Politik Wädenswil

SP-Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen in Wädenswil» eingereicht

Mit dem Vorstoss fordert die Partei, den Anteil an Wohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern – wie Genossenschaften – bis 2050 auf mindestens 15% aller Mietwohnungen in Wädenswil zu erhöhen. Selbstgenutztes Wohneigentum bleibt von dieser Berechnung aus-genommen. Die SP hatte die Initiative Anfang Januar lanciert und 960 Unterschriften gesammelt. Sie begründet das Anliegen mit «stark steigenden Mietpreisen und die wachsende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum». 

Text & Bild: Ernst Brändli

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt des Kantons Zürich ist dramatisch. In den letzten 25 Jahren sind die Mieten um 68 Prozent gestiegen. Immer mehr Wohnungen gehören börsenkotierten Immobilienfirmen. Liegenschaften werden unnötig abgerissen und ersetzt.

Die Folge: Langjährige Mieter und Mieterinnen werden aus ihrem Zuhause, aus ihrem Quartier oder sogar ihrer Gemeinde verdrängt, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können und bezahlbarer Wohnraum verschwindet. Gemeinnützige Wohnungen würden langfristig tragbare Mieten ermöglichen und die soziale Durchmischung fördern.

Ziel der Initiative ist unter anderem, dass der Nachwuchs in der Stadt bleiben kann, dass junge Familien bezahlbare Wohnungen finden und dass für die älteren Einwohner und Einwohnerinnen das Altersheim nicht die einzige Lösung ist. Die weitere Verdrängung der Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, soll eingedämmt werden.

Wädenswil soll eine attraktive Wohn- und Gewerbestadt für die gesamte Bevölkerung sein. Wohnungen nach dem Prinzip der Kostenmiete, wie sie von Baugenossenschaften, der Stadt und anderen gemeinnützigen Trägern angeboten werden, sind deutlich günstiger als vergleichbare Objekte auf dem freien Markt. Deshalb sollen sie gefördert werden, damit Wohnen in Wädenswil für Menschen aller Einkommensstufen erschwinglich bleibt. 

Die Erhaltung einer guten Durchmischung der verschiedenen Bevölkerungsschichten in Wädenswil ist wichtig. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt und trägt entscheidend zu einem lebendigen und solidarischen Gemeinwesen bei.

Laut Gemeinderätin Corinna Martinelli, der Präsidentin des Initiativkomitees, ist das Ziel sehr hochgesteckt, doch soll damit ein markantes Zeichen gesetzt werden.

Bis die Bevölkerung über die Initiative abstimmen kann, dauert es noch eine Weile. Nach der Prüfung der Initiative hat der Stadtrat für die Ausarbeitung einer Abstimmungsvorlage ein Jahr Zeit. Mit einem Gegenvorschlag verlängert sich die Frist auf eineinhalb Jahre.

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