Wädenswil

Sparmassnahmen von Agroscope: Gravierende Folgen für Obst- und Weinbaupraxis

Die von Agroscope angekündigten Sparmassnahmen bauen zentrale Kompetenzen in der Obst- und Weinbauforschung ab. Betroffen sind insbesondere auch die Obstlagerungs- und Weinbereitungsforschung für Deutschschweizer Produktionsbedingungen. Damit verliert die öffentliche Spezialkulturforschung entscheidend an Praxisrelevanz.

Gerade im Obst- und Weinbau bilden Anbau, Lagerung, Weinbereitung (mit oder ohne Alkohol) und Wissenstransfer eine zusammenhängende Innovations- und Wertschöpfungskette. Nur wenn diese Kompetenzen eng zusammenarbeiten, entstehen praxisrelevante Lösungen. Aber das Team für den Deutschschweizer Weinbau wird aufgelöst. Die Obstlagerungsforschung wird gestrichen.

Auswirkungen:

• Die Verbesserung der Wertschöpfungsketten von Produktion bis Kernobstlagerung bzw. Weinbereitung wird unterbrochen.

• Besonders betroffen sind die Forschung und Innovation unter und für Deutschschweizer Produktionsbedingungen.

• Bestehende Kooperationen und kosteneffiziente Synergien zwischen beteiligten Institutionen werden geschwächt oder verunmöglicht.

Handlungsbedarf:

• Erneuerung und Stärkung der Kompetenzen in Obstlagerung und Weinbereitung, in engster Vernetzung mit der Anbauforschung; Sistierung der aktuellen Streichungen.

• Weiterentwicklung der Standortstrategie, damit vorhandene Kompetenzen und Institutionen Synergien kostengünstig nutzen und verstärkt ausschöpfen können.

• Führung eines zeitnahen Dialogs zwischen Agroscope, Praxis und Partnerinstitutionen wie beispielsweise Hoch- und Berufsschule, Fructus, Weinbauzentrum, FoodHub und Standortförderung über Inhalt, Organisation und Mitwirkung bei der Spezialkulturforschung. Davon profitieren alle: die Branchen, die Schweizer Öffentlichkeit und die Region.

«Im Obst- und Weinbau gehören Anbau, Lagerung beziehungsweise Weinbereitung und Wissenstransfer untrennbar zusammen. Werden diese Kompetenzen getrennt oder gestrichen, verliert die Forschung ihre Wirkung für die Praxis», meint Lukas Bertschinger, Präsident der Müller‑Thurgau Stiftung.

Die Müller‑Thurgau Stiftung lädt Agroscope sowie weitere Partner zum zeitnahen Dialog ein, um gemeinsam tragfähige, praxisorientierte und finanzierbare Lösungen für die zukünftige Spezialkulturforschung zu finden.

Die Müller‑Thurgau Stiftung

Als unabhängige und gemeinnützige Stiftung fördert sie die vorwettbewerbliche, praxisnahe Forschung, Innovation und den Wissenstransfer im Bereich der Spezialkulturen. Als nationale Förderstiftung für Praxisforschung setzt sie sich für leistungsfähige Forschungsstrukturen ein, die Innovationen zum Nutzen der Praxis ermöglichen. Sie arbeitet darum eng mit Forschungseinrichtungen, Praxis und Wirtschaft zusammen. (e)

muellerthurgaustiftung.ch

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