… werd ich nicht mehr los. Dies musste schon Goethes Zauberlehrling feststellen. Und nun Wädenswilerinnen und Wädenswiler, die sich auf umweltfreundliche Fernwärme freuten. Die dazu erforderlichen Baustellen fordern die Geduld.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
Anfang Februar 2025 hat die Wädenswiler Stimmbevölkerung dem Energieverbund Wädenswil mit einer Zweidrittelmehrheit zugestimmt. Noch im selben Jahr fuhren die Baumaschinen auf – und sorgten ein erstes Mal für Verstimmung: Für deren Parkierung wurde kurzerhand die Kreuzstrasse gesperrt. Erst nach Intervention von Anwohnern und Detaillisten wurde der Neuhofpark als Bauplatz hergerichtet.
Nun läuft seit 1. Juni eine weitere Etappe: Im Bereich der Seestrasse – östlich und westlich des Central-Kreisels – werden Fernwärmeleitungen verlegt sowie verschiedene Unterhaltsarbeiten am Wasser-, Gas- und Stromnetz vorgenommen. Diese Arbeiten dauern vom Juni 2026 bis November 2027 und erfolgen in zwei Bauabschnitten. Die dazu nötige Umleitung durch das Zentrum sorgt für Kopfschütteln – bestenfalls.
Selten war so viel Unmut aus der Bevölkerung über öffentliche Bauarbeiten zu spüren. Für 200 Meter Baustelle wird der Individualverkehr auf eine 900 Meter lange Umleitung geschickt, durch eine 30er-Zone entlang des Schulhauses Eidmatt. Unverständlich für alle Betroffenen. Wieso wird der Verkehr in Richtung Horgen nicht beim Güterschuppen durch den Bahnhof gelenkt? Die Stadt Wädenswil meint dazu, dass sie sich dazu auf ein externes Verkehrsgutachten stützt, das die Stadt erstellen liess. «Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhofplatz haben wir eine Rotlichtanlage, die den Bussen beim Central-Kreisel freie Fahrt ermöglicht. Wenn diese Anlage auch für den Individualverkehr eingesetzt würde, entstünde auf den anderen Achsen ein erheblicher Rückstau, da die Phasen ständig gewechselt werden müssten. Zudem ist der Bahnhofplatz eine Begegnungszone, in der Fussgänger und Autofahrer gleichberechtigt sind, was die Situation noch komplexer macht. Die Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr sind ebenfalls nicht zu unterschätzen – und wenn man sich einen Lastwagen mit Anhänger auf dem Bahnhofplatz vorstellt, wird schnell klar: Das ist schlichtweg nicht praktikabel.»
Offensichtlich gilt dies nicht für Gelenkbusse, während Lastwagen mit Anhänger auf einem Schulweg auf einer verkehrsberuhigten Strasse demnach vertretbar sind. Dazu die Stadt: «Es ist allen bewusst, dass die Eintrachtstrasse und die Oberdorfstrasse nicht denselben Ausbaustandard wie die Seestrasse haben, dennoch sind es Strassen mit Gehwegen, was einen wichtigen Aspekt für die Fussgängersicherheit ist.»
Trotz des Einsatzes von Ampeln und eines Verkehrsdiensts während der Stosszeiten staut sich der Verkehr durch das Zentrum. Erschwerend auch für die Blaulichtorganisationen. Diese seien jedoch mit in den Planungsprozess eingebunden gewesen, schreibt die Stadt.
Zu guter Letzt fehlen auf dem Bahnhofsareal und auf dem Plätzli auch wieder einige Parkplätze, die Passanten und schliesslich auch dem Gewerbe fehlen. Dazu meint die Stadt, dass sie zwar gerne Ersatzflächen zur Verfügung stellen, aber keine zur Verfügung stehen würden. Und: «Eine dezentrale Anordnung des Installationsplatzes würde für die Bauarbeiten zu erheblichem Mehraufwand und unnötigen Transportwege führen, was die Bauzeit negativ beeinflussen würde.»
Ob es ein Zauberlehrling war, der die Pläne für die Baustelle und die Umfahrung ausgearbeitet hat? Man weiss es nicht.
… werd ich nicht mehr los. Dies musste schon Goethes Zauberlehrling feststellen. Und nun Wädenswilerinnen und Wädenswiler, die sich auf umweltfreundliche Fernwärme freuten. Die dazu erforderlichen Baustellen fordern die Geduld.
Text & Bilder: Stefan Baumgartner
Anfang Februar 2025 hat die Wädenswiler Stimmbevölkerung dem Energieverbund Wädenswil mit einer Zweidrittelmehrheit zugestimmt. Noch im selben Jahr fuhren die Baumaschinen auf – und sorgten ein erstes Mal für Verstimmung: Für deren Parkierung wurde kurzerhand die Kreuzstrasse gesperrt. Erst nach Intervention von Anwohnern und Detaillisten wurde der Neuhofpark als Bauplatz hergerichtet.
Nun läuft seit 1. Juni eine weitere Etappe: Im Bereich der Seestrasse – östlich und westlich des Central-Kreisels – werden Fernwärmeleitungen verlegt sowie verschiedene Unterhaltsarbeiten am Wasser-, Gas- und Stromnetz vorgenommen. Diese Arbeiten dauern vom Juni 2026 bis November 2027 und erfolgen in zwei Bauabschnitten. Die dazu nötige Umleitung durch das Zentrum sorgt für Kopfschütteln – bestenfalls.
Selten war so viel Unmut aus der Bevölkerung über öffentliche Bauarbeiten zu spüren. Für 200 Meter Baustelle wird der Individualverkehr auf eine 900 Meter lange Umleitung geschickt, durch eine 30er-Zone entlang des Schulhauses Eidmatt. Unverständlich für alle Betroffenen. Wieso wird der Verkehr in Richtung Horgen nicht beim Güterschuppen durch den Bahnhof gelenkt? Die Stadt Wädenswil meint dazu, dass sie sich dazu auf ein externes Verkehrsgutachten stützt, das die Stadt erstellen liess. «Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhofplatz haben wir eine Rotlichtanlage, die den Bussen beim Central-Kreisel freie Fahrt ermöglicht. Wenn diese Anlage auch für den Individualverkehr eingesetzt würde, entstünde auf den anderen Achsen ein erheblicher Rückstau, da die Phasen ständig gewechselt werden müssten. Zudem ist der Bahnhofplatz eine Begegnungszone, in der Fussgänger und Autofahrer gleichberechtigt sind, was die Situation noch komplexer macht. Die Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr sind ebenfalls nicht zu unterschätzen – und wenn man sich einen Lastwagen mit Anhänger auf dem Bahnhofplatz vorstellt, wird schnell klar: Das ist schlichtweg nicht praktikabel.»
Offensichtlich gilt dies nicht für Gelenkbusse, während Lastwagen mit Anhänger auf einem Schulweg auf einer verkehrsberuhigten Strasse demnach vertretbar sind. Dazu die Stadt: «Es ist allen bewusst, dass die Eintrachtstrasse und die Oberdorfstrasse nicht denselben Ausbaustandard wie die Seestrasse haben, dennoch sind es Strassen mit Gehwegen, was einen wichtigen Aspekt für die Fussgängersicherheit ist.»
Trotz des Einsatzes von Ampeln und eines Verkehrsdiensts während der Stosszeiten staut sich der Verkehr durch das Zentrum. Erschwerend auch für die Blaulichtorganisationen. Diese seien jedoch mit in den Planungsprozess eingebunden gewesen, schreibt die Stadt.
Zu guter Letzt fehlen auf dem Bahnhofsareal und auf dem Plätzli auch wieder einige Parkplätze, die Passanten und schliesslich auch dem Gewerbe fehlen. Dazu meint die Stadt, dass sie zwar gerne Ersatzflächen zur Verfügung stellen, aber keine zur Verfügung stehen würden. Und: «Eine dezentrale Anordnung des Installationsplatzes würde für die Bauarbeiten zu erheblichem Mehraufwand und unnötigen Transportwege führen, was die Bauzeit negativ beeinflussen würde.»
Ob es ein Zauberlehrling war, der die Pläne für die Baustelle und die Umfahrung ausgearbeitet hat? Man weiss es nicht.