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Neues vom Hüttner Wetterfrosch Ugo Kappenberger

Der Wetterfrosch meldet sich aus Hütten mit einem Überblick über das Frühlings- und Sommerwetter, das spannend durchschnittlich war.

Text & Bilder: Ingrid Eva Liedtke

Nachdem Frau Holle letzten Winter ganz schön gestreikt hatte, bekamen wir hier in Hütten wenigstens ein angenehmes Sommerhalbjahr. Wir hatten einen sehr milden Frühling (mehr davon später), und einen schönen Sommer. Doch die Fakten mal der Reihe nach:

März: Das Wetter im März war hauptsächlich hochdruckbestimmt. Daher hatten wir auch viele freundliche und sonnige Tage. Die Temperatur lag knapp ein Grad über dem Durchschnitt. Wenn man die Flora beobachtete, konnte man feststellen, dass viele Sträucher sehr früh zu blühen begannen.

April: Der April war warm, sonnig und sehr trocken. So kann man diesen Monat kurz und bündig umschreiben. Insbesondere der ausbleibende Regen war nicht jedermanns Sache. In Hütten fielen zum Beispiel im ganzen Monat April nur 24,4 Liter pro Quadratmeter, also nur rund ein Viertel der normalen Menge:
In den letzten zehn Jahren waren es im Durchschnitt 96,8 Liter!
Dafür waren die Blüte und die Blätterbildung der Obstbäume dem langjährigen Mittel um ca. zwei Wochen voraus. Dieses Klima half, dass sich überdurchschnittlich viele Insekten, Wespen etc. sehr gut entwickeln und vermehren konnten.

Mai: Fielen im letzten Jahr im Mai in Hütten noch 207 Liter pro m2, waren es dieses Jahr nur 145 Liter. Die Temperatur war rund ein Grad milder als die letzten Jahre. Auch war es wiederum trocken: vom 24. Mai bis zum 3. Juni gab es kaum Niederschlag hier in Hütten.

Juni: Noch kein Hitzetag in Hütten! Dafür bekamen wir endlich wieder mal genügend Nass von oben. 171 Liter pro m2. Auch hatten wir einen Kälteeinbruch um den 11. Juni, welcher in die Kategorie «Schafskälte» fällt. Der Begriff Schafskälte kommt daher, dass gerade um dieses Datum die Schafe auf die Alpen gebracht werden, und häufig in diesen Tagen garstige Wetterbedingungen herrschen.

Juli: Endlich der erste Hitzetag. Am 31. Juli, um 19 Uhr, wurden hier in Hütten 31,7 Grad gemessen. Aber es blieb bei diesem einen Tag. Es war der Tag vor dem Nationalfeiertag, worauf auch der Bund eine Hitzewarnung herausgab. Verglichen mit den gemessenen 38 Grad im Wallis sind wir ja nochmals gut weggekommen! Geregnet hat es durchschnittlich (total 144 Liter), am meisten am 11. Juli mit 32 Litern pro m2.

August: Es wurde uns eine regenlose Zeit von 8 Tagen zwischen dem 5. und 13. August beschert. Einen zweiten Hüttner Hitzetag bekamen wir am 21. August mit 31 Grad geschenkt. Der meteorologische Sommer hat sich am letzten Augustwochenende mit Pauken und Trompeten – oder besser gesagt mit viel Regen – verabschiedet. Samstag und Sonntag fielen hier total 75 Liter pro m2. Die dreifache Menge vom ganzen April! Zum Glück war der Niederschlag konstant, somit konnten die Böden die Nässe relativ gut aufnehmen. Der Rest wurde von der Sihl gebührenfrei in Richtung Zürich entsorgt.

Viele Insekten und Wespen diesen Sommer

Der Grund dafür ist im trockenen und warmen Frühjahr zu suchen. Wespenköniginnen sind schon im April, anstatt wie normalerweise im Mai, aus ihrer Winterstarre erwacht. Die darauffolgende trockene und heisse Zeit war ein Eldorado für die Entwicklung der Wespenvölker, dazu kam ein bereits üppiges Nahrungsangebot.
Genauso vorteilhaft war das Klima für weitere Insekten, Spinnen und Zecken. Unsere Hündin Laika war nach Spaziergängen entlang der Wälder oder der Sihl eine richtige Zeckenherberge. Man fragt sich, ob das Wetter in Hütten auch das Wetter in Schönenberg ist? Der Wetterfrosch antwortet darauf: Jein! Klimamässig sind beide Orte gleich. Da spielen die 30 Meter Höhenunterschied keine Rolle. Jedoch gibt es Unterschiede in den Situationen bei Hagel, Platzregen, Gewitter, Nebel usw. Diese können sehr lokal auftreten.

Eine genaue Prognose für den Herbst will er nicht abgeben, das sei unseriös. Dazu nur soviel:

Kräht der Hahn auf dem Mist
Bleibt das Wetter wie es ist,
Kräht der Hahn auf dem Huhn
Hat das mit dem Wetter nichts
zu tun …