Aktuell Wädenswil

Eine Gartenstadt für die Hangenmoos-Siedlung

Am 11. Juni 2020 feierte die Siedlung Hangenmoos ihre Grundsteinlegung und markierte damit die Abschlussphase der Abbrucharbeiten und den Beginn der Bautätigkeiten. Auf insgesamt rund 63 100 m² entstehen 289 Wohnungen in der Grösse zwischen 11/2 und 51/2 Zimmern, lokales Gewerbe und ein Doppelkindergarten, alles aufgeteilt auf zehn Gebäude. Die erste Bauetappe wird ab Anfang 2022 bezugsbereit sein, die Fertigstellung der gesamten Siedlung ist auf 2024 geplant.

Text: Sarah Ott

Bilder: zvg

Sie ist eine der zehn grössten Wohnbaustellen der Schweiz und befindet sich am Rande des Stadtkerns von Wädenswil, mit wunderbarer Sicht auf den Zürichsee und in die Berge. Hier entsteht eine Gartenstadt mit grosszügiger Begrünung sowie einem durchgehenden Wegnetz, das zu den Hauseingängen und dem weiteren Umfeld führt. Einheimische Bäume und Sträucher werden auf der ganzen Fläche gepflanzt, sorgen für ein parkähnliches Bild,  spenden Schatten und reduzieren im Sommer die Überhitzung. Auch öffentliche Spielplätze, ruhige Aufenthaltsbereiche und Nutzgärten sind geplant und fördern damit die Gemeinschaft. 

«Die Qualität der Umgebungsgestaltung ist genauso wichtig wie diejenige der Gebäude und stellt als durchlässiger Park auch eine Bereicherung für die Nachbarschaft und das Quartier dar», sagte der verantwortliche Architekt Mike Guyer anlässlich der Grundsteinlegung. Zusammen mit Annette Gigon bildet er das renommierte Zürcher Architekturbüro Gigon/Guyer, das für die Neugestaltung des Areals verantwortlich ist. Ihnen war es besonders wichtig, dass die Neubauten gut in die Umgebung eingebettet sind und den Forderungen für nachhaltiges Wohnen gerecht werden. 

Nachhaltigkeit wird
grossgeschrieben

Die Siedlung Hangenmoos besteht aus insgesamt zehn Gebäuden. Sie enthalten 289 Wohnungen und sieben Büroräumlichkeiten, die Wohnungsgrössen belaufen sich auf 11/2 bis 51/2 Zimmer, wobei die mittleren Grössen den Hauptteil ausmachen. Zwischen 100 und 120  Quadratmetern messen die Grundrisse der 41/2-Zimmer-Wohnungen. 

Alle Wohnungen werden im Minergie-Standard gebaut und entsprechen mit einer hochwertig isolierten Gebäudehülle, dreifach isolierten Fenstergläsern, einer Erdwärme-Heizung und einer grossen Photovoltaikanlage auf den Dächern einer hohen Nachhaltigkeit. Ausserdem werden ausschliesslich schadstoffarme und qualitativ hochwertige Materialien verbaut. Auch der Aushub soll soweit möglich vor Ort wiederverwendet werden.

Die Bauherrschaft der Siedlung Hangenmoos obliegt der Hangenmoos AG. Diese stammt aus der Region Wädenswil und bewirtschaftet rund 400 Mietwohnungen. Durch kontinuierliche Modernisierung von bestehenden Bauten sowie besonnen entwickelten Neubauprojekten verfolgt sie das Ziel, dass sich Wädenswil und dessen Stadtbild langfristig positiv entwickelt und qualitativ hochwertiger und bezahlbarer Wohnraum für den Mittelstand entsteht. 

«Wir sind sehr stolz auf diesen gelungenen Auftakt und überzeugt, dass wir mit dieser Siedlung einen positiven Beitrag zum künftigen Stadtbild von Wädenswil beitragen werden», sagt Thomas Isler, Verwaltungsratspräsident der Hangenmoos AG, an der Grundsteinlegung. Auch dankte er den Nachbarn für ihr Verständnis, da sie während der Abbrucharbeiten viele lärmige Emissionen erdulden mussten.

Langer Weg zum Baustart

Die Altbauten aus den 1960er-Jahren, die auf dem Bauareal standen, konnten leider nicht mehr saniert werden, weil der Aufwand viel zu gross gewesen wäre und auch die Wohnungsgrundrisse nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprachen. Darum hat sich die Bauherrschaft nach ausführlichen Betrachtungen für einen Neubau der Siedlung entschlossen.

Die Hangenmoos AG begann 2014 mit der Planung der neuen Überbauung. Eigentlich war der Baubeginn schon im Jahre 2017 geplant, doch zahlreiche Einsprachen verzögerten diesen. Somit bekam das Bauprojekt erst im Sommer 2019 grünes Licht, und letzten Herbst konnte mit dem Abbruch der insgesamt 19 Häuser mit 253 Wohnungen begonnen werden. 

Doch wie ist die Wohnüberbauung zukünftig angeordnet? Zur stark befahrenen Zugerstrasse wird die Siedlung durch langgestreckte, zueinander versetzte Baukörper begrenzt. So wird das innere des Areals vom Strassenlärm abgeschirmt. Die Badezimmer und Treppenhäuser sind entlang der Fassade angeordnet, die Wohn- und Essräume mit den Küchen kommen beidseitig zu stehen, Balkone und Schlafzimmer sind zum ruhigen Park hin ausgerichtet.

Hangaufwärts und hinter diesen Baukörpern sind vier- bis sechsgeschossige Gebäude entlang der Holzmoosrütistrasse geplant. Diese Häuser bilden das Rückgrat der Überbauung und weisen die höchste Dichte auf. 

Etwas oberhalb der Holzmoosrütistrasse befinden sich die beiden fünfgeschossigen Gebäude, zuoberst und an schönster Lage. Sie sind zueinander versetzt und parallel zum Geländeverlauf ausgerichtet. Nach drei Seiten hin sind die hellen und grosszügigen Wohnungen angeordnet, der Grundriss kreuzförmig mit innenliegenden Treppenhäusern.

So erlauben die drei Wohntypologien eine vielfältige, soziale Durchmischung in der Siedlung und bieten gemeinschaftliches und ruhiges Residieren in unterschiedlich grossen Wohnungen. 

Farbenfrohe Fassaden

Die Eingangshallen sind mit Windfängen, gedeckten Vorbereichen, Briefkastenanlagen und Sitzgelegenheiten ansprechend gestaltet. In den Einzelgebäuden sind ein Doppelkindergarten und ein Gemeinschaftsraum untergebracht. Sie verfügen beide über eigene Aufenthalts- und Spielbereiche im Aussenraum.

Auch die attraktive Aussenansicht wird zur Aufwertung des Quartiers und der Stadt beitragen. 

Die Aussenwände sind verschiedenfarbig verputzt und der Sockel mit Keramikplatten verkleidet. Hohe Fenster in unterschiedlichen Grössen, integrierte und ausladende Balkone, durchgehende Loggien und Attikaterrassen prägen die zukünftige Sicht. Die vielfältigen Fassaden der Häuser bereichern die Siedlung und schaffen eine frohe Atmosphäre. So wird auch trotz der unterschiedlichen Bedingungen des Areals ein harmonisches Ensemble entstehen.