Aktuell Richterswil

Märchenkulissen für einen Abend im Jahr 

Um die 18 000 Besucher bestaunten am Samstag, 10. November, die 44 kunstvollen Sujets, welche von 1100 Teilnehmern durch die Strassen getragen, geschoben und gezogen wurden. Mit viel Liebe und Einfallsreichtum haben Vereine, Schulklassen und Bewohner den Zauber der Lichternacht erneut entfacht.

Was es für sämtliche Beteilige heisst, sich auf die Räbenchilbi vorzubereiten und darauf hinzuarbeiten, das durften unsere Leserinnen und Leser bereits letztes Jahr erfahren (WA 10- und 11-2017). Die Stimmung im Dorf ist an diesem Tag immer eine ganz besondere: geschäftig, aber nicht gehetzt und jeder scheint guter Dinge zu sein. Die Platzkonzerte und Marktstände wurden bereits am Nachmittag gut besucht, das schöne Wetter spielte da bestens mit. Beim Eindunkeln verwandelte dieses Brauchtum den Richterswiler Dorfkern in eine märchenhafte Kulisse, rund 29000 Kilogramm Räben wurden verarbeitet, 50000 Kerzen erhellten diesen Abend. Der Umzug verlief reibungslos, was einerseits dem milden und trockenen Wetter, aber auch der guten Vorbereitung durch den VVRS, der Gemeinde mit Verwaltung und Bauamt, ebenso der Polizei und Feuerwehr in Bezug auf die Sicherheit aller Beteiligten zu verdanken.

Gartenzauber im Hinterhof

Auch dekorieren zahlreiche Anwohner ihre Häuser, Balkone und Gärten abseits der Umzugsroute, wo die Beleuchtung durch Räben vorgeschrieben wird. Eines dieser Besuchermagnete befindet sich zwischen Kirch- und Wiesengrundstrasse im Garten der Familie Zollinger. Seit gut vierzehn Jahren verwandeln sie ihr Zuhause für einen einzigen Abend in ein Lichtermeer. Dafür verarbeiteten sie bisher 500 bis 600 Räben, dieses Jahr allerdings «nur» 450 Stück. Am Mittwoch vor dem grossen Ereignis wird bereits mit dem Vorhöhlen mittels Maschine begonnen, diese Aufgabe hat inzwischen ein Freund des Ehepaares übernommen. Danach werden die weiss-violetten Rüben während anderthalb Tagen fertig ausgehöhlt und schliessendlich am Vorabend des Lichterumzuges geschnitzt. Inzwischen beteiligen sich daran zahlreiche Nachbarn und Freunde, sonst wäre die ganze Arbeit kaum zu schaffen. Die Gestaltung und die Arrangements mit Körben, Blumen, Wurzeln und anderer Objekte obliegt dann Monica Zollinger. Die bereits mehrfache Grossmutter geniesst die vielen Besucher, die in jedem Jahr den Rundgang durch den in warmes Licht getauchten Garten machen und freut über die zahlreichen positiven Rückmeldungen. Im Rückblick meint sie: «Es war diese Jahr doch recht angenehm; wir haben schon bei heftigem Schneegestöber die ganze Arbeit verrichtet». Dann bis zum nächsten Jahr! (rb)