Wädenswil

Heidi in Wädenswil: «De Peter hät en gna!»

Die Lesegesellschaft Wädenswil lud zusammen mit dem Spyrimuseum Hirzel am Sonntag, 11. Januar 2026, das Theater Kanton Zürich mit «Heidi» nach Wädenswil ein. Kinder und Erwachsene füllten das Theater Ticino bis auf den letzten Platz.

Mit grosser Spielfreude holten die Schauspieler Annina Walt, Nils Torpus und Antonio Ramón Luque die Kinder ab und führten sie in die Welt von Heidi. Lebendig und lebensnah spielten die drei acht verschiedene Rollen des fast 150 Jahre alten Kinderromans, wobei so auf einmal klar wurde: Der Text hat bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüsst. Und auch wenn der knorrige Alpöhi und die kranke Klara aus Frankfurt gegensätzlicher nicht sein könnten, zweifelten die Kinder im Publikum keinen Moment daran, dass jetzt Klara leidet und dann der Alpöhi allmählich auftaut und sein Heidi lieb gewinnt – beide Rollen sehr überzeugend gespielt von Theaterprofi Nils Tropus. Ebenso glaubhaft waren Fräulein Rottenmeier und der Geissenpeter, verkörpert von Antonio Ramón Luque. Und dann war noch Heidi. Sie liess die Kinder sich mitfreuen, wenn sie sich selbst der glühenden Sonne oder der Bergenziane erfreute.
Und auch Peter, der doch gar nicht lesen konnte und wollte, holte die Aufmerksamkeit des Publikums ab, wenn er plötzlich Sätze zu Alpöhi las, die gar nicht im Buch standen: «Hät Püggel am Füdle und stinkt.» Später schmiss er aus Wut und Eifersucht den Rollstuhl Klaras heimlich über die Felsen. Als Heidi und Klara ihn suchten, liessen es sich die Kinder aus dem Publikum nicht nehmen, auf die Bühne zu rufen: «De Peter hät en gna!»
Und als Klara die frische Geissenmilch anständig, wie das Mädchen aus vornehmem Haus, trank und das Gefäss still wieder deponierte, missfiel das Heidi, worauf sie ihre Freundin höflich aufforderte, den Görps doch bitte noch herzugeben. Laut krachend folgte er. Lachen! Doch am Ende lernte Klara nicht nur zu rülpsen, sondern vor allem eins: gehen und tanzen. Und das war letztlich nicht nur Heidi zu verdanken, sondern vielleicht auch ein wenig Peter, der genauso merkte, wie wichtig Freundschaft ist. (e)

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