Nach der Schule bin ich mit meinen Eltern und meiner Schwester von Richterswil nach Hirzel gezogen. Nach dem Studium – wo ich durch gemeinsame Bekannte Anja kennengelernt habe – und diversen Stationen im In- und Ausland, haben meine Frau und ich vor über 15 Jahren beschlossen, nochmal was Neues zu beginnen. Einen Traum zu verwirklichen.
Wir wollten Gäste verwöhnen und Tiere halten. So weit so gut, aber in der Schweiz aus Kostengründen nicht zu verwirklichen. Also auswandern und es in einem anderen Land versuchen. Dass das Schweizer Fernsehen («auf und davon») zu diesem Zeitpunkt Auswanderer gesucht hat, um diese zu porträtieren, ist uns dabei entgegengekommen.
Die Objektsuche hat sich dann doch als schwieriger als gedacht entpuppt. Schlussendlich sind wir in den italienischen Marken gelandet, und schneller als erwartet hiess es dann also die Sachen packen.
Mehrere Gebäude, na ja, Ruinen, und 35 Hektaren Land sind es dann geworden. Wir haben schon Büsche geschnitten, da hatten wir erst den Vorvertrag in der Tasche, so sehr konnten wir es nicht erwarten. Dass seit dem Erdbeben von L’Aquila (6. April 2009, Anm. der Red.) erst wenige Jahre vergangen waren, hat uns damals noch nicht beschäftigt, wir waren voller Euphorie für das neuen Projekt. Das sollte sich noch ändern.
Unsere Aufgabe war: renovieren und wiederaufbauen, Land pflegen und Tiere kaufen. Nach vier harten Jahren war es so weit: Die ersten Gäste konnten bei uns Ferien machen. Die Ziegen gaben genug Milch zur Produktion von eigenem Käse, und die Gäste konnten mit den Pferden Ausritte unternehmen, bevor sie mit feinen Speisen aus unserer Küche verwöhnt wurden. Fünf Sterne bei diversen Ferienportalen spornten uns an weiterzumachen und ein weiteres Haus ferientauglich zu machen.
Die letzten Umbauarbeiten zusammen mit Mona Vetsch und dem Team vom Schweizer Fernsehen waren fast geschafft. Aber dummerweise kam uns quasi ein neues «L’Aquila» dazwischen. Das Erdbeben von 2016, mit dem Epizentrum ganz nahe bei uns, hat alles zunichte gemacht, was wir aufgebaut hatten.
Nach einigen Übernachtungen im Auto und einem Folgejahr in einem schrottreifen Wohnwagen ohne WC, haben wir vom Staat einen Container für uns und Tunnels aus PVC für unsere Tiere bekommen. Dazwischen lag u.a. noch eine Anzeige wegen unerlaubter Bautätigkeit (wir mussten ja irgendwie Ställe für unsere Tiere haben) und damit verbundener Medienpräsenz in Italien. Schlussendlich sind wir jetzt länger im «Tiny-Container» als in unserer vorherigen Wohnung, die Tiere haben wir drastisch reduzieren müssen (und der Wolf hat auch seinen Teil dazu beigetragen), und bis heute haben wir lediglich eine Teilbewilligung zum Wiederaufbau. Da sind wir nicht die Einzigen, obwohl es auch Zweit- und Drittwohnsitze gibt, welche schon wieder bewohnbar sind. Es geht in Italien nichts über Beziehungen …
Da es wahrscheinlich nichts mehr wird mit einer Wiedereröffnung des Feriendomizils, arbeitet meine Frau Anja als Lehrerin und ich als Immobilienmakler. Daneben kümmern wir uns natürlich um unsere Tiere (Heu machen und so), um die Katzen der nicht mehr vorhandenen Nachbarn und um Ronnie, dem Wildschwein, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Unser Résumé: Italien zum Ferien machen: klares Ja; um den Ruhestand zu verbringen: auf jeden Fall; zum Geld verdienen mit einem Projekt, einer Idee, einem Traum: ganz klares Nein (mit oder ohne Erdbeben).
Nach der Schule bin ich mit meinen Eltern und meiner Schwester von Richterswil nach Hirzel gezogen. Nach dem Studium – wo ich durch gemeinsame Bekannte Anja kennengelernt habe – und diversen Stationen im In- und Ausland, haben meine Frau und ich vor über 15 Jahren beschlossen, nochmal was Neues zu beginnen. Einen Traum zu verwirklichen.
Wir wollten Gäste verwöhnen und Tiere halten. So weit so gut, aber in der Schweiz aus Kostengründen nicht zu verwirklichen. Also auswandern und es in einem anderen Land versuchen. Dass das Schweizer Fernsehen («auf und davon») zu diesem Zeitpunkt Auswanderer gesucht hat, um diese zu porträtieren, ist uns dabei entgegengekommen.
Die Objektsuche hat sich dann doch als schwieriger als gedacht entpuppt. Schlussendlich sind wir in den italienischen Marken gelandet, und schneller als erwartet hiess es dann also die Sachen packen.
Mehrere Gebäude, na ja, Ruinen, und 35 Hektaren Land sind es dann geworden. Wir haben schon Büsche geschnitten, da hatten wir erst den Vorvertrag in der Tasche, so sehr konnten wir es nicht erwarten. Dass seit dem Erdbeben von L’Aquila (6. April 2009, Anm. der Red.) erst wenige Jahre vergangen waren, hat uns damals noch nicht beschäftigt, wir waren voller Euphorie für das neuen Projekt. Das sollte sich noch ändern.
Unsere Aufgabe war: renovieren und wiederaufbauen, Land pflegen und Tiere kaufen. Nach vier harten Jahren war es so weit: Die ersten Gäste konnten bei uns Ferien machen. Die Ziegen gaben genug Milch zur Produktion von eigenem Käse, und die Gäste konnten mit den Pferden Ausritte unternehmen, bevor sie mit feinen Speisen aus unserer Küche verwöhnt wurden. Fünf Sterne bei diversen Ferienportalen spornten uns an weiterzumachen und ein weiteres Haus ferientauglich zu machen.
Die letzten Umbauarbeiten zusammen mit Mona Vetsch und dem Team vom Schweizer Fernsehen waren fast geschafft. Aber dummerweise kam uns quasi ein neues «L’Aquila» dazwischen. Das Erdbeben von 2016, mit dem Epizentrum ganz nahe bei uns, hat alles zunichte gemacht, was wir aufgebaut hatten.
Nach einigen Übernachtungen im Auto und einem Folgejahr in einem schrottreifen Wohnwagen ohne WC, haben wir vom Staat einen Container für uns und Tunnels aus PVC für unsere Tiere bekommen. Dazwischen lag u.a. noch eine Anzeige wegen unerlaubter Bautätigkeit (wir mussten ja irgendwie Ställe für unsere Tiere haben) und damit verbundener Medienpräsenz in Italien. Schlussendlich sind wir jetzt länger im «Tiny-Container» als in unserer vorherigen Wohnung, die Tiere haben wir drastisch reduzieren müssen (und der Wolf hat auch seinen Teil dazu beigetragen), und bis heute haben wir lediglich eine Teilbewilligung zum Wiederaufbau. Da sind wir nicht die Einzigen, obwohl es auch Zweit- und Drittwohnsitze gibt, welche schon wieder bewohnbar sind. Es geht in Italien nichts über Beziehungen …
Da es wahrscheinlich nichts mehr wird mit einer Wiedereröffnung des Feriendomizils, arbeitet meine Frau Anja als Lehrerin und ich als Immobilienmakler. Daneben kümmern wir uns natürlich um unsere Tiere (Heu machen und so), um die Katzen der nicht mehr vorhandenen Nachbarn und um Ronnie, dem Wildschwein, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Unser Résumé: Italien zum Ferien machen: klares Ja; um den Ruhestand zu verbringen: auf jeden Fall; zum Geld verdienen mit einem Projekt, einer Idee, einem Traum: ganz klares Nein (mit oder ohne Erdbeben).