Aktuell Richterswil

Auch die Räbenchilbi muss corona-kapitulieren

Auf Samstag, 14. November, war sie terminiert, fällt jedoch fürs 2020 aus: Auch die  traditionelle Räbechilbi muss – wie so Vieles – aus der Planung gestrichen werden.

Sie ist ja seit Jahrzehnten wetter- und sturmerprobt, die Richterswiler Räbenchilbi. Ob Wind, Kälte, Regen, Schnee und Eis, ob frühlingshafte Temperaturen – so gut wie nichts kann den weltweit grössten Räbenlichterumzug von dessen Durchführung abhalten. In der Chronik der Gemeinde Richterswil 1901 erstmals schriftlich vermerkt, übernahm der Verkehrsverein ab 1905 die offizielle Organisation.

Nachgewiesen sind bislang nur zwei Daten, an denen der Umzug nicht stattfinden konnte: In den Kriegsjahren 1942/43 fanden die Kerzen und Räben anderweitig Verwendung. Allein diese wenigen Ausfälle belegen, wie tief der Anlass in Dorf und Gemeinde verankert ist.

Das «Njet» fiel einstimmig aus

An ihrer Sitzung vom 8. Juli hat die Arbeitsgruppe Räbechilbi und der Vorstand zwar schweren Herzens, aber der Vernunft folgend und einstimmig entschieden, den Anlass nicht durchzuführen. Viel zu gross waren per diesem Datum die Unsicherheiten der weiteren Corona-Entwicklung beziehungsweise den daraus folgenden Massnahmen. Das Nein erfolgte zu diesem frühen Zeitpunkt, da in den Sommerferien die Räben gesät worden wären. Entsprechend musste jenen Landwirten, die seit Jahr und Tag zuverlässig für die Bepflanzung, den Wuchs und die Verarbeitung der rund 30 Tonnen Räben zuständig sind, ein «2020-Njet» mitgeteilt werden.

Die Verantwortlichen hoffen bei allen Beteiligten auf Verständnis für einen Entscheid, der allen Unsicherheiten ein Ende bereitet. Er fiel aus Ratio-Gründen, die jegliche weiteren Fragezeichen zunichte machen mussten.
So bleibt letztlich diese Aussicht. Auf ein Neues am Samstag des 13. November 2021 …

(Bruno Füchslin)