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Chlauseinzug in Wädenswil

Wenn der Chlaus und seine Schmutzlis nach Wädenswil kommen, schlägt so manches Kinderherz schneller. Bei manchen ist es Nervosität. Können sie das Versli dann auch richtig aufsagen? Doch die meisten Kinder freuen sich …

Am 1. Dezember um halb sechs ist es bereits dunkel in der Stadt Wädenswil. Doch die Weihnachtsbeleuchtung an der Zugerstrasse verleiht allem einen festlichen Glanz. Die vielen tausend Lichter, die in langen Schnüren direkt vom Himmel herunterzuhängen scheinen, widerspiegeln sich auch in den Augen der vielen Menschen, welche die Hauptstrasse der Stadt säumen. Erwachsene und ihre Kinder warten gespannt auf den Chlauseinzug. Doch dieser Sonntagabend im festlich geschmückten Wädenswil gehört vor allem den Kindern.

Noch ist nichts zu sehen vom Samichlaus und seinem Schmutzli-Gefolge. Mädchen und Jungen spielen Fangen auf der werktags so dicht befahrenen Strasse und die Grossen genehmigen sich schon einen Punsch vom Stand, der vor dem C&A steht. Bratwürste und Hotdogs wärmen die Mägen. Es tröpfelt ein wenig, doch richtig regnen oder gar schneien will es nicht. Manches Kind wiederholt im Geiste nochmals sein Sprüchli und ist vielleicht gar ein wenig nervös. Doch die Angst vor dem Samichlaus gehört in die Vergangenheit. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert!

Ganz weit oben beim Migros-Kreisel versammeln sich nun ein paar Chläuse, ein rotgewandeter Samichlaus mit ein paar Schmutzlis in schwarzen Kutten.

Umringt von einer Kinderschar bewegt sich ein Rotgewandeter mit weissem Bart langsam Richtung Bahnhof. Die Gruppe wird mit einem gelben Seil zusammengehalten, wohl, damit keines der Kinder entwischt. Die Kinder sind noch klein. Jedes trägt eine selbstgebastelte Laterne. Alle zehn Meter stoppt der Zug und die Kinder singen ein Lied. «Ich gaa mit miner Laterne und mini Laterne mit mir. Am Himmel lüchtet d’Schternä und une lüchtet mir.»

Mütter und Väter zücken stolz ihre Handys um den Zug zu fotografieren. 

Festlichkeit liegt über der Szenerie
Schaut man die Zugerstrasse hoch, folgt eine weitere Gruppe Chläuse, ein paar Schmutzlis und ein Samichlaus im Bischofsgewand mit Krummstab. Er begrüsst Kinder und Eltern, die am Strassenrand stehen und auf ihn gewartet haben. Endlich können die Kinder ihre Versli zum Besten geben und dann ihre Belohnung, ein Chlaussäckli aus dem grossen Sack, der von einem Schmutzli mitgeführt wird, in Empfang nehmen. Derweil tönt es von fern «Was isch das für es Liechtli, was isch das für en Schii? De Chlaus mit dä Laterne lauft grad dä Wald durii.» 

Und da ganz weit hinten kommt jetzt auch das Eseli. Geführt von einem weiteren Chlaus und einem Schmutzli zieht es einen Leiterwagen, der bepackt ist mit weiteren Leckereien für die Kinder.

Dieses Jahr haben auch die Samichläuse etwas zu feiern. Ihre Chlauszunft feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Seit nunmehr 50 Jahren werden nämlich alljährlich um den 6. Dezember die Kinder zu Hause besucht. So manchem wurde sein Sündenregister verlesen und das Versprechen entlockt, zukünftig immer das Zimmer aufzuräumen, brav zu sein und Spinat zu essen.

Die Chlauszunft Wädenswil besteht aus 21 Zünftern. Sie sind jeweils ehrenamtlich in Wädenswil, Au, Richterswil und Samstagern unterwegs.

Neben den Hausbesuchen ist der Chlauseinzug, jeweils am ersten Advent, und das Chlaushüüsli Höhepunkte in der Vorweihnachtszeit.

Das Chlaushüüsli wird jedes Jahr liebevoll dekoriert. Der Samichlaus erzählt Adventsgeschichten, die Eseli kriegen einen Unterstand, wo die Kinder ihnen den Hals tätscheln dürfen, und für alle Kinder gibt es Orangenpunsch und Lebkuchen. 

Wie schön, dass wir Grossen die Kleinen begleiten dürfen. So kommen wir doch auch immer noch in den Genuss dieser kindlichen Freude und zittern ein wenig mit, wenn das Versli ins Stocken gerät.

Und wer weiss, vielleicht hat der Samichlaus doch noch einen Lebkuchen für Mami, Papi oder Grossmutti übrig. (iel)