30 jodelnde Männer, die Hände tief in ihren Hosentaschen vergraben, eine Delegation aus Einsiedeln und die Theatertruppe des Männerchors bestritten das diesjährige Chränzli im Hüttner Gemeindesaal.
Text: Alexia Bischof
Bilder: Stefan Baumgartner
Vor einer wunderbaren Tannenwaldkulisse und vor ihrer Dirigentin Jasmin Egli stimmten die gestandenen Mannsbilder das erste Stück ihres Jahreskonzertes an. Die ersten Takte des «Boogie-Woogie» des Männerchors Hütten erklangen überraschenderweise in Englisch, laut dem Applaus eher ein Novum. Eugen Merz, ein Sänger im 2. Tenor, begrüsste das volle Haus und bedankte sich für die grosse Unterstützung durch Familienmitglieder, Freunde, Sponsoren und anderen Vereinen. Nur so seien sieben Aufführungen mit anschliessendem Theater, Tombola und kulinarischem Angebot möglich. Die Dirigentin leitete die Sänger souverän durch die verschiedenen Liedstücke. «Mi Freud» von Jakob Ummel, gefolgt von «Heimatgfühl», einem Chorlied der Band «Heimweh», welches erst noch arrangiert werden musste. Ein wunderbares Stück, eine Art Uraufführung, da dies der Wunsch eines Hochzeitspaares für die kommende Hochzeit ist. Das Publikum gab seinen Segen für den baldigen Kirchenauftritt mittels lautem Applaus. Weiter ging es mit «Bärgblueme», einem Jodellied von Emil Herzog. Der Gesang von Edelweiss, Bergzyklam und Enzian berührte jetzt wohl die letzten Zuhörenden im Saal. «Am Sonntag wemmer lustig sii» passte zum nebligen Sonntag und wurde bereits im Jahre 1906 geschrieben. «Deshalb hören wir darin auch ein paar Ausdrücke, die nicht mehr so in unserem Wortschatz liegen», wie Dirigentin Jasmin Egli dem Publikum verriet. Das letzte Stück im Programm war ein wunderschönes Lied von ein paar talentierten Solisten – oder «ein talentiertes Lied von ein paar wunderschönen Solisten», wie die Dirigentin keck meinte. «Zrugg zu de Wurzle» von Hanspeter Wüthrich war dann tatsächlich wunderschön. Nach der Zugabe «En guete Gedanke» wäre wohl der richtige Moment für die Anmeldung für das Projekt des Männerchors – «Wädi jodled!» – gewesen: Die Applaudierenden waren in der passenden Stimmung, sangen in Gedanken mit und klopften den Takt still mit ihren Füssen.
Gastauftritte
Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die beiden Auftritte der Delegation vom Kinder-Jodelchörli Einsiedeln. Diese jungen Mädchen und Knaben erlaubten den Männerchörlern eine Pause und beeindruckten mit ihren Stimmen und ihrer Choreografie. Sie «jüüzlet» traditionelle und neuzeitliche «Jüüzli» und Lieder. Seit zwölf Jahren leitet Agatha Kälin-Schönbächler interessierte Kinder und Jugendliche von sechs bis zwanzig Jahren. Um möglichst vielen einen Auftritt in Hütten zu ermöglichen und auch den Aufwand stemmen zu können, waren es je nach Datum andere Kleinformationen.
Lachen ist gesund
Nach einer Pause, in welcher man Lose für die Tombola kaufen konnte, ging es mit dem Theater los. Ein Lustspiel in 3 Akten, «Euses Prachts-exemplar» von Lukas Bühler wurde aufgeführt. Bearbeitet wurde das Stück von Margrit Fässler, und Hanspeter Schawalder führte Regie.
Die Szenerie spielte in der warmen Stube des Ehepaars Bürli auf dem Erlenhof. Da der Postbote wegen ihres scharfen Wachhunds nicht täglich komme, waren Rechnungen, die Steuererklärung und die Beantwortung einer Anfrage an die Fachzeitschrift «Biofarmer heute» verspätet eingetroffen. Annemiggi Bürli (Irene Marty) freute sich riesig über die positive Antwort, dass ihr Muni Ambros von einem ausgewiesenen Fotografen aufgenommen werden soll. Emmi (Gabriela Nägele) und ihre Schwester Hildi (Nadine Marty) wiederum beschwerten sich, dass eine Kuh von Bürlis in ihrem Garten stehe und sie deswegen zwölf Eier als Genugtuung forderten. Vreni (Margrit Fässler), die treue Magd, mag die beiden nervigen Schwestern gar nicht und meinte, dass es schade sei, dass die beiden dummen Hühner die Eier nicht gleich selber legen können.
Bauer Franz Bürli (Hans Ulrich) und sein Knecht Balz (Dario Wagner) glaubten, dass der Fotograf des Meisters und des bevorstehenden Hochzeitstags wegen auf den Hof komme. Und so diskutierten sie über das mögliche Outfit, gutes Licht und Glanzmittel, welches laut Vorbereitungsaufgaben eingerieben werden sollte. Dass die ganze Männlichkeit sichtbar sein sollte, fanden die beiden Herren dann doch fast ein etwas grenzwertig. Mit Lunzi (Silvan Ulrich), dem zweiten Knecht, machten sie sich gemeinsam an die Massnahmen zum bevorstehenden Shooting. Bald stand das Oberhaupt des Hofes im pinken Bademantel im Raum. Die beiden jungen Nachbarinnen Emmi und Hildi erschienen für die nächste Beschwerde, deponierten rasch einen Korb mit diversen Putzmitteln, weil sie doch tatsächlich ein weiteres Gütterli vergessen hatten und deswegen nochmals nach Hause mussten.
Mit dem Fotograf der Fachzeitschrift, Herr Vollenweider (Andreas Staub), traf nun auch gleichzeitig die Kontrolle für die Biohofzertifizierung, Frau Leuenberger (Ruth Dabic), ein. Dummerweise wurden von der Kontrolleurin die Putzmittel der beiden Schwestern entdeckt, währenddessen der Forograf das ausgewählte Fotomodell suchte. Missverständnisse reihten sich nun aneinander. Biohof, ja oder nein? Wer kommt aufs Foto? Endlich kam es gut. Bio ja, das Foto von Muni Ambros war im Kasten, die beiden nervensägenden Mädchen lagen bewusstlos und still auf dem Sofa, der Hund bellte immer noch und der Nachbar Theo (Melk Ulrich) konnte den Stier vom Erlenhof kaufen. Zwei Prachtsexemplare auf einem Hof seien definitiv eines zuviel, und schliesslich habe sie mit Franz «schon das volle Programm», so die fixfertige Bäuerin Bürli.
Mit grossem Applaus wurden die zehn Schauspielerinnen und -spieler verabschiedet und rundum die Tränen vom Lachen getrocknet. Eine lüpfige Komödie, welche unser Leben durchaus öfters antreffen dürfte.
Zeit, die Essensbestellungen zu platzieren und auf die Unterhaltungsmusik «Die lüpfige Chüetriiber» zu warten. Bestimmt wurde das Tanzbein geschwungen – der Redaktion liegt die Zeit des Lichterlöschens nicht vor.
Projekt «Wädi jodled!»
Seit Dezember 2025 ist Jodeln immaterielles Weltkulturerbe. Und 2027 feiert der Männerchor Hütten sein 120-Jahr-Jubiläum. Diese beiden Ereignisse bewog die Jodler, daraus das Projekt «Wädi jodled!» zu entwicklen.
Ab dem 7. Mai 2026 gibt es vier Schnupper- und Kennenlernproben mit Jasmin Egli im Schulhaus Hütten. Die Proben stehen nicht nur Männern offen, auch Frauen sind sehr willkommen. Jasmin Egli ist professionell ausgebildete Dirigentin, aktive Jodlerin und motivierende Pädagogin – eine sorgfältige Annäherung ans Jodeln ist also gewährleistet. Nachher entscheidet sich jede und jeder, ob er ab Herbst 2026 bei diesem Projekt mitmacht und auch am Abschlusskonzert vom 22. Mai 2027 in der Glärnischhalle in Wädenswil dabei ist.
Das schöne Ansinnen der umtriebigen Hüttner Sänger kann auch mit einer Stimme beim Publikumsvoting des «Projekt 1816» der Sparcassa 1816 unterstützt werden.
Mit dem Projekt «Wädi jodled!» investiert der Männcherchor Hütten nicht nur in seine eigene Zukunft, das Projekt dürfte alle Hüttnerinnen und Hüttner auch näher nach Wädenswil bringen – und umgekehrt.
22. Mai 2027: Folklore-Konzert in der Glärnischhalle mit Männerchor Hütten, Projektchor «Wädi jodled!» und Gebr. Steinauer
www.maennerchor-huetten.ch
Projekt1816 – Gemeinsam für die Region
30 jodelnde Männer, die Hände tief in ihren Hosentaschen vergraben, eine Delegation aus Einsiedeln und die Theatertruppe des Männerchors bestritten das diesjährige Chränzli im Hüttner Gemeindesaal.
Text: Alexia Bischof
Bilder: Stefan Baumgartner
Vor einer wunderbaren Tannenwaldkulisse und vor ihrer Dirigentin Jasmin Egli stimmten die gestandenen Mannsbilder das erste Stück ihres Jahreskonzertes an. Die ersten Takte des «Boogie-Woogie» des Männerchors Hütten erklangen überraschenderweise in Englisch, laut dem Applaus eher ein Novum. Eugen Merz, ein Sänger im 2. Tenor, begrüsste das volle Haus und bedankte sich für die grosse Unterstützung durch Familienmitglieder, Freunde, Sponsoren und anderen Vereinen. Nur so seien sieben Aufführungen mit anschliessendem Theater, Tombola und kulinarischem Angebot möglich. Die Dirigentin leitete die Sänger souverän durch die verschiedenen Liedstücke. «Mi Freud» von Jakob Ummel, gefolgt von «Heimatgfühl», einem Chorlied der Band «Heimweh», welches erst noch arrangiert werden musste. Ein wunderbares Stück, eine Art Uraufführung, da dies der Wunsch eines Hochzeitspaares für die kommende Hochzeit ist. Das Publikum gab seinen Segen für den baldigen Kirchenauftritt mittels lautem Applaus. Weiter ging es mit «Bärgblueme», einem Jodellied von Emil Herzog. Der Gesang von Edelweiss, Bergzyklam und Enzian berührte jetzt wohl die letzten Zuhörenden im Saal. «Am Sonntag wemmer lustig sii» passte zum nebligen Sonntag und wurde bereits im Jahre 1906 geschrieben. «Deshalb hören wir darin auch ein paar Ausdrücke, die nicht mehr so in unserem Wortschatz liegen», wie Dirigentin Jasmin Egli dem Publikum verriet. Das letzte Stück im Programm war ein wunderschönes Lied von ein paar talentierten Solisten – oder «ein talentiertes Lied von ein paar wunderschönen Solisten», wie die Dirigentin keck meinte. «Zrugg zu de Wurzle» von Hanspeter Wüthrich war dann tatsächlich wunderschön. Nach der Zugabe «En guete Gedanke» wäre wohl der richtige Moment für die Anmeldung für das Projekt des Männerchors – «Wädi jodled!» – gewesen: Die Applaudierenden waren in der passenden Stimmung, sangen in Gedanken mit und klopften den Takt still mit ihren Füssen.
Gastauftritte
Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die beiden Auftritte der Delegation vom Kinder-Jodelchörli Einsiedeln. Diese jungen Mädchen und Knaben erlaubten den Männerchörlern eine Pause und beeindruckten mit ihren Stimmen und ihrer Choreografie. Sie «jüüzlet» traditionelle und neuzeitliche «Jüüzli» und Lieder. Seit zwölf Jahren leitet Agatha Kälin-Schönbächler interessierte Kinder und Jugendliche von sechs bis zwanzig Jahren. Um möglichst vielen einen Auftritt in Hütten zu ermöglichen und auch den Aufwand stemmen zu können, waren es je nach Datum andere Kleinformationen.
Lachen ist gesund
Nach einer Pause, in welcher man Lose für die Tombola kaufen konnte, ging es mit dem Theater los. Ein Lustspiel in 3 Akten, «Euses Prachts-exemplar» von Lukas Bühler wurde aufgeführt. Bearbeitet wurde das Stück von Margrit Fässler, und Hanspeter Schawalder führte Regie.
Die Szenerie spielte in der warmen Stube des Ehepaars Bürli auf dem Erlenhof. Da der Postbote wegen ihres scharfen Wachhunds nicht täglich komme, waren Rechnungen, die Steuererklärung und die Beantwortung einer Anfrage an die Fachzeitschrift «Biofarmer heute» verspätet eingetroffen. Annemiggi Bürli (Irene Marty) freute sich riesig über die positive Antwort, dass ihr Muni Ambros von einem ausgewiesenen Fotografen aufgenommen werden soll. Emmi (Gabriela Nägele) und ihre Schwester Hildi (Nadine Marty) wiederum beschwerten sich, dass eine Kuh von Bürlis in ihrem Garten stehe und sie deswegen zwölf Eier als Genugtuung forderten. Vreni (Margrit Fässler), die treue Magd, mag die beiden nervigen Schwestern gar nicht und meinte, dass es schade sei, dass die beiden dummen Hühner die Eier nicht gleich selber legen können.
Bauer Franz Bürli (Hans Ulrich) und sein Knecht Balz (Dario Wagner) glaubten, dass der Fotograf des Meisters und des bevorstehenden Hochzeitstags wegen auf den Hof komme. Und so diskutierten sie über das mögliche Outfit, gutes Licht und Glanzmittel, welches laut Vorbereitungsaufgaben eingerieben werden sollte. Dass die ganze Männlichkeit sichtbar sein sollte, fanden die beiden Herren dann doch fast ein etwas grenzwertig. Mit Lunzi (Silvan Ulrich), dem zweiten Knecht, machten sie sich gemeinsam an die Massnahmen zum bevorstehenden Shooting. Bald stand das Oberhaupt des Hofes im pinken Bademantel im Raum. Die beiden jungen Nachbarinnen Emmi und Hildi erschienen für die nächste Beschwerde, deponierten rasch einen Korb mit diversen Putzmitteln, weil sie doch tatsächlich ein weiteres Gütterli vergessen hatten und deswegen nochmals nach Hause mussten.
Mit dem Fotograf der Fachzeitschrift, Herr Vollenweider (Andreas Staub), traf nun auch gleichzeitig die Kontrolle für die Biohofzertifizierung, Frau Leuenberger (Ruth Dabic), ein. Dummerweise wurden von der Kontrolleurin die Putzmittel der beiden Schwestern entdeckt, währenddessen der Forograf das ausgewählte Fotomodell suchte. Missverständnisse reihten sich nun aneinander. Biohof, ja oder nein? Wer kommt aufs Foto? Endlich kam es gut. Bio ja, das Foto von Muni Ambros war im Kasten, die beiden nervensägenden Mädchen lagen bewusstlos und still auf dem Sofa, der Hund bellte immer noch und der Nachbar Theo (Melk Ulrich) konnte den Stier vom Erlenhof kaufen. Zwei Prachtsexemplare auf einem Hof seien definitiv eines zuviel, und schliesslich habe sie mit Franz «schon das volle Programm», so die fixfertige Bäuerin Bürli.
Mit grossem Applaus wurden die zehn Schauspielerinnen und -spieler verabschiedet und rundum die Tränen vom Lachen getrocknet. Eine lüpfige Komödie, welche unser Leben durchaus öfters antreffen dürfte.
Zeit, die Essensbestellungen zu platzieren und auf die Unterhaltungsmusik «Die lüpfige Chüetriiber» zu warten. Bestimmt wurde das Tanzbein geschwungen – der Redaktion liegt die Zeit des Lichterlöschens nicht vor.
Projekt «Wädi jodled!»
Seit Dezember 2025 ist Jodeln immaterielles Weltkulturerbe. Und 2027 feiert der Männerchor Hütten sein 120-Jahr-Jubiläum. Diese beiden Ereignisse bewog die Jodler, daraus das Projekt «Wädi jodled!» zu entwicklen.
Ab dem 7. Mai 2026 gibt es vier Schnupper- und Kennenlernproben mit Jasmin Egli im Schulhaus Hütten. Die Proben stehen nicht nur Männern offen, auch Frauen sind sehr willkommen. Jasmin Egli ist professionell ausgebildete Dirigentin, aktive Jodlerin und motivierende Pädagogin – eine sorgfältige Annäherung ans Jodeln ist also gewährleistet. Nachher entscheidet sich jede und jeder, ob er ab Herbst 2026 bei diesem Projekt mitmacht und auch am Abschlusskonzert vom 22. Mai 2027 in der Glärnischhalle in Wädenswil dabei ist.
Das schöne Ansinnen der umtriebigen Hüttner Sänger kann auch mit einer Stimme beim Publikumsvoting des «Projekt 1816» der Sparcassa 1816 unterstützt werden.
Mit dem Projekt «Wädi jodled!» investiert der Männcherchor Hütten nicht nur in seine eigene Zukunft, das Projekt dürfte alle Hüttnerinnen und Hüttner auch näher nach Wädenswil bringen – und umgekehrt.
22. Mai 2027: Folklore-Konzert in der Glärnischhalle mit Männerchor Hütten, Projektchor «Wädi jodled!» und Gebr. Steinauer
www.maennerchor-huetten.ch