Vom 4. bis 12. Juli fand im kolumbianischen Bucaramanga die Internationale Physik-Olympiade statt. Unter ihnen Leo Swedenborg aus Richterswil, der mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet wurde.
Interview: Reni Bircher
Jugendliche aus der Schweiz trafen auf Physiktalente aus 95 Ländern. Die Internationale Physik-Olympiade begeisterte die Teilnehmenden mit anspruchsvollen Aufgaben, atemberaubenden Aussichten und neuen Freundschaften. Ziel des Wettbewerbs ist, physikinteressierte Jugendliche zu fördern und Gleichgesinnte zusammenzubringen.
Eine Aufgabe in der theoretischen Prüfung handelte davon, inwiefern es möglich ist, mit Sonnenlicht zu kochen. In der praktischen Prüfung beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Eigenschaften eines idealen Gases. Beide Prüfungen dauerten je fünf Stunden.
Bei der Schlusszeremonie, die am 11. Juli stattfand, durfte die Schweizer Delegation nicht nur ihre Auszeichnungen feiern: sie wurden auch von einer Diplomatin der Schweizer Botschaft besucht, die aus Bogota angereist war, um ihnen zu gratulieren. Zwei Bronzemedaillen und zwei Ehrenmeldungen gingen an die Schweizer.
Einer der siegreichen Teilnehmer ist Leo Swedenborg aus Richterswil. Wir haben ihm ein paar Fragen zu dieser aussergewöhnlichen Challenge gestellt:
Leo, Du warst in Bucaramanga, um an einer Physik-Olympiade teilzunehmen; wie lief so ein Tag dort für Dich ab?
Das war je nach Tag ziemlich unterschiedlich. An den Wettkampftagen hatten wir fünfstündige Prüfungen, während die anderen Tage hauptsächlich mit Ausflügen und verschiedenen Aktivitäten gefüllt waren. Wir hatten auch viel Zeit, die anderen Teilnehmenden kennenzulernen und Kolumbien zu erleben. Wir konnten einige wunderschöne Orte sehen.
Demnach gab es gar nicht jeden Tag irgendwelche Aufgaben zu lösen?
Nein. Es gab zwei Wettkampftage: eine fünfstündige theoretische Prüfung und eine fünfstündige experimentelle Prüfung. Der Rest des Programms bestand wie gesagt aus Ausflügen und anderen Aktivitäten.
Fand das in einem Team statt oder musstest Du die Challenge alleine bewältigen?
Der Wettkampf selbst war individuell. Ich war als Teil des Schweizer Teams dort, aber alle lösten die Prüfungen selbstständig und erhielten ihr eigenes Resultat.
Du bist nun mit einer «Ehrenmeldung» ausgezeichnet worden, also einem so hohen Punktestand, dass es nur ganz knapp nicht für eine Medaille gereicht hat. Eine enorme Leistung!
Ich freue mich über das Resultat, obwohl ich auch ein wenig enttäuscht war, weil ich einer Medaille sehr nahekam. Wenn man weiss, dass nur ganz wenig gefehlt hat, denkt man natürlich darüber nach, was man hätte anders machen können.
Insgesamt bin ich aber stolz auf meine Leistung und sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, auf diesem Niveau anzutreten und die Schweiz zu vertreten.
Was vermag Dich an der Physik so zu begeistern, dass Du an dieser Olympiade mitgemacht hast?
Mir gefällt an der Physik, dass man mit relativ wenigen grundlegenden Prinzipien komplizierte Dinge verstehen kann. Ausserdem macht mir das Lösen von Problemen sehr viel Spass, besonders wenn eine Aufgabe zunächst schwierig erscheint und man einen cleveren Weg finden muss, sie anzugehen.
Wie hast Du die freie Zeit gestaltet? Hattest Du die Möglichkeit, etwas von Kolumbien zu entdecken?
Ja. Wir hatten mehrere organisierte Ausflüge, sodass wir auch ausserhalb von Bucaramanga einiges sehen konnten. Wir konnten etwas von der Kultur und dem Essen kennenlernen, und einen grossen Teil unserer freien Zeit verbrachten wir mit den anderen Teilnehmenden.
Kanntest Du das Land schon von einem früheren Besuch her?
Nein, es war mein erster Besuch in Kolumbien. Ich habe mich sehr darauf gefreut, diesen Teil der Welt kennenzulernen.
Seit wie vielen Jahren bist Du an der Zurich International School?
Ich bin seit etwa sieben Jahren an der Zurich International School und habe deshalb einen grossen Teil meiner Schulzeit dort verbracht. Die ZIS war also ein wichtiger Teil meines Lebens.
Wie lange dauert die Schule noch, und richtest Du Deinen Blick schon zielsicher in die Zukunft?
Ich habe das IB gerade abgeschlossen und dieses Jahr meinen Schulabschluss gemacht, daher bin ich jetzt mit der Schule fertig. Als nächstes werde ich am Imperial College London Physik studieren. Ich weiss noch nicht genau, auf welchen Bereich ich mich später spezialisieren oder was ich beruflich machen möchte.
Was ist denn das IB?
Das IB (International Baccalaureate) ist ein internationales Gymnasialdiplom, das in vielen Ländern anerkannt wird, vergleichbar mit der Schweizer Matura, auch wenn die Struktur etwas anders ist. Man hat sechs Fächer aus verschiedenen Bereichen und schliesst das IB mit standardisierten Prüfungen ab. Ich habe das IB mit einem Schwerpunkt auf Mathematik und Physik gemacht, was mir eine gute Grundlage für die Physik-Olympiade gegeben hat.
Fiel es Dir leicht, mit so vielen neuen Gesichtern mehrere Tage zu verbringen?
Ja, eigentlich schon. Da sich fast alle dort für Physik interessierten, war es ziemlich einfach, Gesprächsthemen zu finden. Es waren Menschen aus vielen verschiedenen Ländern dabei, was die Erfahrung eher spannend als schwierig machte.
Haben sich daraus auch Freundschaften ergeben?
Ja. Ich habe während der Olympiade viele Leute kennengelernt, besonders aus dem österreichischen und dem deutschen Team, aber auch aus mehreren anderen Ländern. Da wir in dieser Woche so viel Zeit miteinander verbrachten, lernte man sich schnell kennen, und mit einigen bin ich auch danach in Kontakt geblieben.
Es war eine grossartige Erfahrung, und ich bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte.
Vielen Dank für die Einblicke, die Du uns gewährt hast, und alles Gute für Deine Zukunft!
Vom 4. bis 12. Juli fand im kolumbianischen Bucaramanga die Internationale Physik-Olympiade statt. Unter ihnen Leo Swedenborg aus Richterswil, der mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet wurde.
Interview: Reni Bircher
Jugendliche aus der Schweiz trafen auf Physiktalente aus 95 Ländern. Die Internationale Physik-Olympiade begeisterte die Teilnehmenden mit anspruchsvollen Aufgaben, atemberaubenden Aussichten und neuen Freundschaften. Ziel des Wettbewerbs ist, physikinteressierte Jugendliche zu fördern und Gleichgesinnte zusammenzubringen.
Eine Aufgabe in der theoretischen Prüfung handelte davon, inwiefern es möglich ist, mit Sonnenlicht zu kochen. In der praktischen Prüfung beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Eigenschaften eines idealen Gases. Beide Prüfungen dauerten je fünf Stunden.
Bei der Schlusszeremonie, die am 11. Juli stattfand, durfte die Schweizer Delegation nicht nur ihre Auszeichnungen feiern: sie wurden auch von einer Diplomatin der Schweizer Botschaft besucht, die aus Bogota angereist war, um ihnen zu gratulieren. Zwei Bronzemedaillen und zwei Ehrenmeldungen gingen an die Schweizer.
Einer der siegreichen Teilnehmer ist Leo Swedenborg aus Richterswil. Wir haben ihm ein paar Fragen zu dieser aussergewöhnlichen Challenge gestellt:
Leo, Du warst in Bucaramanga, um an einer Physik-Olympiade teilzunehmen; wie lief so ein Tag dort für Dich ab?
Das war je nach Tag ziemlich unterschiedlich. An den Wettkampftagen hatten wir fünfstündige Prüfungen, während die anderen Tage hauptsächlich mit Ausflügen und verschiedenen Aktivitäten gefüllt waren. Wir hatten auch viel Zeit, die anderen Teilnehmenden kennenzulernen und Kolumbien zu erleben. Wir konnten einige wunderschöne Orte sehen.
Demnach gab es gar nicht jeden Tag irgendwelche Aufgaben zu lösen?
Nein. Es gab zwei Wettkampftage: eine fünfstündige theoretische Prüfung und eine fünfstündige experimentelle Prüfung. Der Rest des Programms bestand wie gesagt aus Ausflügen und anderen Aktivitäten.
Fand das in einem Team statt oder musstest Du die Challenge alleine bewältigen?
Der Wettkampf selbst war individuell. Ich war als Teil des Schweizer Teams dort, aber alle lösten die Prüfungen selbstständig und erhielten ihr eigenes Resultat.
Du bist nun mit einer «Ehrenmeldung» ausgezeichnet worden, also einem so hohen Punktestand, dass es nur ganz knapp nicht für eine Medaille gereicht hat. Eine enorme Leistung!
Ich freue mich über das Resultat, obwohl ich auch ein wenig enttäuscht war, weil ich einer Medaille sehr nahekam. Wenn man weiss, dass nur ganz wenig gefehlt hat, denkt man natürlich darüber nach, was man hätte anders machen können.
Insgesamt bin ich aber stolz auf meine Leistung und sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, auf diesem Niveau anzutreten und die Schweiz zu vertreten.
Was vermag Dich an der Physik so zu begeistern, dass Du an dieser Olympiade mitgemacht hast?
Mir gefällt an der Physik, dass man mit relativ wenigen grundlegenden Prinzipien komplizierte Dinge verstehen kann. Ausserdem macht mir das Lösen von Problemen sehr viel Spass, besonders wenn eine Aufgabe zunächst schwierig erscheint und man einen cleveren Weg finden muss, sie anzugehen.
Wie hast Du die freie Zeit gestaltet? Hattest Du die Möglichkeit, etwas von Kolumbien zu entdecken?
Ja. Wir hatten mehrere organisierte Ausflüge, sodass wir auch ausserhalb von Bucaramanga einiges sehen konnten. Wir konnten etwas von der Kultur und dem Essen kennenlernen, und einen grossen Teil unserer freien Zeit verbrachten wir mit den anderen Teilnehmenden.
Kanntest Du das Land schon von einem früheren Besuch her?
Nein, es war mein erster Besuch in Kolumbien. Ich habe mich sehr darauf gefreut, diesen Teil der Welt kennenzulernen.
Seit wie vielen Jahren bist Du an der Zurich International School?
Ich bin seit etwa sieben Jahren an der Zurich International School und habe deshalb einen grossen Teil meiner Schulzeit dort verbracht. Die ZIS war also ein wichtiger Teil meines Lebens.
Wie lange dauert die Schule noch, und richtest Du Deinen Blick schon zielsicher in die Zukunft?
Ich habe das IB gerade abgeschlossen und dieses Jahr meinen Schulabschluss gemacht, daher bin ich jetzt mit der Schule fertig. Als nächstes werde ich am Imperial College London Physik studieren. Ich weiss noch nicht genau, auf welchen Bereich ich mich später spezialisieren oder was ich beruflich machen möchte.
Was ist denn das IB?
Das IB (International Baccalaureate) ist ein internationales Gymnasialdiplom, das in vielen Ländern anerkannt wird, vergleichbar mit der Schweizer Matura, auch wenn die Struktur etwas anders ist. Man hat sechs Fächer aus verschiedenen Bereichen und schliesst das IB mit standardisierten Prüfungen ab. Ich habe das IB mit einem Schwerpunkt auf Mathematik und Physik gemacht, was mir eine gute Grundlage für die Physik-Olympiade gegeben hat.
Fiel es Dir leicht, mit so vielen neuen Gesichtern mehrere Tage zu verbringen?
Ja, eigentlich schon. Da sich fast alle dort für Physik interessierten, war es ziemlich einfach, Gesprächsthemen zu finden. Es waren Menschen aus vielen verschiedenen Ländern dabei, was die Erfahrung eher spannend als schwierig machte.
Haben sich daraus auch Freundschaften ergeben?
Ja. Ich habe während der Olympiade viele Leute kennengelernt, besonders aus dem österreichischen und dem deutschen Team, aber auch aus mehreren anderen Ländern. Da wir in dieser Woche so viel Zeit miteinander verbrachten, lernte man sich schnell kennen, und mit einigen bin ich auch danach in Kontakt geblieben.
Es war eine grossartige Erfahrung, und ich bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte.
Vielen Dank für die Einblicke, die Du uns gewährt hast, und alles Gute für Deine Zukunft!