Jonas Erni (SP) war Kandidat für das Stadtpräsidium. Er wie auch Claudia Bühlmann (Grüne) ist gegen Christof Wolfer (FDP) angetreten, der die Wahl überragend schon im ersten Wahlgang gewonnen hat. Wir fragten nach persönlichen und politischen Schlussfolgerungen.
Text: Ingrid Eva Liedtke
Bild: zvg
Was sagst Du zum Ausgang der Wahlen, zur Niederlage als Stadtpräsidentschaftskandidat?
Ich freue mich sehr über die Wiederwahl in den Stadtrat. Ebenso darüber, dass wir weiterhin ein gut durchmischtes Gremium sind. Ich stand acht Jahre lang alleine für grüne, ökologische und soziale Anliegen da. Nun ist das anders. Zusammen können wir in Bezug auf Biodiversitäts- und Energiethemen mehr umsetzen.
Hast Du oder auch Deine Partei Lehren oder Schlüsse aus der Niederlage gezogen? Was bedeutet sie Dir persönlich? Bist du enttäuscht?
Ich habe einen solchen Wahlausgang erwartet. Es war klar, dass Christof das beste Ergebnis erzielen wird. Linke Wähler wählen zudem lieber eine Frau. Ich bin kein sehr ambitionierter Typ, aber ich habe viele positive Rückmeldungen zu meiner Ausübung des Vizepräsidiums bekommen, und so habe ich mich entschieden, mich für das Amt des Stadtpräsidenten zur Verfügung zu stellen.
Warum – das fragen sich viele – habt Ihr mit den Grünen nicht einen Schulterschluss gesucht, um deren Kandidatin zu portieren? Gibt es da eine Erklärung?
Wir haben die Gespräche geführt, aber die Überzeugung herrschte, dass wir so mehr Stimmen abholen könnten, auch weil viele wirklich eine Frau wählen wollten. Ich bin der Überzeugung, dass wir insgesamt so mehr Stimmen holten. Trotzdem hat Christof Wolfer das absolute Mehr geschafft. Es hätte also so oder so nicht gereicht.
Der wirkliche Grund ist, dass Wädenswil halt eine bürgerliche Stadt ist. Anfangs war die Wahlbeteiligung sehr gering, aber in den letzten vier bis fünf Tagen gab es einen Schub. Schliesslich lag sie bei ungefähr 37 %, und davon haben wohl mehr bürgerlich gewählt. Schliesslich finde ich, ist es für das Präsidium nicht so wichtig, ob jemand weiblich oder männlich ist und welcher Partei er oder sie angehört. Der Stadtpräsident oder die Stadtpräsidentin muss in erster Linie den Stadtrat zusammenhalten und führen sowie die Stadt und deren Bevölkerung repräsentieren.
Du bist, zusammen mit Daniel Tanner, wieder in den Stadtrat gewählt worden – was bedeutet das für Dich?
Es ist alles gut so, wie es ist. Es sind vor allem Umwelt- und Versorgungsfragen sowie die schon laufenden Aufgabenfelder, die mich erfüllen und mir am Herzen liegen. Ich bin eben noch Vizepräsident der Kantonalen Baukommission geworden, und ich bin Präsident des Energieverbunds Wädenswil, ein grosses, spannendes Projekt, das ich gerne weiter begleite. Das Thema «Energiestadt» ist auch weiterhin aktuell und am Laufen, ebenso wie die Entsiegelung und Begrünung von Strassenflächen, wozu nun ein Grundsatzentscheid gefällt wurde. Das ganze Gelände der ZHAW-Gärten kann nun auch gesichert grün bleiben. Das wurde mit einem Richtplaneintrag erreicht.
Welches sind Deine Anliegen, Pläne für die folgende Amtsperiode? Sind es auch die Deiner Partei?
Das wichtigste Anliegen ist der energetische Wandel – dies auch aufgrund der internationalen Politik. Wir müssen wegkommen von den fossilen Brennstoffen, um Versorgungssicherheit zu erlangen und unabhängig zu werden von korrupten, kriegstreibenden Staaten.
Wenn man die Weltlage betrachtet, kann man – Deiner Meinung nach – auch parteipolitisch und lokal, sozusagen im Kleinen – etwas bewirken oder gar gegenwirken?
Ja, wie gesagt, indem wir uns unabhängig machen von den Erdölstaaten – kommunal, mit erneuerbaren Energien. Im Allgemeinen plädiere ich gerne dafür, dankbar zu sein für dieses politische System, das wir hier haben, für diese sichere, saubere Schweiz, wo es möglich ist gute Lösungen zu erarbeiten.
Jonas Erni (SP) war Kandidat für das Stadtpräsidium. Er wie auch Claudia Bühlmann (Grüne) ist gegen Christof Wolfer (FDP) angetreten, der die Wahl überragend schon im ersten Wahlgang gewonnen hat. Wir fragten nach persönlichen und politischen Schlussfolgerungen.
Text: Ingrid Eva Liedtke
Bild: zvg
Was sagst Du zum Ausgang der Wahlen, zur Niederlage als Stadtpräsidentschaftskandidat?
Ich freue mich sehr über die Wiederwahl in den Stadtrat. Ebenso darüber, dass wir weiterhin ein gut durchmischtes Gremium sind. Ich stand acht Jahre lang alleine für grüne, ökologische und soziale Anliegen da. Nun ist das anders. Zusammen können wir in Bezug auf Biodiversitäts- und Energiethemen mehr umsetzen.
Hast Du oder auch Deine Partei Lehren oder Schlüsse aus der Niederlage gezogen? Was bedeutet sie Dir persönlich? Bist du enttäuscht?
Ich habe einen solchen Wahlausgang erwartet. Es war klar, dass Christof das beste Ergebnis erzielen wird. Linke Wähler wählen zudem lieber eine Frau. Ich bin kein sehr ambitionierter Typ, aber ich habe viele positive Rückmeldungen zu meiner Ausübung des Vizepräsidiums bekommen, und so habe ich mich entschieden, mich für das Amt des Stadtpräsidenten zur Verfügung zu stellen.
Warum – das fragen sich viele – habt Ihr mit den Grünen nicht einen Schulterschluss gesucht, um deren Kandidatin zu portieren? Gibt es da eine Erklärung?
Wir haben die Gespräche geführt, aber die Überzeugung herrschte, dass wir so mehr Stimmen abholen könnten, auch weil viele wirklich eine Frau wählen wollten. Ich bin der Überzeugung, dass wir insgesamt so mehr Stimmen holten. Trotzdem hat Christof Wolfer das absolute Mehr geschafft. Es hätte also so oder so nicht gereicht.
Der wirkliche Grund ist, dass Wädenswil halt eine bürgerliche Stadt ist. Anfangs war die Wahlbeteiligung sehr gering, aber in den letzten vier bis fünf Tagen gab es einen Schub. Schliesslich lag sie bei ungefähr 37 %, und davon haben wohl mehr bürgerlich gewählt. Schliesslich finde ich, ist es für das Präsidium nicht so wichtig, ob jemand weiblich oder männlich ist und welcher Partei er oder sie angehört. Der Stadtpräsident oder die Stadtpräsidentin muss in erster Linie den Stadtrat zusammenhalten und führen sowie die Stadt und deren Bevölkerung repräsentieren.
Du bist, zusammen mit Daniel Tanner, wieder in den Stadtrat gewählt worden – was bedeutet das für Dich?
Es ist alles gut so, wie es ist. Es sind vor allem Umwelt- und Versorgungsfragen sowie die schon laufenden Aufgabenfelder, die mich erfüllen und mir am Herzen liegen. Ich bin eben noch Vizepräsident der Kantonalen Baukommission geworden, und ich bin Präsident des Energieverbunds Wädenswil, ein grosses, spannendes Projekt, das ich gerne weiter begleite. Das Thema «Energiestadt» ist auch weiterhin aktuell und am Laufen, ebenso wie die Entsiegelung und Begrünung von Strassenflächen, wozu nun ein Grundsatzentscheid gefällt wurde. Das ganze Gelände der ZHAW-Gärten kann nun auch gesichert grün bleiben. Das wurde mit einem Richtplaneintrag erreicht.
Welches sind Deine Anliegen, Pläne für die folgende Amtsperiode? Sind es auch die Deiner Partei?
Das wichtigste Anliegen ist der energetische Wandel – dies auch aufgrund der internationalen Politik. Wir müssen wegkommen von den fossilen Brennstoffen, um Versorgungssicherheit zu erlangen und unabhängig zu werden von korrupten, kriegstreibenden Staaten.
Wenn man die Weltlage betrachtet, kann man – Deiner Meinung nach – auch parteipolitisch und lokal, sozusagen im Kleinen – etwas bewirken oder gar gegenwirken?
Ja, wie gesagt, indem wir uns unabhängig machen von den Erdölstaaten – kommunal, mit erneuerbaren Energien. Im Allgemeinen plädiere ich gerne dafür, dankbar zu sein für dieses politische System, das wir hier haben, für diese sichere, saubere Schweiz, wo es möglich ist gute Lösungen zu erarbeiten.