Am Sonntag, 12. April, ging ein langer Wahlkampf zu Ende. Gleich zwei Schlüsselpositionen – das Stadtpräsidium sowie das Präsidium der Oberstufenschulpflege – waren zu vergeben, mindestens eine neue Stadträtin oder ein neuer Stadtrat sowie ein neues Parlament konnten gewählt werden.
Text & Bild: Stefan Baumgartner
Auch stellte sich die Frage, ob sich das zunehmende urbaner werdende Wädenswil wie alle Städte gegen links bewegt oder ob die grösste Bauerngemeinde im Kanton weiterhin eher bürgerlich wählt.
Am Wahlsonntag gegen 16.30 Uhr war klar, wer auf der Gewinner- und wer auf der Verliererseite steht, wer die Früchte eines mehrwöchigen Wahlkampfes ernten darf – sowohl bei den Parlaments- wie auch den Stadtratswahlen. Natürlich interessierte auch, wer die Nachfolge von Stapi Philipp Kutter antreten würde.
Der Wahlkampf war zwar lang, aber – eigentlich wie fast immer – relativ ereignislos. Natürlich: «Von linken Chaoten» zerstörte SVP-Plakate da, mit Stickern von eben dieser Partei verunstaltete Plakate der Grünen hier, und dann noch eine Partei, die sich darüber mokierte, dass wild plakatieren nicht überall gut ankommt. Und zu guter Letzt noch der Aufruf der Stadt selbst, doch noch an die Urne zu gehen, haben doch Mitte Wahlwoche erst etwa 19% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Als einziger aus dem siebenköpfigen Gremium trat Stadtpräsident Philipp Kutter (Mitte) nicht mehr zur Wiederwahl an. Als seine Nachfolger, bzw. Nachfolgerin, kandidierten Christof Wolfer (FDP), Jonas Erni (SP) und Claudia Bühlmann (Grüne).
Dreikampf um Stadtpräsidium
So hätte Wädenswil die Chance gehabt, zum ersten Mal in der Stadtgeschichte eine Frau und/oder eine Vertretung von SP oder Grüne an die Spitze zu wählen. Andrerseits stellte sich die Frage, ob sich das linke Lager mit Bühlmann und Erni nicht gegenseitig stimmen wegnehmen würden und Christof Wolfer dadurch lachender Dritter würde.
Und so war es denn auch: Christof Wolfer wurde im ersten Wahlgang mit grossem Vorsprung gewählt: 2825 Stimmen vereinte Wolfer auf sich, 1429 Stimmen mehr als die grüne Herausforderin Claudia Bühlmann und 1805 Stimmen mehr als Jonas Erni. So hätten auch die Stimmen von Bühlmann und Erni zusammengerechnet Wolfer nicht gefährdet. Beide – Bühlmann wie Erni – zeigten sich einerseits nicht überrascht über den Wahlausgang und so andrerseits auch als faire Verlierer. Der frisch gebackene Stapi Christof Wolfer meinte, auch wenn er Spass am Wahlkampf mit den vielen spannenden Begegnungen bekomme habe, sei er froh darüber, dass die Exekutive nun weiterarbeiten könne und nicht einen zweiten Wahlgang abwarten müsse.
Neu im Stadtrat wird Martin Bislin (Mitte) – mit dem zweitbesten (!) Resultat hinter Christof Wolfer – Einsitz nehmen.
Alle bisherigen und wieder kandidierenden Stadträte wurden wiedergewählt, Christina Zurfluh und somit auch der SVP bleibt der Eingang in den Stadtrat weiterhin verwehrt. Zurfluh erreichte zwar das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus. Somit bleibt auch die Parteizusammensetzung im Stadtrat gleich: Je zwei Sitze für FDP und SP, je ein Sitz für GLP, Grüne und Mitte. Die Stimmbeteiligung lag bei mageren 37,5 % – fast 10 000 Wädenswilerinnen und Wädenswiler enthielten sich der Stimme!
Legislative: BFPW ist zurück
In anderen Parlamentsgemeinden vergleichbarer Grösse im Kanton, die bereits am 8. März gewählt haben, zeigte sich eine Akzentuierung nach links und rechts auf Kosten der gemässigten Parteien; meist konnten SVP wie SP in diesen Gemeinden zulegen. In Wädenswil behielt die SVP ihre acht Sitze, die FDP verlor den mit dem Parteiübertritt von Alexandra Gwerder geschenkten Sitz wieder, Gwerder selbst verpasste auch die Wiederwahl. Und auch die SP verlor einen Sitz. Die Grünen behalten ihre fünf Sitze. Die Mitte erreichte ihr Ziel des Sitzgewinnes. Auf ihrer Liste fanden sich einige Namen, die engagierte Wädenswilerinnen und Wädenswiler kennen – dies zahlte sich nun aus. Die Grünliberalen verlieren einen Sitz, die EVP behält ihre zwei Sitze und darf nun mit Christoph Mahler den kommenden Gemeinderatspräsidenten stellen. Grosser Rückkehrer ist jedoch das Bürgerliche Forum Positives Wädenswil, dass wieder mit zwei Sitzen in den Gemeinderat einziehen kann.
Oberstufenschulpflege: Harald Lenz neuer Präsident
Da die parteilose Verena Dressler nach 16 Jahren in der Oberstufenschulpflege, die letzten acht Jahre als Präsidentin, nicht mehr für eine weitere Legislatur antrat, musste das Amt neu besetzt werden. Ebenfalls trat Yolanda Schibli nicht mehr an. Zwei neue Mitglieder – Harald Lenz (1973 / EVP) und Grégoire Schaer (1979 / SP), stellten sich als Schulpfleger zur Verfügung, wobei Harald Lenz auch für das Präsidium antrat.
Drei Bisherige, nämlich Franz Blankl (1959 / FDP), Uli Eckl (1959 / Mitte) und Marie-Louise Wong (1958 / SP), bewarben sich um eine weitere Legislatur, Uli Eckl als auch Präsident. So standen nicht mehr Kandidaten als Sitze zur Verfügung, die Voraussetzungen für eine stille Wahl waren gegeben und die fünf Kandidierenden damit als gewählt erklärt. Im Zweikampf um das OSW-Präsidium schwang schliesslich Harald Lenz mit 2409 erhaltenen und 201 Stimmen Vorsprung auf Uli Eckl (Mitte) obenauf. Die Stimmbeteiligung lag bei 30,9 %.
Am Sonntag, 12. April, ging ein langer Wahlkampf zu Ende. Gleich zwei Schlüsselpositionen – das Stadtpräsidium sowie das Präsidium der Oberstufenschulpflege – waren zu vergeben, mindestens eine neue Stadträtin oder ein neuer Stadtrat sowie ein neues Parlament konnten gewählt werden.
Text & Bild: Stefan Baumgartner
Auch stellte sich die Frage, ob sich das zunehmende urbaner werdende Wädenswil wie alle Städte gegen links bewegt oder ob die grösste Bauerngemeinde im Kanton weiterhin eher bürgerlich wählt.
Am Wahlsonntag gegen 16.30 Uhr war klar, wer auf der Gewinner- und wer auf der Verliererseite steht, wer die Früchte eines mehrwöchigen Wahlkampfes ernten darf – sowohl bei den Parlaments- wie auch den Stadtratswahlen. Natürlich interessierte auch, wer die Nachfolge von Stapi Philipp Kutter antreten würde.
Der Wahlkampf war zwar lang, aber – eigentlich wie fast immer – relativ ereignislos. Natürlich: «Von linken Chaoten» zerstörte SVP-Plakate da, mit Stickern von eben dieser Partei verunstaltete Plakate der Grünen hier, und dann noch eine Partei, die sich darüber mokierte, dass wild plakatieren nicht überall gut ankommt. Und zu guter Letzt noch der Aufruf der Stadt selbst, doch noch an die Urne zu gehen, haben doch Mitte Wahlwoche erst etwa 19% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Als einziger aus dem siebenköpfigen Gremium trat Stadtpräsident Philipp Kutter (Mitte) nicht mehr zur Wiederwahl an. Als seine Nachfolger, bzw. Nachfolgerin, kandidierten Christof Wolfer (FDP), Jonas Erni (SP) und Claudia Bühlmann (Grüne).
Dreikampf um Stadtpräsidium
So hätte Wädenswil die Chance gehabt, zum ersten Mal in der Stadtgeschichte eine Frau und/oder eine Vertretung von SP oder Grüne an die Spitze zu wählen. Andrerseits stellte sich die Frage, ob sich das linke Lager mit Bühlmann und Erni nicht gegenseitig stimmen wegnehmen würden und Christof Wolfer dadurch lachender Dritter würde.
Und so war es denn auch: Christof Wolfer wurde im ersten Wahlgang mit grossem Vorsprung gewählt: 2825 Stimmen vereinte Wolfer auf sich, 1429 Stimmen mehr als die grüne Herausforderin Claudia Bühlmann und 1805 Stimmen mehr als Jonas Erni. So hätten auch die Stimmen von Bühlmann und Erni zusammengerechnet Wolfer nicht gefährdet. Beide – Bühlmann wie Erni – zeigten sich einerseits nicht überrascht über den Wahlausgang und so andrerseits auch als faire Verlierer. Der frisch gebackene Stapi Christof Wolfer meinte, auch wenn er Spass am Wahlkampf mit den vielen spannenden Begegnungen bekomme habe, sei er froh darüber, dass die Exekutive nun weiterarbeiten könne und nicht einen zweiten Wahlgang abwarten müsse.
Neu im Stadtrat wird Martin Bislin (Mitte) – mit dem zweitbesten (!) Resultat hinter Christof Wolfer – Einsitz nehmen.
Alle bisherigen und wieder kandidierenden Stadträte wurden wiedergewählt, Christina Zurfluh und somit auch der SVP bleibt der Eingang in den Stadtrat weiterhin verwehrt. Zurfluh erreichte zwar das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus. Somit bleibt auch die Parteizusammensetzung im Stadtrat gleich: Je zwei Sitze für FDP und SP, je ein Sitz für GLP, Grüne und Mitte. Die Stimmbeteiligung lag bei mageren 37,5 % – fast 10 000 Wädenswilerinnen und Wädenswiler enthielten sich der Stimme!
Legislative: BFPW ist zurück
In anderen Parlamentsgemeinden vergleichbarer Grösse im Kanton, die bereits am 8. März gewählt haben, zeigte sich eine Akzentuierung nach links und rechts auf Kosten der gemässigten Parteien; meist konnten SVP wie SP in diesen Gemeinden zulegen. In Wädenswil behielt die SVP ihre acht Sitze, die FDP verlor den mit dem Parteiübertritt von Alexandra Gwerder geschenkten Sitz wieder, Gwerder selbst verpasste auch die Wiederwahl. Und auch die SP verlor einen Sitz. Die Grünen behalten ihre fünf Sitze. Die Mitte erreichte ihr Ziel des Sitzgewinnes. Auf ihrer Liste fanden sich einige Namen, die engagierte Wädenswilerinnen und Wädenswiler kennen – dies zahlte sich nun aus. Die Grünliberalen verlieren einen Sitz, die EVP behält ihre zwei Sitze und darf nun mit Christoph Mahler den kommenden Gemeinderatspräsidenten stellen. Grosser Rückkehrer ist jedoch das Bürgerliche Forum Positives Wädenswil, dass wieder mit zwei Sitzen in den Gemeinderat einziehen kann.
Oberstufenschulpflege: Harald Lenz neuer Präsident
Da die parteilose Verena Dressler nach 16 Jahren in der Oberstufenschulpflege, die letzten acht Jahre als Präsidentin, nicht mehr für eine weitere Legislatur antrat, musste das Amt neu besetzt werden. Ebenfalls trat Yolanda Schibli nicht mehr an. Zwei neue Mitglieder – Harald Lenz (1973 / EVP) und Grégoire Schaer (1979 / SP), stellten sich als Schulpfleger zur Verfügung, wobei Harald Lenz auch für das Präsidium antrat.
Drei Bisherige, nämlich Franz Blankl (1959 / FDP), Uli Eckl (1959 / Mitte) und Marie-Louise Wong (1958 / SP), bewarben sich um eine weitere Legislatur, Uli Eckl als auch Präsident. So standen nicht mehr Kandidaten als Sitze zur Verfügung, die Voraussetzungen für eine stille Wahl waren gegeben und die fünf Kandidierenden damit als gewählt erklärt. Im Zweikampf um das OSW-Präsidium schwang schliesslich Harald Lenz mit 2409 erhaltenen und 201 Stimmen Vorsprung auf Uli Eckl (Mitte) obenauf. Die Stimmbeteiligung lag bei 30,9 %.