Wädenswil

Wenn die Schuleinheiten leuchten: Advent voller ­Projekte, Begegnungen und Staunen

Die Schuleinheiten der Primarschule Wädenswil sind Orte, an denen Lernen ­lebendig wird – mal forschend, mal kreativ, mal gemeinschaftlich.
Drei Projekte der vergangenen Wochen zeigen exemplarisch, wie vielfältig dieses Lernen aussehen kann: Ein Elternbildungsabend mit einem renommierten Gehirnforscher, ein Dorfprojekt, das Kindern ihren Lebensraum neu eröffnet, und ein Weihnachtsmarkt, der Solidarität erlebbar macht.

Faszination Gehirn

Der Elternrat Schönenberg-Hütten organisierte im November einen Abend, der weit über die Region hinausstrahlte. Unter dem Titel «Faszination Gehirn» referierte Prof. Dr. med. Jürg Kesselring, emeritierter Chefarzt für Neurologie und Rehabilitation und international renommierter Neuroexperte. Rund 180 Personen folgten der Einladung des Elternrates ins Dorfhuus Schönenberg – eine beeindruckende Resonanz, die zeigt, wie gross das Interesse an gut verständlich vermittelter Wissenschaft ist.
Kesselring gelang genau das: Komplexe Zusammenhänge des Gehirns humorvoll, klar und zutiefst menschlich auf den Punkt zu bringen. Seine Haltung prägte den Abend ebenso wie sein Fachwissen: Tiefe Demut vor diesem «Wunderwerk Hirn», spürbare Freude am Vermitteln und eine Präsenz, die das Publikum sofort in seinen Bann zog. Die Organisatorinnen hatten den Referenten zuvor in Olten persönlich kennengelernt und sofort gewusst: Dieser Mensch berührt und inspiriert.
Besonders eindrücklich war für viele Eltern die Erkenntnis, wie individuell Lernwege sind – und wie kreative Lösungen helfen können, wenn der «offensichtliche» Weg nicht funktioniert. Genau das zeigte Kesselring anhand zahlreicher Beispiele aus seiner jahrzehntelangen Arbeit.
Nach dem Vortrag suchten zahlreiche Besucherinnen und Besucher das persönliche Gespräch mit ihm; viele warteten geduldig, um eine Frage zu stellen oder ein paar Worte auszutauschen. Und viele hätten ihm am liebsten noch eine weitere Stunde zugehört. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt – und der Elternbildung auf äusserst wertschätzende und lebendige Weise erlebbar machte.

«Mein Zuhause – unser Dorf»: Das Dorf als Lernlandschaft

Ebenfalls in Schönenberg entstand in den vergangenen Wochen unter der Leitung des Unterstufen-Teams ein Projekt, das den Kindern weit mehr bot als Unterricht im klassischen Sinn. Unter dem Titel «Mein Zuhause – unser Dorf» bauten Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Klasse ihr Dorf als Miniaturlandschaft nach – mit grosser Sorgfalt, viel Fantasie und erstaunlicher Präzision.
Ausgangspunkt war der NMG-Kompetenzbereich «Menschen nutzen Räume». Die Kinder setzten sich intensiv mit ihrem Lebensraum, ihren Wegen, Gebäuden und Lieblingsplätzen auseinander. Die Lernziele aus dem Lehrplan – insbesondere räumliche Orientierung und das Lesen und Erstellen einfacher Pläne – wurden dabei spielerisch und gleichzeitig hochwirksam umgesetzt. Die Kinder fotografierten ihr eigenes Haus, brachten Kartonschachteln mit und bauten daraus im TTG-Unterricht detailreiche Modelle.
Der Stolz der Kinder war spürbar: Als sie die fertige Ausstellung in der alten Turnhalle erstmals sahen, staunten sie selbst darüber, wie vielfältig ihr Dorf ist – und wie weit manche von ihnen voneinander entfernt wohnen. Viele konnten es kaum erwarten, ihren Eltern «ihr Haus» und die Gemeinschaftsarbeiten zu zeigen.
Das Projekt schuf einen direkten Bezug zum Alltag der Kinder, wie er im Regelunterricht oft nur schwer herzustellen ist. Selbst der Schulpräsident Pierre Rappazzo zeigte sich bei seinem Besuch der Ausstellung verblüfft: «Das Mini-Schönenberg macht abstrakte Lernziele greifbar, stärkt Identifikation und Selbstwirksamkeit – und zeigt eindrucksvoll, was entsteht, wenn Schule als gestaltbarer Raum verstanden wird.»
«Wir helfen anderen» – Weihnachts­markt der Kleingruppenschule

In der ersten Dezemberwoche stand die Kleingruppenschule ganz im Zeichen von Solidarität, Kreativität und gelebter Gemeinschaft. Unter dem Motto «Wir helfen anderen» arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit grossem Engagement an einer Projektwoche, deren Höhepunkt der Weihnachtsmarkt vom 12. Dezember war.
Mit viel Sorgfalt, Fantasie und handwerklichem Geschick entstanden Dekorationen, kleine Geschenke und feine Leckereien. Unterstützt wurden die Kinder dabei von engagierten Eltern, die eigene Workshops anboten und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern arbeiteten. Dieses Miteinander prägte die Woche und machte sie zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.
Der Erlös des Weihnachtsmarkts fliesst vollständig in gemeinnützige Projekte: Zwei Teile gehen an Organisationen, die Kinder in schwierigen Lebenssituationen unterstützen, ein weiterer Teil ermöglicht gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge oder neue Spiele für den Hort. Welche Hilfsprojekte konkret unterstützt werden, entscheiden die Kinder selbst – ein wertvoller Beitrag zur Förderung von Mitbestimmung, Verantwortung und sozialem Lernen.
Ein stimmungsvoller Abschluss bildete die gemeinsame Wanderung zur Halbinsel Au, wo die Kinder den Samichlaus trafen. Zurück in der Schule wartete ein warmes Schnitzelbrot vom Grill, liebevoll zubereitet von der Schulköchin und ihrem Helfer. Ein feiner Moment, der zeigte, wie sehr gemeinsame Aktivitäten verbinden – und wie intensiv die Adventszeit an der PSW erlebt wird.

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