Im Spätsommer 2028 stehen der Volkshausgenossenschaft, Eigentümerin des markanten Baus mitten im Zentrum, zukunftsweisende Veränderungen bevor: Ein Ankermieter zieht aus und der Pachtvertrag mit dem Restaurant-betreiber läuft aus. Grund genug für die Genossenschaft, die Zukunft des Traditionshauses schon jetzt neu zu denken. Eine Projektgruppe soll bis zu einer ausserordentlichen Generalversammlung am 4. November aufzeigen, wohin sich die Genossenschaft und der Begegnungsort Volkshaus bewegen sollen.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
Das Wädenswiler Volkshaus wurde am 18. Mai 1919 eröffnet, als Folge sozialer Spannungen nach dem Ersten Weltkrieg und dem Landesstreik 1918. Seither ist es Versammlungsort und Treffpunkt für die Arbeiterschaft, in neuerer Zeit für alle Gesellschaftsschichten. Und so ist dieses Haus seit über 100 Jahren Begegnungsort – und soll dies auch weiterhin bleiben.
An der diesjährigen ordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft wurden nicht nur die langjährigen Vorstandsmitglieder Willy Rüegg und Walter Affolter verabschiedet, diskutiert wurde auch die ungewisse Zukunft des Hauses. Die Genossenschaftsmitglieder sind eher älteren Semesters, das Haus selbst ist renovationsbedürftig – und was sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Genossenschaft und des Hauses zieht, ist die stete finanzielle Knappheit. Wie erwähnt, endet der Pachtvertrag mit dem «Coriander Leaf» im September 2028 und muss bis dahin verlängert oder neu verhandelt werden. Ebenso zieht die Stiftung Bühl als Mieterin aus. Wohngruppen der Stiftung belegen aktuell die oberen Räume des Hauses. So standen für die Zukunft des Hauses und der Genossenschaft zwei Modelle zur Diskussion: Entweder die Auflösung der Genossenschaft mit Übergabe des Hauses unter Auflagen an eine Institution, die das Haus im Sinne der Genossenschaft weiterführt, oder aber die Transformation der Genossenschaft und des Hauses, die wieder ein lebendiges Begegnungszentrum für alle Menschen, für Kultur und Bildung herbeiführen soll. In jedem Fall soll das Restaurant erhalten bleiben. Die Generalversammlung entschied sich für den herausfordernderen Weg.
Dieser Aufgabe nehmen sich nun der neue Präsident der Genossenschaft, Adrian Schärer, sowie Ruedi Hotz und als externer Berater Aurel Greter an. Gemeinsam mit vier weiteren engagierten Genossenschaftern sehen sie sich als Schicksalsgemeinschaft zur Zukunft des Volkshauses und haben nun Zeit bis zur ausserordentlichen Generalversammlung, ein machbares Projekt auszuarbeiten und zu präsentieren. Ganz klar darf deren Arbeit als Gegenentwurf zur Eingliederung in eine andere Organisation angesehen werden. Dabei soll diese Gruppe nicht der Ideenlieferant für die künftige Ausrichtung sein. Ruedi Hotz sagt klar: «Die 35- bis 40-Jährigen sollen Ideen einbringen», und Adrian Schärer ergänzt: «Wir suchen nicht nur Ideen, wir suchen auch Macherinnen und Macher, die Mut haben und etwas investieren!» So würden künftige Nutzungen breit abgestützt und getragen. Auch Vereine auf der Suche nach Möglichkeiten für ihre Vereinsarbeit sind gefragt und angesprochen – eben ein «Haus für alle». «Die politische Färbung des Hauses soll und wird dabei auch immer sekundärer werden», ist Adrian Schärer überzeugt. Das Projektteam selbst hat auch Ideen, sagt aber klar, dass das, was schliesslich umgesetzt werden könnte, noch nicht in der Pipeline ist.
Damit dieser Prozess der Transformation gelingt, organisiert die Genossenschaft als erstes eine Informationsveranstaltung, anschliessend einen Workshop. So erhoffen sich die Verantwortlichen, Menschen mit Ideen, Visionen und vor allem auch Tatkraft zu finden. «Wir wissen, dass das ein aussergewöhnlicher und nicht erprobter Weg ist, den wir da beschreiten wollen», sagt Adrian Schärer.
Noch ist nicht klar, wohin die Reise geht. Nach dem Willen der Projektgruppe soll das Volkshaus weiterhin ein offener Treffpunkt, ein Kulturort und eine Lieblingsbeiz sein.
Und läuft alles nach Plan, soll das altehrwürdige Haus noch dieses Jahr einen neuen Anstrich im vertrauten Altrosa bekommen!
Informationsveranstaltungen zur Zukunft des Volkshauses
Mittwoch, 8. Juli 2026, 19.30 Uhr, Volkshaus Wädenswil
Zukunftsworkshop Volkshaus Wädenswil
Samstag, 29. August, 09 bis 15 Uhr
Im Spätsommer 2028 stehen der Volkshausgenossenschaft, Eigentümerin des markanten Baus mitten im Zentrum, zukunftsweisende Veränderungen bevor: Ein Ankermieter zieht aus und der Pachtvertrag mit dem Restaurant-betreiber läuft aus. Grund genug für die Genossenschaft, die Zukunft des Traditionshauses schon jetzt neu zu denken. Eine Projektgruppe soll bis zu einer ausserordentlichen Generalversammlung am 4. November aufzeigen, wohin sich die Genossenschaft und der Begegnungsort Volkshaus bewegen sollen.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
Das Wädenswiler Volkshaus wurde am 18. Mai 1919 eröffnet, als Folge sozialer Spannungen nach dem Ersten Weltkrieg und dem Landesstreik 1918. Seither ist es Versammlungsort und Treffpunkt für die Arbeiterschaft, in neuerer Zeit für alle Gesellschaftsschichten. Und so ist dieses Haus seit über 100 Jahren Begegnungsort – und soll dies auch weiterhin bleiben.
An der diesjährigen ordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft wurden nicht nur die langjährigen Vorstandsmitglieder Willy Rüegg und Walter Affolter verabschiedet, diskutiert wurde auch die ungewisse Zukunft des Hauses. Die Genossenschaftsmitglieder sind eher älteren Semesters, das Haus selbst ist renovationsbedürftig – und was sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Genossenschaft und des Hauses zieht, ist die stete finanzielle Knappheit. Wie erwähnt, endet der Pachtvertrag mit dem «Coriander Leaf» im September 2028 und muss bis dahin verlängert oder neu verhandelt werden. Ebenso zieht die Stiftung Bühl als Mieterin aus. Wohngruppen der Stiftung belegen aktuell die oberen Räume des Hauses. So standen für die Zukunft des Hauses und der Genossenschaft zwei Modelle zur Diskussion: Entweder die Auflösung der Genossenschaft mit Übergabe des Hauses unter Auflagen an eine Institution, die das Haus im Sinne der Genossenschaft weiterführt, oder aber die Transformation der Genossenschaft und des Hauses, die wieder ein lebendiges Begegnungszentrum für alle Menschen, für Kultur und Bildung herbeiführen soll. In jedem Fall soll das Restaurant erhalten bleiben. Die Generalversammlung entschied sich für den herausfordernderen Weg.
Dieser Aufgabe nehmen sich nun der neue Präsident der Genossenschaft, Adrian Schärer, sowie Ruedi Hotz und als externer Berater Aurel Greter an. Gemeinsam mit vier weiteren engagierten Genossenschaftern sehen sie sich als Schicksalsgemeinschaft zur Zukunft des Volkshauses und haben nun Zeit bis zur ausserordentlichen Generalversammlung, ein machbares Projekt auszuarbeiten und zu präsentieren. Ganz klar darf deren Arbeit als Gegenentwurf zur Eingliederung in eine andere Organisation angesehen werden. Dabei soll diese Gruppe nicht der Ideenlieferant für die künftige Ausrichtung sein. Ruedi Hotz sagt klar: «Die 35- bis 40-Jährigen sollen Ideen einbringen», und Adrian Schärer ergänzt: «Wir suchen nicht nur Ideen, wir suchen auch Macherinnen und Macher, die Mut haben und etwas investieren!» So würden künftige Nutzungen breit abgestützt und getragen. Auch Vereine auf der Suche nach Möglichkeiten für ihre Vereinsarbeit sind gefragt und angesprochen – eben ein «Haus für alle». «Die politische Färbung des Hauses soll und wird dabei auch immer sekundärer werden», ist Adrian Schärer überzeugt. Das Projektteam selbst hat auch Ideen, sagt aber klar, dass das, was schliesslich umgesetzt werden könnte, noch nicht in der Pipeline ist.
Damit dieser Prozess der Transformation gelingt, organisiert die Genossenschaft als erstes eine Informationsveranstaltung, anschliessend einen Workshop. So erhoffen sich die Verantwortlichen, Menschen mit Ideen, Visionen und vor allem auch Tatkraft zu finden. «Wir wissen, dass das ein aussergewöhnlicher und nicht erprobter Weg ist, den wir da beschreiten wollen», sagt Adrian Schärer.
Noch ist nicht klar, wohin die Reise geht. Nach dem Willen der Projektgruppe soll das Volkshaus weiterhin ein offener Treffpunkt, ein Kulturort und eine Lieblingsbeiz sein.
Und läuft alles nach Plan, soll das altehrwürdige Haus noch dieses Jahr einen neuen Anstrich im vertrauten Altrosa bekommen!
Informationsveranstaltungen zur Zukunft des Volkshauses
Mittwoch, 8. Juli 2026, 19.30 Uhr, Volkshaus Wädenswil
Zukunftsworkshop Volkshaus Wädenswil
Samstag, 29. August, 09 bis 15 Uhr