Wädenswil

Heisses Lauffest am linken Zürichseeufer: Der WädiLauf 2026 begeisterte die Region

Der WädiLauf 2026 ist Geschichte, und er wird den rund 800 Teilnehmenden sowie den zahlreichen Gästen wohl noch lange als eine der heissesten Austragungen in Erinnerung bleiben. Am grossen Laufsonntag brannten nicht nur die Muskeln, sondern auch die Sonne. Dennoch zeigte sich einmal mehr: Der WädiLauf ist weit mehr als ein klassischer Wettkampf. Er ist ein lebendiges Dorffest mit grosser regionaler Ausstrahlung.

Text: Sabine Itting & stb
Bilder: Stefan Baumgartner

Dieses Dorffest begann am Samstag mit den eröffnenden Trommelwirbeln der Wädenswiler Jungtambouren und einem Warm-up durch «Bewegung und Begegnung».
Danach starteten 113 Kinder und Jugendliche in vier Kategorien und rannten um eine der beliebten Medaillen. Die grösste Laufveranstaltung am Zürichsee zog dabei nicht nur einheimische Schülerinnen und Schüler an, auch aus den Nachbarorten rannten Kids in Wä­denswil.
Abkühlung fanden alle danach beim «Wädi-Schlifere», wo auf der nassen Matte mit der richtigen Technik durchaus auch Weitenrekorde purzelten. Showacts auf der Bühne und ein ausgebautes kulinarisches Angebot umrahmten die Samstagsläufe und machten auch all jenen Lust, am Sonntag nochmals vorbeizukommen, die die Laufschuhe nicht schnürten.

Als am Sonntagvormittag der Startschuss fiel, war den Läuferinnen, Läufern sowie den Nordic Walkern bereits klar, dass ihnen ein harter Kampf bevorstehen würde. Um 10.30 Uhr machten sich die Athleten des Halbmarathons auf die 21 Kilometer lange Strecke, gefolgt von den Nordic Walkern über 10,5 km. Um 11.10 Uhr dann der Start für den Klassiker über 10,5 km. Die Bedingungen verlangten allen alles ab: Die Temperaturen waren hoch, und auf der Strecke regte sich stellenweise kein Lüftchen. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel herab. Das bedeutete eine enorme sportliche Anstrengung für das gesamte Feld.

Private Unterstützung an der Strecke

Umso grösser war die Dankbarkeit unterwegs. Zu den offiziellen Verpflegungsposten des OKs gesellten sich in diesem Jahr zwei inoffizielle, rein private Posten. Beim Stoffel – nach ca. 2,2 Kilometern und nochmals nach ca. 4,8 Kilometern – hatten Anwohner kurzerhand auf ihren eigenen Grundstücken private Wasserstationen errichtet. Für die Läuferinnen und Läufer war die Abkühlung eine echte Wohltat bei diesen extremen Temperaturen. Das Organisationskomitee des WädiLaufs bedankte sich im Nachgang herzlich bei den privaten Initianten für diesen spontanen Einsatz.

Beratung und Produkte schon am Vormittag

Abseits der Laufstrecke wurde den Besucherinnen und Besuchern schon am Vormittag einiges geboten, während die Läuferinnen und Läufer noch unterwegs waren. Diverse Aussteller präsentierten an ihren Ständen Gesundheits- und Sportprodukte. Die Zuschauer und Angehörigen nutzten die Gelegenheit, um sich in Ruhe beraten zu lassen, Fragen zu stellen oder neue Produkte zu entdecken. Zudem gab es am Glücksrad nützliche Dinge zu gewinnen.

Wichtiger Einsatz der Samariter

Ein grosses Dankeschön des OKs ging in diesem Jahr an die Frauen und Männer des Samaritervereins, die bei den hohen Temperaturen besonders gefordert waren. Glücklicherweise mussten die Samariter keine ernsthaften Verletzungen verarzten. Sie standen jedoch im Verlauf des Rennens und im Zielbereich bereit, um den einen oder anderen Kreislauf, der in der Hitzeschlacht schlappmachte, wieder zu stabilisieren und kleinere Wunden zu versorgen.

Geringeres Tempo wegen grosser Hitze im Halbmarathon

Der Sport stand natürlich im Mittelpunkt. Beim stark besetzten Halbmarathon triumphierte der Wädenswiler Lokalmatador Fabian Zehnder (TG Hütten) mit einer Zeit von 1:19:54,4 Stunden und sicherte sich damit den Gesamtsieg. Nach dem Rennen sagte der erfahrene Läufer im Gespräch, dass er aufgrund der äusseren Bedingungen deutlich langsamer unterwegs war als ursprünglich geplant.
Es sei noch an keiner Ausgabe des WädiLaufs so heiss gewesen wie in diesem Jahr. Bei dieser anhaltenden Hitze bleibe den Läuferinnen und Läufern auf der Strecke nicht viel anderes übrig, als das Tempo anzupassen und regelmässig zu trinken. Wie hoch der Flüssigkeitsbedarf war, unterstrich Zehnder mit einer Zahl: Rund 3,5 Liter Wasser habe er unterwegs zu sich genommen, um die Strecke gut zu bewältigen.

Mentale Stärke führte zum Frauensieg

Dass Erfahrung und Renntaktik an solchen Tagen Trumpf sind, bewies auch die schnellste Frau des Tages. Geschafft, aber sichtlich glücklich, kam Susi Heusser aus Horgen ins Ziel. Trotz der enormen Anstrengung strahlte sie und stand bereitwillig Rede und Antwort. Auch sie empfand die Hitze auf der Strecke als brutal. Umso wichtiger war ihr der Dank an die Organisation des WädiLaufs: Dank der lückenlosen Verpflegung gab es keine Zwischenfälle, und es stand unterwegs erfreulicherweise immer ausreichend Wasser zur Verfügung. An ein Aufgeben habe sie während des Laufs zu keinem Zeitpunkt gedacht. «Man muss in solchen Momenten mental stark sein, dann klappt es auch unter diesen schwierigen Bedingungen», erklärte sie pragmatisch. Ihre hervorragende Leistung ist umso beachtlicher, als Susi Heusser in der Kategorie W50 startete. Mit ihrer Zeit von 1:39:44,8 Stunden liess sie die gesamte, teils deutlich jüngere weibliche Konkurrenz hinter sich und sicherte sich den verdienten Tagessieg bei den Frauen.

Ein Hauch von internationaler Klasse auf der Kurzstrecke

Für ein Highlight auf der 10,5-Kilometer-Kurzstrecke sorgte der Sieger aus der Kategorie M20: Der erst 20-jährige Franzose Maël Berthet Lucas. Der Top-Athlet absolviert derzeit ein Praktikum in Wollerau, lebt während dieser Zeit in Wädenswil und ging für den Sponsor Tempo-Sport aus Horgen an den Start.
Eigentlich ist das sympathische Ausnahmetalent im Duathlon und Triathlon zu Hause, wie er auf Englisch erzählte, und verriet mit einem Schmunzeln seine grösste sportliche Schwäche: «Das Schwimmen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Da liege ich oft weiter zurück und muss das Feld von hinten aufholen.» Dass er in Wädenswil nicht ins kühle Nass musste, spielte ihm natürlich voll in die Karten. Auf dem Asphalt packte er seine enorme Laufstärke aus und rannte der Konkurrenz in rasanten 37:41,8 Minuten davon.
Und, gefällt es dem jungen Franzosen am linken Zürichseeufer? Bei dieser Frage leuchteten seine Augen: «Unbedingt! Der See und die Bergkulisse, das ist einfach wunderschön!»

Ein dominierendes Team

Für ein besonderes Kuriosum sorgte schliesslich die Teamwertung «Du & Ich»: Hier war das Treppchen fest in der Hand eines einzigen lokalen Betriebs. Die Läufer der Geiger AG deklassierten die Konkurrenz komplett und belegten die Plätze 1, 2 und 3 geschlossen im Alleingang.

Feststimmung am WädiLauf 26

Dass das Konzept des OKs, den Sport bewusst mit einem Dorffest zu verbinden, voll aufgegangen ist, zeigte sich nach dem Zieleinlauf. Nicht nur auf den Festbänken, sondern gerade auch im stimmungsvollen Zielbereich war die Atmosphäre grossartig.
Die internationale Gastromeile zog Läufer, Freunde, Angehörige sowie Besucherinnen und Besucher gleichermassen an. An den Tischen mischten sich die müden, aber glücklichen Sportler mit dem Publikum. Bei feinstem Essen aus den vielseitigen Foodständen entstanden wunderbare Gespräche. Dazu kam ein Bühnenprogramm, das zur guten Stimmung des Tages beitrug.
Das Fazit war überall gleich: Es war schlicht genial, aber eben auch eine echte Hitzeschlacht.
Dank der Unterstützung von über 100 freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie den regionalen Sponsoren war der WädiLauf 2026 auch in diesem Jahr der sportliche Höhepunkt am linken Zürichseeufer. Schon jetzt ist die Anmeldung für 2027 offen. Der Lauf wird am 5. und 6. Juni 2027 stattfinden.

Alle Resultate:
https://my.raceresult.com/343212/results

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