Kolumne

Tictac oder TikTok? Beides hat Suchtpotenzial!

Warum sind wir versucht, uns bei den neuen Plattformen zu präsentieren? Und was fasziniert uns an den Challenges auf TikTok? Was animiert sogar Eltern zum Mitmachen? Je verrückter desto besser?

Von Silvia Wetter*

In den 70er-Jahren war «tictac» unter anderem ein treuer Begleiter in den Hosentaschen. Heutzutage gehört das Smartphone mit den vielen Apps und Social-Media-Plattformen so selbstverständlich wie vieles andere dorthin. 

Ein aktueller Trend sind die Kurzvideoclips und Mini-Tanzeinlagen, oft mit Musik hinterlegt, auf TikTok. Sie verbreiten sich viral, und je kreativer und komplexer die Choreografie ist, desto besser. Die Kinder und Jugendlichen messen sich gerne, getreu dem Motto «Wer kann es besser?». Natürlich soll dabei die Unterhaltung nicht zu kurz kommen, da das geheime «Gwundern» für viele Menschen sehr spannend ist. Die Menschen orientieren sich gerne nach aussen und schauen zu, was andere tun.

Warum schauen wir diese Kurzvideos an? Und was ist die Faszination mitzumachen, geteilt zu werden und Likes zu bekommen? 

Die Motivation dazu ist vielfältig und ich bin keine Psychologin. Allgemein lassen wir uns jedoch durch «Promis», «Vorbilder», «Trendsetter», «Beeinflusser» – auch Influencer genannt –, gerne für die kuriosesten online-Challenges ablenken. Wir sind gut darin, zu schauen, was Freunde und das ganze Umfeld alles «postet». Sogar Kinder können die Eltern animieren Accounts auf TikTok zu eröffnen, um zu schauen, wer mehr Fans gewinnen kann. Das ist doch ein interessanter interner Familienwettbewerb. Aber Achtung, diese Aktivitäten haben auch eine Kehrseite. Oftmals werden dabei Verletzungen jeglicher Art in Kauf genommen. Und wie viel Persönliches will man über sich und seine Familie wirklich preisgeben?

Kann das der Preis für etwas Sichtbarkeit, Likes und mehr Aufmerksamkeit sein?

Dazu kann und darf sich jeder gerne selber seine Gedanken machen. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir überall dort, wo wir uns online bewegen, stetig Spuren zurücklassen. Daher, sich klar sein, was und wie viel man von sich persönlich preisgeben möchte. Wir sind alle gefordert, uns genau zu überlegen, welche Bilder und Videos wir in der Welt online verbreiten wollen. Selbstverständlich steht der Unterhaltungswert zuoberst, und mit etwas Humor und Augenzwinkern sollten wir uns auch nicht  zu ernst nehmen. Das hilft bestimmt.

Zwischenzeitlich hat sich vieles geändert und wir haben weiterhin Freude uns zu messen, egal ob online über die verschieden Social-Media-Plattformen oder im wirklichen Leben. Der Mensch hat schon seit jeher den Vergleich gesucht. Vergleiche und Wettbewerbe gab es schon immer, einfach etwas anders.

Eckdaten zu TikTok

Die TikTok-App wurde bereits von über zwei Milliarden Menschen auf ihren Smartphones installiert und wird von einem grossen Teil mehrmals täglich genutzt. In der Schweiz hat die Plattform bereits zirka eine halbe Million Nutzer.

Auf TikTok sind meist witzige Videoclips von 15 bis 60 Sekunden, oft mit Musik hinterlegt, zu finden. Das liegt daran, das die App 2018 mit Musical.ly fusioniert wurde. 

TikTok ist noch immer sehr jung und unerforscht, doch man erkennt ein enormes Potenzial. Empfehlung: «Machen Sie sich Ihr eigenes Bild über die vielen Nutzungsmöglichkeiten zur Plattform und Video-Community.» 

Politisch sind zurzeit Verhandlungen zwischen Amerika und China im Gange, doch das ändert laufend und ist noch nicht abschliessend geklärt. Bleiben wir gespannt!

* Silvia Wetter führt in Wädenswil eine Unternehmung im Bereich Social Media & Marketing. Sie ist Inhaberin der Agentur Wetter Marketing & Social Beratung.

www.silviawetter.ch

Teilen mit:

0 Kommentare zu “Tictac oder TikTok? Beides hat Suchtpotenzial!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.