Wädenswil

See-Vibes & Live-Musik: magisches Arx-en-ciel

Am Samstag, 4. Juli 2026, verwandelte das «Arx-en-ciel» den Wädenswiler Seeplatz in eine pulsierende Openair-Oase, getragen von einem tiefen, familiären Miteinander, bei dem sich Musiker, Helfer und Besucher auf Augenhöhe begegneten.

Text: Noemi Lea Hermann
Bilder: Stefan Baumgartner

Die Kulisse des Arx-en-ciel ist einfach stets atemberaubend, mit der Bühne, die nur wenige Meter vom glitzernden Wasser entfernt steht. Auf dem Wädenswiler Openair Arx-en-ciel kamen alle Generationen zusammen, man genoss den musikalischen Fächer der Schweizer Musikszene, der hier präsentiert wurde, machte es sich auf den Bänkchen oder direkt auf der Steinkante am See mit den Füssen im Wasser gemütlich, genoss das Essen der Foodstände und das Wiedersehen und Feiern mit Freunden.
Überall sah man glückliche Gesichter: Kinder, die barfuss am Uferrand spielten, Männer und Frauen, die mit einem kühlen Drink in der Hand zur Musik wippten, und eine eingeschworene Fangemeinde direkt an der Bühnekante, die jeden Beat der Musiker und Musikerinnen in sich hineinsog und dazu lauthals mitsang, tanzte und die Arme in die Luft streckte.
Auch so mancher, der mit dem Zug an der ­Büh­ne vorbei fuhr, schaute gespannt auf die Bühne.

Das diesjährige Programm bot eine sorgfältig kuratierte Reise durch Genres, Emotionen und Klangwelten. Als Journalistin mitten im Geschehen durfte ich miterleben, wie vier grossartige Acts das Publikum im Laufe des Abends regelrecht in ihren Bann zogen.

Lieber Vier: erfrischender Mundart-Auftakt

Den perfekten Start in den Festivalabend legte die Zentralschweizer Band «Lieber Vier» hin. Die Formation hat sich in den letzten Jahren mit ihrem erfrischenden Mundart-Indie-Pop einen echten Namen in der Schweizer Musikszene gemacht. Pünktlich zum Feierabendstart betraten die Musiker die Bühne. Ihr harmonischer, mehrstimmiger Gesang, gepaart mit verspielten Gitarrenriffs, fühlte sich an wie ein musikalischer Kurzurlaub am See. Die Band schaffte es mit ihrer nahbaren, sympathischen Art im Handumdrehen, die ersten Reihen vor der Bühne zu füllen und den Puls des Festivals spürbar anzuheben.

Monica Fusaro: Pure Energie auf der Bühne

Nach dem schwungvollen Pop-Auftakt wurde es spürbar wilder auf der Bühne. Als die charismatische Sängerin Monica Fusaro das Mikrofon in die Hand nahm und ihre kraftvolle Stimme ertönte, strömten die Menschen scharenweise vor die Bühne und innerhalb weniger Sekunden verwandelte sich das Publikum in ein tanzendes, springendes Meer. Fusaro überzeugte mit einer stimmlichen Naturgewalt, die dennoch federleicht wirkte. Die Energie, die sie auf der Bühne ausstrahlte, war elektrisierend und übertrug sich eins zu eins auf die dicht gedrängte Menge vor der Bühne, die voller Freude so manchen Song von ihr mitsang.

The Gardener and the Tree: Eine gewaltige Stimme – pur und ehrlich

Während die Sonne langsam hinter den Hügeln versank und den Himmel in ein spektakuläres Farbspiel aus glühendem Rosa und tiefem Blau tauchte, kam die Indie-Folk Band «The Gardener and the Tree» auf die Bühne. Als Frontmann Manuel Felder ans Mikrofon trat und seine unverkennbare, tief unter die Haut gehende Stimme ertönte, senkte sich eine fast ehrfürchtige Stille über das Ufer. Viele Zuschauer schlossen die Augen, wiegten sich sanft im Takt und genossen die pure Ehrlichkeit seiner Performance. Doch das Tempo der Band zog rasch an, und bei den treibenden Rhythmen ihrer Songs tanzte und grölte das Wädenswiler Publikum lauthals mit.

Willy and the Sheiks: Groove-Feuerwerk

Als fulminanter Schlussakt trat die Band «Willy and the Sheiks» auf. Die Band brachte eine geballte Ladung Groove, Funk und Soul auf die Bühne, die niemanden kalt liess. Mit tighten Bläsersätzen, extrem funky Gitarrenriffs und einer unbändigen Spielfreude bauten sie auf der brodelnden Energie ihrer Vorgänger auf. Und ihre mitreisende Musik verwandelten das Seeufer endgültig in eine brodelnde Open-Air-Disco.

Bis tief in die Nacht hinein wurde gelacht, gefeiert und die laue Sommerluft genossen, während sich die bunten Bühnenlichter und die fernen Uferlichter der gegenüberliegenden Seeseite im dunklen Wasser spiegelten. Und wer noch lange nicht vor hatte aufzuhören zu tanzen, liess sich bis tief in die Nacht von den Beats von DJ Flink mitreisen.

Das «Arx-en-ciel» präsentierte wieder einmal die perfekte Balance aus hochwertigen Schweizer Live-Acts, einem leckerem Streetfood-Angebot und der intimen, familiären Nähe zwischen den Künstlern und dem Publikum, was dieses Festival am See zu einem einzigartigen Sommernachtstraum macht: Ein Abend, der noch lange nachklingen wird.

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