Rund um das Areal des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» und das Gessner-Areal in Wädenswil laufen seit Anfang November 2025 umfangreiche Bauarbeiten. Die Massnahmen sind Teil verschiedener Bau- und Infrastrukturprojekte und erstrecken sich über mehrere Etappen. Seither prägen temporäre Sperrungen, veränderte Verkehrsführungen sowie eingeschränkte Zugangswege den Alltag im Quartier. Davon betroffen sind Anwohnende ebenso wie Kundinnen und Kunden, Gewerbebetriebe und Lieferdienste.
Text: Sabine Itting
Bilder: Stefan Baumgartner
Die Bauarbeiten führen zu spürbaren Veränderungen in der Nutzung des öffentlichen Raums und stellen insbesondere für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit Kinderwagen sowie den Lieferverkehr eine Herausforderung dar. Für die ansässigen Geschäfte erschweren die veränderten Zugangs- und Verkehrssituationen den Betrieb und wirken sich deutlich auf Umsätze und die Kundenfrequenz aus.
«chic&shabby»: Umzug unvermeidbar
Zu den Betrieben, die besonders stark unter dem Um- und Neubau im Einkaufszentrum leiden, gehört «chic&shabby». Das Geschäft bietet auf zwei Etagen ein bewusst anderes Einkaufserlebnis: Statt dichter Kleiderstangen oder überfüllter Regale findet sich eine sorgfältig ausgewählte Vielfalt an Möbeln, Dekoration, Mode und Accessoires – oft Einzelstücke, stilvoll arrangiert.
Inhaberin Astrid Kistler hat das Geschäft gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Markus Egger von Grund auf aufgebaut. Neben einer treuen Stammkundschaft ist «chic&shabby» gerade in der Vorweihnachtszeit stark auf Laufkundschaft angewiesen. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft blieb diese jedoch weitgehend aus.
Der Parkplatz ist dabei nur eines von mehreren Problemen. Die Inhaberin schildert eine zunehmend angespannte Situation vor Ort. Ihr Geschäftspartner verweist zudem darauf, dass seit Jahren bekannt gewesen sei, dass es zu einem Um- und Neubau kommen werde, konkrete Information und Koordination mit den betroffenen Betrieben jedoch gefehlt hätten. «Ich hätte mir einen runden Tisch mit allen Beteiligten gewünscht, um frühzeitig informiert zu werden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen», sagt er.
Hinzu kommt, dass das Geschäft den Standort vorübergehend verlassen muss. Der damit verbundene Umzug bedeutet einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand, den es, so Kistler, selbst tragen muss. Ein neuer Laden wurde im November an der Rosenbergstrasse eröffnet, ein weiterer Standort an der Türgass folgt im Februar. Bis Ende Januar ist «chic&shabby» noch in «di alt Fabrik» anzutreffen, danach tritt es unter dem Namen «einzigg.ch – Lifestyle & Fashion» an den neuen Standorten auf.
Weitere Gewerbebetriebe berichten von Auswirkungen
Auch andere Betriebe im Quartier schildern Veränderungen im Geschäftsalltag infolge der Bauarbeiten. Schuler Weine hatte die Liquidation des Standorts bereits vor Baubeginn geplant und war daher nicht direkt von den Bauarbeiten betroffen. Während der Bauphase reagierte das Unternehmen auf die erschwerte Erreichbarkeit, indem Kundinnen und Kunden zeitweise direkt vor dem Laden parkieren konnten. Baulärm und Zugangsbedingungen spielten zwar eine Rolle, waren jedoch nicht ausschlaggebend für die Schliessung.
Deutlicher zeigen sich die Auswirkungen bei anderen Betrieben. Die Bäckerei Live-Beck verzeichnete in der Vorweihnachtszeit nicht einmal die Hälfte der üblichen Einnahmen. Ein Aushang weist darauf hin, dass der Standort nach rund 20 Jahren Ende Januar 2026 aufgegeben wird. Das Unternehmen bleibt jedoch als Feld-Beck sowie mit einem Marktstand am Samstagsmarkt in Wädenswil und zudem mit einer Filiale in Thalwil präsent.
Auch Mitarbeitende des Fachgeschäfts für Papeterie- und Schulbedarf, PaBaMarkt, berichten von rückläufigen Umsätzen, insbesondere während der normalerweise umsatzstarken Vorweihnachtszeit. Als Hauptgrund wird die erschwerte Zugänglichkeit genannt. Ähnliche Einschätzungen kommen aus weiteren betroffenen Geschäften, so zum Beispiel aus dem Bayard- Outlet, wo vor allem Baulärm ein entspanntes Einkaufserlebnis beeinträchtigt.
Anliegen an den Stadtrat
Mehrere betroffene Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhaber sowie die Eigentümerin des Areals wandten sich gemeinsam in einem Schreiben an den Stadtrat. Darin wurde auf die Herausforderungen hingewiesen, die sich durch die Baustelleninstallation rund um das Gessner-Areal ergeben. Genannt wurden unter anderem eingeschränkte Zufahrten, begrenzte Parkmöglichkeiten sowie teilweise unübersichtliche Signalisation, die den Zugang für Kundschaft und Lieferverkehr erschweren.
Angeregt wurde eine Prüfung möglicher Verbesserungen, etwa durch Anpassungen an der Baustelleneinrichtung, eine optimierte Beschilderung, die temporäre Nutzung zusätzlicher Parkflächen oder eine zeitlich effizientere Durchführung der Bauarbeiten. Ziel sei es, die ansässigen Gewerbebetriebe im Quartier während der Bauphase bestmöglich zu unterstützen.
Reaktionen auf die Anliegen der Gewerbebetriebe
Auf Nachfrage zeigen sich die Verantwortlichen betroffen und verständnisvoll. Vom Stadtrat, an den der Brief adressiert war, heisst es, dass alle Punkte geprüft und die Anliegen ernst genommen werden. Alle Beteiligten bemühen sich, die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten.
Es wurde zugesagt, dass die Durchgangsstrasse noch im Januar teilweise wieder befahrbar sein wird: Die vorübergehend aufgestellten Baucontainer auf der Kreuzstrasse sollen auf städtisches Gelände – in den Neuhof-Park – umgestellt werden, um den Verkehrs- und Zugangsfluss im Quartier zu verbessern.
Unabhängig von den laufenden Massnahmen wurde in den Gesprächen deutlich, dass alle Beteiligten einer frühzeitigen und transparenten Kommunikation während der weiteren Bauphasen grosse Bedeutung beimessen. Eine verbesserte Abstimmung zwischen Stadt, Bauherrschaft und Gewerbebetrieben wird als wichtig erachtet, um mögliche Beeinträchtigungen künftig möglichst früh zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Neues Quartier auf dem Gessner-Areal
Auf dem Areal des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» mitten in Wädenswil entstehen in den kommenden Jahren mehrere Neubauten sowie umfassende Infrastrukturmassnahmen. Geplant sind der Ausbau des Fernwärmenetzes für den «Energieverbund Wädenswil» sowie die Erneuerung von Wasser-, Gas- und Elektroleitungen, der Kanalisation und der Strassen.
Nach Angaben der Verantwortlichen wird die Gelegenheit genutzt, diese Arbeiten gleichzeitig durchzuführen, um in den kommenden Jahren erneute Bautätigkeiten und zusätzliche Einschränkungen zu vermeiden.
Damian Isler, Vertreter der Bauherrschaft, erklärte im Gespräch, dass auf dem Areal ein lebendiges Quartier entstehen soll. Geplant sind rund 100 neue Wohnungen für den Mittelstand sowie zusätzliche Flächen für Gewerbe. Besonders hervorgehoben wurden dabei attraktive neue Ladenflächen. Insgesamt sollen fünf neue Gebäude errichtet werden. Dabei werde darauf geachtet, den Charme und die Bedeutung der ehemaligen Seidenweberei zu erhalten.
Die Bauarbeiten sollen die Schaffung von neuem Wohnraum, Gewerbeflächen und Einkaufsmöglichkeiten mit den notwendigen Infrastrukturmassnahmen verbinden. So wollen die Projektverantwortlichen die Entwicklung eines Quartiers ermöglichen, das Wohnen, Arbeiten und Einkaufen miteinander verknüpft, ohne dass es in naher Zukunft erneut zu grösseren Baueinschränkungen kommt.
Ausblick
Auch in Zukunft wird der Wädenswiler Anzeiger über den Verlauf der Bauarbeiten und deren Auswirkungen auf das Quartier informieren.
Rund um das Areal des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» und das Gessner-Areal in Wädenswil laufen seit Anfang November 2025 umfangreiche Bauarbeiten. Die Massnahmen sind Teil verschiedener Bau- und Infrastrukturprojekte und erstrecken sich über mehrere Etappen. Seither prägen temporäre Sperrungen, veränderte Verkehrsführungen sowie eingeschränkte Zugangswege den Alltag im Quartier. Davon betroffen sind Anwohnende ebenso wie Kundinnen und Kunden, Gewerbebetriebe und Lieferdienste.
Text: Sabine Itting
Bilder: Stefan Baumgartner
Die Bauarbeiten führen zu spürbaren Veränderungen in der Nutzung des öffentlichen Raums und stellen insbesondere für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit Kinderwagen sowie den Lieferverkehr eine Herausforderung dar. Für die ansässigen Geschäfte erschweren die veränderten Zugangs- und Verkehrssituationen den Betrieb und wirken sich deutlich auf Umsätze und die Kundenfrequenz aus.
«chic&shabby»: Umzug unvermeidbar
Zu den Betrieben, die besonders stark unter dem Um- und Neubau im Einkaufszentrum leiden, gehört «chic&shabby». Das Geschäft bietet auf zwei Etagen ein bewusst anderes Einkaufserlebnis: Statt dichter Kleiderstangen oder überfüllter Regale findet sich eine sorgfältig ausgewählte Vielfalt an Möbeln, Dekoration, Mode und Accessoires – oft Einzelstücke, stilvoll arrangiert.
Inhaberin Astrid Kistler hat das Geschäft gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Markus Egger von Grund auf aufgebaut. Neben einer treuen Stammkundschaft ist «chic&shabby» gerade in der Vorweihnachtszeit stark auf Laufkundschaft angewiesen. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft blieb diese jedoch weitgehend aus.
Der Parkplatz ist dabei nur eines von mehreren Problemen. Die Inhaberin schildert eine zunehmend angespannte Situation vor Ort. Ihr Geschäftspartner verweist zudem darauf, dass seit Jahren bekannt gewesen sei, dass es zu einem Um- und Neubau kommen werde, konkrete Information und Koordination mit den betroffenen Betrieben jedoch gefehlt hätten. «Ich hätte mir einen runden Tisch mit allen Beteiligten gewünscht, um frühzeitig informiert zu werden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen», sagt er.
Hinzu kommt, dass das Geschäft den Standort vorübergehend verlassen muss. Der damit verbundene Umzug bedeutet einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand, den es, so Kistler, selbst tragen muss. Ein neuer Laden wurde im November an der Rosenbergstrasse eröffnet, ein weiterer Standort an der Türgass folgt im Februar. Bis Ende Januar ist «chic&shabby» noch in «di alt Fabrik» anzutreffen, danach tritt es unter dem Namen «einzigg.ch – Lifestyle & Fashion» an den neuen Standorten auf.
Weitere Gewerbebetriebe berichten von Auswirkungen
Auch andere Betriebe im Quartier schildern Veränderungen im Geschäftsalltag infolge der Bauarbeiten. Schuler Weine hatte die Liquidation des Standorts bereits vor Baubeginn geplant und war daher nicht direkt von den Bauarbeiten betroffen. Während der Bauphase reagierte das Unternehmen auf die erschwerte Erreichbarkeit, indem Kundinnen und Kunden zeitweise direkt vor dem Laden parkieren konnten. Baulärm und Zugangsbedingungen spielten zwar eine Rolle, waren jedoch nicht ausschlaggebend für die Schliessung.
Deutlicher zeigen sich die Auswirkungen bei anderen Betrieben. Die Bäckerei Live-Beck verzeichnete in der Vorweihnachtszeit nicht einmal die Hälfte der üblichen Einnahmen. Ein Aushang weist darauf hin, dass der Standort nach rund 20 Jahren Ende Januar 2026 aufgegeben wird. Das Unternehmen bleibt jedoch als Feld-Beck sowie mit einem Marktstand am Samstagsmarkt in Wädenswil und zudem mit einer Filiale in Thalwil präsent.
Auch Mitarbeitende des Fachgeschäfts für Papeterie- und Schulbedarf, PaBaMarkt, berichten von rückläufigen Umsätzen, insbesondere während der normalerweise umsatzstarken Vorweihnachtszeit. Als Hauptgrund wird die erschwerte Zugänglichkeit genannt. Ähnliche Einschätzungen kommen aus weiteren betroffenen Geschäften, so zum Beispiel aus dem Bayard- Outlet, wo vor allem Baulärm ein entspanntes Einkaufserlebnis beeinträchtigt.
Anliegen an den Stadtrat
Mehrere betroffene Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhaber sowie die Eigentümerin des Areals wandten sich gemeinsam in einem Schreiben an den Stadtrat. Darin wurde auf die Herausforderungen hingewiesen, die sich durch die Baustelleninstallation rund um das Gessner-Areal ergeben. Genannt wurden unter anderem eingeschränkte Zufahrten, begrenzte Parkmöglichkeiten sowie teilweise unübersichtliche Signalisation, die den Zugang für Kundschaft und Lieferverkehr erschweren.
Angeregt wurde eine Prüfung möglicher Verbesserungen, etwa durch Anpassungen an der Baustelleneinrichtung, eine optimierte Beschilderung, die temporäre Nutzung zusätzlicher Parkflächen oder eine zeitlich effizientere Durchführung der Bauarbeiten. Ziel sei es, die ansässigen Gewerbebetriebe im Quartier während der Bauphase bestmöglich zu unterstützen.
Reaktionen auf die Anliegen der Gewerbebetriebe
Auf Nachfrage zeigen sich die Verantwortlichen betroffen und verständnisvoll. Vom Stadtrat, an den der Brief adressiert war, heisst es, dass alle Punkte geprüft und die Anliegen ernst genommen werden. Alle Beteiligten bemühen sich, die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten.
Es wurde zugesagt, dass die Durchgangsstrasse noch im Januar teilweise wieder befahrbar sein wird: Die vorübergehend aufgestellten Baucontainer auf der Kreuzstrasse sollen auf städtisches Gelände – in den Neuhof-Park – umgestellt werden, um den Verkehrs- und Zugangsfluss im Quartier zu verbessern.
Unabhängig von den laufenden Massnahmen wurde in den Gesprächen deutlich, dass alle Beteiligten einer frühzeitigen und transparenten Kommunikation während der weiteren Bauphasen grosse Bedeutung beimessen. Eine verbesserte Abstimmung zwischen Stadt, Bauherrschaft und Gewerbebetrieben wird als wichtig erachtet, um mögliche Beeinträchtigungen künftig möglichst früh zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Neues Quartier auf dem Gessner-Areal
Auf dem Areal des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» mitten in Wädenswil entstehen in den kommenden Jahren mehrere Neubauten sowie umfassende Infrastrukturmassnahmen. Geplant sind der Ausbau des Fernwärmenetzes für den «Energieverbund Wädenswil» sowie die Erneuerung von Wasser-, Gas- und Elektroleitungen, der Kanalisation und der Strassen.
Nach Angaben der Verantwortlichen wird die Gelegenheit genutzt, diese Arbeiten gleichzeitig durchzuführen, um in den kommenden Jahren erneute Bautätigkeiten und zusätzliche Einschränkungen zu vermeiden.
Damian Isler, Vertreter der Bauherrschaft, erklärte im Gespräch, dass auf dem Areal ein lebendiges Quartier entstehen soll. Geplant sind rund 100 neue Wohnungen für den Mittelstand sowie zusätzliche Flächen für Gewerbe. Besonders hervorgehoben wurden dabei attraktive neue Ladenflächen. Insgesamt sollen fünf neue Gebäude errichtet werden. Dabei werde darauf geachtet, den Charme und die Bedeutung der ehemaligen Seidenweberei zu erhalten.
Die Bauarbeiten sollen die Schaffung von neuem Wohnraum, Gewerbeflächen und Einkaufsmöglichkeiten mit den notwendigen Infrastrukturmassnahmen verbinden. So wollen die Projektverantwortlichen die Entwicklung eines Quartiers ermöglichen, das Wohnen, Arbeiten und Einkaufen miteinander verknüpft, ohne dass es in naher Zukunft erneut zu grösseren Baueinschränkungen kommt.
Ausblick
Auch in Zukunft wird der Wädenswiler Anzeiger über den Verlauf der Bauarbeiten und deren Auswirkungen auf das Quartier informieren.