Richterswil

Ortsbus Bamert feiert Geburtstag

Die Busbetriebe Bamert GmbH mit Heimathafen in Wollerau durften ihren
50. Geburtstag feiern. Dazu luden sie am 31. August die Bevölkerung zu einer Besichtigung des Betriebes mit Festwirtschaft ein.

Alte Fahrpläne, Fotos, Zeitungsberichte zeigen den Werdegang des in der zweiten Generation geführten Personentransportunternehmens. Abbildungen der Busse und ein Sammelsurium an alten Ticketmaschinen machen den technischen Fortschritt ebenfalls sichtbar. Alois Bamert, der das Unternehmen 1972 mit der Strecke Richterswil–Samstagern erweiterte, steht für Fragen der Besucher gerne zur Verfügung, Stolz und Freude sind ihm ins Gesicht geschrieben. Vor über zehn Jahren hat allerdings sein Sohn, Markus Bamert, die Geschäftsführung übernommen.

In einer angrenzenden Werkstatthalle ist ein Bus aufgebockt und die Klappen geöffnet, so dass dessen «Innereien» ersichtlich sind. Unter dem tonnenschweren Bus durchzulaufen ist ein mulmiges Gefühl und nicht jedermanns Sache. Gross bestückt ist der Fuhrpark natürlich erst zu nachtschlafender Stunden, denn die Fahrzeuge sind fahrplanmässig auf den Strassen unterwegs um ihren Dienst an der Bevölkerung zu tun. Gegründet wurde das Unternehmen am 1. Mai 1969 und beschäftigt ca. 25 Mitarbeiter. Während eines Betriebsjahres befördern die neun Linienbusse fast eine Million Fahrgäste und legen dabei an die 400 000 Kilometer zurück.

Erquickende Nostalgiefahrt
Auch wenn sich Fahrgast wie Chauffeur über bestimmte Fortschritte freuen, was Bequemlichkeit oder Bedienung angehen, so lässt der Anblick eines Oldtimers doch manches Herz höher schlagen. Zahlreiche Besucher freuen sich über die Möglichkeit, mit dem alten Berna Linienbus (1960) eine Spritztour zu unternehmen, welcher rasch bis auf den letzten Platz belegt ist. Betriebsleiter Sacha Reichmuth begrüsst die Gäste und weist dabei auch gleich auf die Vorzüge «technikloser» Fahrzeuge hin, die wie dieser Berna mit einem Novastarter (Startvorgang mittels Druckluft, dieses System wurde von Hippolyt Saurer in der Schweiz entwickelt) problem- und batterielos in Gang gesetzt werden kann, selbst nachdem er ein halbes Jahr unbewegt in der Garage gestanden hat. Ausserdem lasse er sich durch eine mit der Mechanik einigermassen vertrauten Person fast problemlos reparieren. Der Bus wurde bis Anfang der Achtzigerjahre zwischen Wollerau und Richterswil eingesetzt. 

Schon schliessen sich die Türen und der Motor setzt brummelnd ein. Die Fahrt geht durch Wollerau, über die Fürti nach Samstagern, von dort auf der Beichlenstrasse bis zum Kreisel und wieder zurück. Im Businnern wurden die Sitzreihen durch lange Bänke den Fenstern entlang ersetzt, in den bei Bamert beliebten Rot- und Orangetönen bezogen. Im Heck wurde zusätzlich noch ein Tisch eingebaut. Ein Blick zum Führerhaus und Chauffeur Ermin Ibricic zeigt, dass die Fahrt mit dem Ausflugsbus richtig Arbeit bedeutet und er bestätigt dann auch, dass es anspruchsvoll sei und er im Vorfeld mehrere Fahr- und Übungsstunden absolvieren musste, bevor er diesen Bus mit Fahrgästen auf die Strasse bewegen durfte. Beim Aussteigen gibt Ibricic seiner Hoffnung Ausdruck, dass den Mitreisenden die Fahrt genauso viel Spass gemacht habe wie ihm selber. Den zufriedenen Gesichtern der Gäste nach scheint das der Fall zu sein. (rb)