Herbstzeit ist Bücherzeit: Dieses Jahr eröffnete Julia Knapp den Reigen der Veranstaltungen bei der Lesegesellschaft Wädenswil.
Die bekannte Literaturvermittlerin stellte den gut dreissig Anwesenden in der Stadtbibliothek fünfzehn literarische Neuerscheinungen vor und spannte den Bogen dabei sehr weit: Er reichte von der tiefsten australischen Provinz («In Bloom» von Liz Allan), über ein Haus direkt an der deutsch-tschechischen Grenze («Geteiltes Haus» von Alice Horácˇková), weiter zu einem amerikanischen Waschsalon (Herz König von Lily King), von da zu einem niederländischen Metzger, der an der Welt verzweifelt («Ochsenkopf» von Manik Sarkar) bis tief in die Befindlichkeit der Schweizer Bergbewohner hinein («Wenn der Berg kommt» von Anicia Kohler).
So unterschiedlich die Bücher von ihren Schauplätzen und ihrer Erzählweise waren, so ansteckend war die Leidenschaft von Julia Knapp, mit der sie das aufmerksame Publikum zu begeistern vermochte. Sie liess es sich auch nicht nehmen, ab und zu eine Perücke aufzusetzen oder sich ein uraltes Nirvana T-Shirt überzuziehen.
Höhepunkte der Buchpräsentationen waren die Auszüge aus einzelnen Büchern, die Julia Knapp vorlas: Dank ihrem schauspielerischen Talent gelang es ihr jedes Mal, die Zuhörenden sogleich mitten ins Romangeschehen hineinzuziehen. Wie sie im fränkischen Dialekt den Dialog eines älteren Ehepaars vortrug (Tschikago), war bravourös: Die Autorin Alexandra Stahl hatte – in aller Liebe – den eigenen Grosseltern aufs Maul geschaut, und dabei herausgekommen ist ein humoristisches Kabinettstück.
Am Ende standen viele Besucherinnen und Besucher am Bücherstand der Buchhandlung Kafisatz, und die Qual der Wahl war diesmal nicht leicht auszuhalten: So vielstimmig hatten die fünfzehn Novitäten die Grundfragen des Lebens gestellt, so unterschiedlichen Figuren mit erschütternden Schicksalen war man in kurzer Zeit begegnet, so zahlreiche Einladungen hatte man erhalten, die Welt und sich selbst lesend ein bisschen besser zu verstehen!
Wer ihrer Einschätzung nach den diesjährigen Schweizer Buchpreis verdient, das freilich hatte Julia Knapp schon zu Beginn des Abends klar gemacht … (e)
Herbstzeit ist Bücherzeit: Dieses Jahr eröffnete Julia Knapp den Reigen der Veranstaltungen bei der Lesegesellschaft Wädenswil.
Die bekannte Literaturvermittlerin stellte den gut dreissig Anwesenden in der Stadtbibliothek fünfzehn literarische Neuerscheinungen vor und spannte den Bogen dabei sehr weit: Er reichte von der tiefsten australischen Provinz («In Bloom» von Liz Allan), über ein Haus direkt an der deutsch-tschechischen Grenze («Geteiltes Haus» von Alice Horácˇková), weiter zu einem amerikanischen Waschsalon (Herz König von Lily King), von da zu einem niederländischen Metzger, der an der Welt verzweifelt («Ochsenkopf» von Manik Sarkar) bis tief in die Befindlichkeit der Schweizer Bergbewohner hinein («Wenn der Berg kommt» von Anicia Kohler).
So unterschiedlich die Bücher von ihren Schauplätzen und ihrer Erzählweise waren, so ansteckend war die Leidenschaft von Julia Knapp, mit der sie das aufmerksame Publikum zu begeistern vermochte. Sie liess es sich auch nicht nehmen, ab und zu eine Perücke aufzusetzen oder sich ein uraltes Nirvana T-Shirt überzuziehen.
Höhepunkte der Buchpräsentationen waren die Auszüge aus einzelnen Büchern, die Julia Knapp vorlas: Dank ihrem schauspielerischen Talent gelang es ihr jedes Mal, die Zuhörenden sogleich mitten ins Romangeschehen hineinzuziehen. Wie sie im fränkischen Dialekt den Dialog eines älteren Ehepaars vortrug (Tschikago), war bravourös: Die Autorin Alexandra Stahl hatte – in aller Liebe – den eigenen Grosseltern aufs Maul geschaut, und dabei herausgekommen ist ein humoristisches Kabinettstück.
Am Ende standen viele Besucherinnen und Besucher am Bücherstand der Buchhandlung Kafisatz, und die Qual der Wahl war diesmal nicht leicht auszuhalten: So vielstimmig hatten die fünfzehn Novitäten die Grundfragen des Lebens gestellt, so unterschiedlichen Figuren mit erschütternden Schicksalen war man in kurzer Zeit begegnet, so zahlreiche Einladungen hatte man erhalten, die Welt und sich selbst lesend ein bisschen besser zu verstehen!
Wer ihrer Einschätzung nach den diesjährigen Schweizer Buchpreis verdient, das freilich hatte Julia Knapp schon zu Beginn des Abends klar gemacht … (e)