastro-Angebot der Eisbahn vorstellen?
Das Hotel Engel wird neben dem Seeplatzhäuschen eine Beiz aufstellen mit eigenem Ambiente, aber enger Verbundenheit mit der Eisbahn. Die Nähe zum Seeplatzrestaurant erlaubt die Benutzung der bestehenden Infrastruktur, die erst im letzten Jahr mit grossem Aufwand erneuert worden ist. Das Angebot und das Interieur werden einem Fondue- und Raclette-Stübli nachempfunden sein und den Gästen ein winterliches, geselliges Ambiente bieten. Das Winterrestaurant des Hotels Engel wird unseren Eisbahnbesuchern und allen anderen Gästen während der Woche, abends und an den Wochenenden für ein gemütliches Beisammensein nach dem Eislaufen zur Verfügung stehen. 

Wir arbeiten eng mit dem Engel zusammen, um attraktive Angebote für Privat- und Firmenanlässe anbieten zu können, welche sich zuerst auf der Eisbahn vergnügen und danach im Winterrestaurant oder auch im Hotel Engel dinieren möchten. Wir freuen uns sehr über Anfragen für das «ice and dine» und nehmen diese gerne auf folgender Nummer: 043 477 91 51 und events@eisbahnwaedi.ch entgegen.

Saisonstart ist am 9.11., am 16.11. wird die Eröffnung gefeiert. Was erwartet die Besucher an diesem Tag?
Richtig. Den Betrieb werden wir bereits am 9. November aufnehmen. Aus verschiedenen terminlichen Gründen haben wir uns entschieden, die Feier auf den 16.11. zu legen. An diesem Tag wird es ab 14.00 Uhr eine Begrüssung durch den Stadtpräsidenten Philipp Kutter geben, auch habe ich bereits Zusagen von weiteren Mitgliedern des Stadtrates Wädenswil erhalten. Wir wollen an diesem Tag die Besucher unterhalten und zeigen, was wir alles als Freizeitangebot auf der Eisbahn anbieten. Die detaillierten Vorbereitungen sind am Laufen. Der Eintritt ist an diesem Tag für alle frei.   

Nebst dem Eislauf – was bietet der Verein und seine Partner weiter an?
Die Eisbahn kann von Dienstag bis Sonntag von 13.00 bis 17.30 Uhr von der Öffentlichkeit zum Eislauf benutzt werden. Von 15.30 bis 16.30 Uhr darf auf einem Teil der Eisfläche Eishockey gespielt werden und am Sonntag von 18.00–19.00 Uhr auf der ganzen Fläche. Die Schulen mieten die Eisbahn von Montag bis Freitag, jeweils am Morgen.  Zu den restlichen Zeiten vermieten wir die Eisbahn. Unsere wichtigsten Mieter sind die Eiskunstlauf-Kurse von Béatrice Kernwein (eiskunstlauf@eisbahnwaedi.ch), die in Zusammenarbeit mit Spiel auf Eis stattfinden  und die Eishockeyschule von Luigi Koch (eishockey@eisbahnwaedi.ch). Die Details über Kurse und Anmeldemöglichkeiten sind auf unserer Website (www.eisbahnwaedi.ch) angegeben. 

Schliesslich kann die Eisbahn von Privatpersonen am Abend für Eislauf, Hockey spielen und Eisstockschiessen gemietet werden. Wir arbeiten an einem Online-Tool, mit welchem die freien Zeiten geprüft und direkt gebucht werden können. Wir unterstützen Private und Firmen bei der Organisation von Anlässen, bei welchen die Eisbahn alleine oder in Kombination mit einem kulinarischen Angebot «ice and dine» des Hotel Engel genutzt werden kann (043 477 91 51 / events@eisbahnwaedi.ch).

 

Wie lange dauert die Saison – und welches Fazit wollen Sie danach ziehen?

Die Saison dauert bis Ende Februar. Ich hoffe sehr, dass wir unsere finanziellen Ziele erreichen oder übertreffen. Dies würde uns erleichtern, sich Gedanken zu machen, wie wir den Anteil an freiwillig geleisteter Arbeit reduzieren können. Es gibt sehr viele Leute, die gerne freiwillige Arbeit leisten, aber ich denke, dass eine gewisse Limite erreicht ist. Wir sollten uns vor allem überlegen, die Administration und Teile des Aufbaus abzugelten. Zudem suchen wir nach einer Lösung, gänzlich auf die Überquerung der Geleise zu verzichten.

Wir freuen uns riesig auf unsere eisbahnbegeisterten Gäste, vergnügte Stunden auf dem Eis, winterliche Apéros und gesellige Abende beim köstlichen Fondue und Raclette im Engel-Winterrestaurant.

Das Gespräch führte Stefan Baumgartner