Wädenswil

Trubi-Jubi: laut und lang

Am 17. Januar feierte die letzte verbliebene Wädenswiler Guggenmusig ihr 50-Jahr-Jubiläum. 10 Stunden lang feierten die Trubadixer zusammen mit ihren Fans, Gönnern, Ehemaligen, anderen Wättischwiiler Cliquen, Gruppen und Fasnächtlern.

Text: Stefan Baumgartner
Bilder: stb/zvg

Um 18 Uhr war Türöffnung für ehemalige Mitglieder, Sponsoren und besondere Gäste. Und so konnte Präsidentin Sandra Refky bereits eine recht grosse Gästeschar begrüssen, ehe das Fest dann so richtig startete.
Den Reigen der Glückwunschredner begann Erwin Zehnder, eines der Gründungsmitglieder der Guggenmusig. So erfuhr das Publikum, dass die Gründung und der Erfolg auf dem Niedergang einer anderen Wädenswiler Guggenmusig fusste. An der «Etzelbööggete» im Februar 1976, der damals noch durchgeführten katholischen Pfarreifasnacht, hörten einige der Gründungsmitglieder die Vorstellung der «Stadtgrübler». Diese hätten so mies gespielt, dass sie sich spontan entschieden, eine neue Guggenmusig zu gründen. (Die Stadtgrübler ihrerseits hielten noch elf Jahre durch und lösten sich dann 1987 auf.) Schliesslich vollzogen sechs Personen die Gründung der Trubadix in einer Alphütte ob Siebnen. Der musikalische Beginn war aber auch für die neue Guggenmusig nicht ganz einfach, und so sei das mangelhafte musikalische Können durch gelernte Trompeter wie Walter Hofstetter und Waldi Waldvogel ergänzt worden. «Wäle» war bis 2018 Aktivmitglied, Waldi ist es heute noch.
Gemeinderatspräsident Roman Schafflützel erwähnte, dass es in Wädenswil aktive und engagierte Vereine brauche – so wie es die Trubadix schon immer gewesen sei und immer sein werde. Er erinnerte sich an seine frühe Kindheit, als das Guggenkonzert noch auf dem «Plätzli» am Eck Eintracht-/Seestrasse stattfand und wie er sich auf die schön-schrägen Töne freute. Namens des Gemeinderats bedankte er sich für die vergangenen und die kommenden 50 Jahre und wünschte der Guggenmusig viele schlaflose Fasnachtsnächte und ein weiterhin aktives Vereinsleben.
Als Vorbild für Durchhaltewillen und Engagement stellte Speaker Thomy Jeker Stapi Philipp Kutter vor, der die Grüsse des Stadtrats überbrachte. Auch er hat Erinnerungen an die Guggenmusig und erzählte von seinem Traum: Einmal mit dem Saxophon bei den Trubis mitspielen. Die Trubadix sei eine Institution an der Wädenswiler Fasnacht, die ihrem Publikum schon manche wunderbare Augenblicke geschenkt habe. «Ihr seid immer noch junge Typen, auch wenn ihr schon 50 seid. Ich bin sicher, wir treffen uns in 50 Jahren wieder hier!», rief er den gallischen Barden zu.
Ronny Isenschmid, Regionenleiter des Hefari, des Dachverbands der organisierten Schweizer Fasnächtler, unterstrich, dass es immer eine Ehre sei, einer jubilierenden Musik oder Zunft zu gratulieren. Fasnacht sei ein wichtiges Kulturgut in der Schweiz. Und so überreichte er namens des Helvetischen Fasnachts-Rings die Jubiläumsgeschenke: einerseits eine Ehrentafel, andrerseits den Verbandsorden, den sich die Präsidentin stolz umhängen durfte. «Haltet diesem Kulturgut Sorge», schloss er seine Rede.

Rauschendes Fest bis in die Morgenstunden

Punkt 19 Uhr öffneten sich die Tore der Kulturhalle Glärnisch auch für das gemeine Publikum, und ab der ersten Minute herrschte Hochbetrieb an der Bar und tolle Stimmung rund um die Bühne. DJ Schnupf unterhielt die Festgemeinde, wenn die Bühne gerade leer war. Guggenmusigen aus der näheren und weiteren Umgebung gaben sich ein Stelldichein, und natürlich durften die einheimischen Tambouren den Auftakt machen. Sie spielten so lange, dass ein fast nahtloser Übergang zur «Art-Rose» aus Thalwil stattfand. Noch vor den Jubilaren spielten die Stadtzürcher «Ladykillers», danach noch die Guggenmusig «Robehuuse» aus Wetzikon und die «Albis-Chroser» aus Langnau.
Den Hauptact nahmen die Trubadixer – logisch! – selbst wahr. In ihrer aktuellen Zusammensetzung zeigten sie dem Publikum auch das Jubiläumsoutfit – das natürlich der namensgebende, schräg spielende Gallier aus dem unbeugsamen Dorf darstellt. Konnte man diese Aufführung noch toppen? Ja, man konnte. Viele Ehemalige liessen es sich nicht nehmen, nach einigen Refresher-Proben wieder mit ihrer einstigen Formation auf (oder vor) der Bühne zu stehen und einige «Greatest Hits» zum Besten zu geben.
Dass die Guggenmusig Trubadix für viele auch Familie ist, zeigte sich so wieder eindrücklich.
Und das Motto – oder je nach Uhrzeit – Fazit des Abends? «Ich nime na en Campari Soda …»

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