An der Informationsveranstaltung vom Donnerstag, 25. Juni, stellten die Gemeinde und das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) das Sanierungsprojekt für das beliebte Horn vor. Dies wird nicht ohne teils massive Einschränkungen für Vereine, Veranstaltungen und Bevölkerung sein.
Text: Reni Bircher
Zahlreiche Fabriken lagen in den letzten beiden Jahrhunderten am Ufer des Zürichsees und verunreinigten Boden und Wasser mit Abwässern und Rückständen aus der Produktion, eine Kläranlage gab es erst in den 1960er-Jahren. Mit heute schwerwiegenden Folgen.
Auch das schöne Richterswiler Horn war eine solche Produktionsstätte: von 1837–1929 befand sich dort eine Kattun-/Baumwolldruckerei, von 1855–1926 eine Seidenweberei und von 1929–1976 ein Gummiwerk. Bis zum Bau der ARA leiteten diese Fabriken ihre mit Schwermetallen belasteten Abwässer in den See. Der Seegrund des seit den 1990er-Jahren als öffentliche Anlage genutzten Gebiets ist mit Quecksilber, Blei und Arsen belastet und muss nun nach langer Beobachtungs- und Untersuchungszeit unbedingt saniert werden.
Seitlich der Halbinsel müssen rund 12 700 Kubikmeter Seegrund mithilfe einer schwimmenden Plattform abgesaugt werden, weil die Quecksilber- und Bleibelastung um ein Vielfaches zu hoch ist. Wie Andri Brühwiler vom Awel betonte, bestünde für den Menschen keine direkte Gefahr, für die Wasserorganismen (Wasserpflanzen, Schnecken, Muscheln, Fische) jedoch schon. Deshalb hat sich der Kanton entschieden, ab 2029 mit der Abtragung des Seegrunds zu starten.
Einschränkungen möglichst geringhalten
Mit der Absaugung des Seegrundes ist der Prozess längst nicht beendet, denn dieser muss in einer Aufbereitungsanlage an Land gefiltert werden. In dieser werden Muscheln und Kies vom Sediment getrennt und die Schadstoffe abtransportiert. Die Aufbereitungsanlage umfasst Silos von 10–15 Meter Höhe, welche eingehaust werden müssen, um Geruchsemissionen und Lärm zu vermeiden. Für die dafür benötige Fläche von 2000 m2 möchte die Gemeinde die Shedhalle zur Verfügung stellen, um möglichst viel Fläche des Hornes für Bevölkerung und Veranstalter freizuhalten. Die gesamte Sanierung dauert tatsächlich bis 2031, die Seegrundsanierung allerdings nur bis 2030.
Die Shedhalle ist ebenfalls sanierungsbedürftig (Asbest), allein die dringendsten Arbeiten würden 2 Millionen Franken verschlingen. Die Gemeinde plant deshalb einen Ersatzneubau mit besserer Raumaufteilung und einer Fotovoltaikanlage. Durch die Zurverfügungstellung der Shedhalle als Standort für die Aufbereitungsanlage darf die Gemeinde vom Kanton mit einer finanziellen Beteiligung am Neubau der Halle rechnen. Das Neubauprojekt muss noch erarbeitet werden.
Für die Vereine, welche die Shedhalle nutzen, ist der Auszug allerdings zwingend. Den Wassersportvereinen stellt die Gemeinde die Tiefgarage als Lager für Boote und Tauchmaterial zur Verfügung, bestätigte Gemeinderätin Evelyn Meuter. Andri Brühwiler sicherte den Vereinen Einwasserungskorridore und zwei Wochenend-Termine zur Ein- und Auswasserung der Boote zu. Die Umnutzung der Tiefgarage wiederum hat für andere Vereine Konsequenzen.
Während der Chilbi und den Sommerferien werden keine Sanierungsarbeiten durchgeführt.
Kosten, Baustart und Neuerungen
Bereits im Herbst/Winter 2026 muss die Gemeinde diverse Ufermauern sanieren, etwa jene bei der Bootshaab. Im Winter hat die Jugendherberge eine Innensanierung geplant, die Gemeinde wird die Fassade der Liegenschaft sanieren.
Der Seeclub plant den Neubau des Ruderzentrums, dessen Baubeginn voraussichtlich Anfang 2027 startet.
Anfang 2029 startet die Seegrundsanierung, die bis 2030 dauert. Danach startet Rückbau/Neubau der Shedhalle sowie die Landsanierung, welche bis Ende 2031 abgeschlossen sein soll. Die Kosten der Seegrundsanierung werden vom Kanton getragen.
An der Informationsveranstaltung vom Donnerstag, 25. Juni, stellten die Gemeinde und das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) das Sanierungsprojekt für das beliebte Horn vor. Dies wird nicht ohne teils massive Einschränkungen für Vereine, Veranstaltungen und Bevölkerung sein.
Text: Reni Bircher
Zahlreiche Fabriken lagen in den letzten beiden Jahrhunderten am Ufer des Zürichsees und verunreinigten Boden und Wasser mit Abwässern und Rückständen aus der Produktion, eine Kläranlage gab es erst in den 1960er-Jahren. Mit heute schwerwiegenden Folgen.
Auch das schöne Richterswiler Horn war eine solche Produktionsstätte: von 1837–1929 befand sich dort eine Kattun-/Baumwolldruckerei, von 1855–1926 eine Seidenweberei und von 1929–1976 ein Gummiwerk. Bis zum Bau der ARA leiteten diese Fabriken ihre mit Schwermetallen belasteten Abwässer in den See. Der Seegrund des seit den 1990er-Jahren als öffentliche Anlage genutzten Gebiets ist mit Quecksilber, Blei und Arsen belastet und muss nun nach langer Beobachtungs- und Untersuchungszeit unbedingt saniert werden.
Seitlich der Halbinsel müssen rund 12 700 Kubikmeter Seegrund mithilfe einer schwimmenden Plattform abgesaugt werden, weil die Quecksilber- und Bleibelastung um ein Vielfaches zu hoch ist. Wie Andri Brühwiler vom Awel betonte, bestünde für den Menschen keine direkte Gefahr, für die Wasserorganismen (Wasserpflanzen, Schnecken, Muscheln, Fische) jedoch schon. Deshalb hat sich der Kanton entschieden, ab 2029 mit der Abtragung des Seegrunds zu starten.
Einschränkungen möglichst geringhalten
Mit der Absaugung des Seegrundes ist der Prozess längst nicht beendet, denn dieser muss in einer Aufbereitungsanlage an Land gefiltert werden. In dieser werden Muscheln und Kies vom Sediment getrennt und die Schadstoffe abtransportiert. Die Aufbereitungsanlage umfasst Silos von 10–15 Meter Höhe, welche eingehaust werden müssen, um Geruchsemissionen und Lärm zu vermeiden. Für die dafür benötige Fläche von 2000 m2 möchte die Gemeinde die Shedhalle zur Verfügung stellen, um möglichst viel Fläche des Hornes für Bevölkerung und Veranstalter freizuhalten. Die gesamte Sanierung dauert tatsächlich bis 2031, die Seegrundsanierung allerdings nur bis 2030.
Die Shedhalle ist ebenfalls sanierungsbedürftig (Asbest), allein die dringendsten Arbeiten würden 2 Millionen Franken verschlingen. Die Gemeinde plant deshalb einen Ersatzneubau mit besserer Raumaufteilung und einer Fotovoltaikanlage. Durch die Zurverfügungstellung der Shedhalle als Standort für die Aufbereitungsanlage darf die Gemeinde vom Kanton mit einer finanziellen Beteiligung am Neubau der Halle rechnen. Das Neubauprojekt muss noch erarbeitet werden.
Für die Vereine, welche die Shedhalle nutzen, ist der Auszug allerdings zwingend. Den Wassersportvereinen stellt die Gemeinde die Tiefgarage als Lager für Boote und Tauchmaterial zur Verfügung, bestätigte Gemeinderätin Evelyn Meuter. Andri Brühwiler sicherte den Vereinen Einwasserungskorridore und zwei Wochenend-Termine zur Ein- und Auswasserung der Boote zu. Die Umnutzung der Tiefgarage wiederum hat für andere Vereine Konsequenzen.
Während der Chilbi und den Sommerferien werden keine Sanierungsarbeiten durchgeführt.
Kosten, Baustart und Neuerungen
Bereits im Herbst/Winter 2026 muss die Gemeinde diverse Ufermauern sanieren, etwa jene bei der Bootshaab. Im Winter hat die Jugendherberge eine Innensanierung geplant, die Gemeinde wird die Fassade der Liegenschaft sanieren.
Der Seeclub plant den Neubau des Ruderzentrums, dessen Baubeginn voraussichtlich Anfang 2027 startet.
Anfang 2029 startet die Seegrundsanierung, die bis 2030 dauert. Danach startet Rückbau/Neubau der Shedhalle sowie die Landsanierung, welche bis Ende 2031 abgeschlossen sein soll. Die Kosten der Seegrundsanierung werden vom Kanton getragen.