Richterswil

Was Gemeinde und Gemeinderat bewegt

Anfang November informierte die Gemeinde im Rahmen einer «Gestern – Heute – Morgen»-Veranstaltung über ihre Aufgaben, Projekte und Ziele – und was sich davon auf welchem Stand befindet.

Text & Bild: Reni Bircher

Gemeindepräsident Marcel Tanner verschaffte den Anwesenden im Haaggeri-Saal einen Überblick über die gesetzten Legislaturziele sowie zu den Projekten, welche sich in unterschiedlichen Phasen befinden. Je nach Thema übernahmen die anwesenden Ressortleiter – Evelyn Meuter, Christian Stalder und Mira Crivelli-Amstutz – die Ausführungen.

«Halle für Alle»

Aushub und Schadstoffsanierung für die Dreifachturnhalle sind abgeschlossen, der Aushub der Baugrube, Baugrundsicherung und die Bodenplatte im Bereich der Tiefgarage sind in Arbeit. Das Projekt ist im Zeitplan.

Gemeindehaus – sanieren oder Neubau?

Beide Gemeindehäuser (Seestrasse 19 und Chüngengass 6) sind sanierungsbedürftig.
Beim GH 2 gegenüber dem Postgebäude könnte ein Erweiterungsbau die Platzbedürfnisse für die nächsten Generationen schaffen. Dort jedoch gibt es mehrere Auflagen: Den Gestaltungsplan «Post» und den Aussichtsschutz der Villa Steinburg. Weil das Gebäude im Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung in der Kernzone steht, macht es einen Aus- oder Umbau ohne Zustimmung des Denkmalschutzes unmöglich. Die Infrastruktur für IT und Technik beider Gemeindehäuser reicht für die Nutzung als Bürogebäude nicht wirklich aus und kann auch nicht mehr ausgebaut werden.
Der Neubau eines neuen Gemeindehauses auf dem Kerag-Areal wurde 2010 vom Stimmvolk abgelehnt.
Aus Kostengründen entschied der Gemeinderat, sich auf eine schrittweise Sanierung beider Häuser zu konzentrieren. Inzwischen wurden im GH 1 die sanitären Anlagen sowie die Küche erneuert, was beides im GH 2 noch ansteht. Zudem muss dort dringend die Aussenfassade saniert werden.
Kerag-Areal

Der Souverän stimmte vergangenen Juni der Aufwertung und Sanierung des Parkplatzes Kerag zu (der Richterswiler Anzeiger berichtete). Die neu angeordneten Parkfelder sollen umgeben und durchsetzt sein von bepflanzten Zonen, neue Sickerleitungen werden verlegt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte im Frühling 2026 das Submissionsverfahren eingeleitet und im Sommer mit der Sanierung gestartet werden.
Die Pläne liegen bis 16.01.2026 auf und können bei den Gemeindewerken eingesehen werden.

Wisli am See

Die Baugrubensicherung erweist sich als Herausforderung und nimmt mehr Zeit in Anspruch als geplant. Die Etappierung des Baugrundes musste angepasst und erweitert werden. Momentan ist der Bezug des Pflegeheims auf Ende 2027 datiert, der der Alterswohnungen auf Frühling 2030.

Hochwasserschutz Dorfkern

Im Zuge des Projektes zum 100-jährigen Hochwasser muss der Entlastungsstollen, der vom Göldibach herkommt, erweitert werden. Eine Verlegung scheint unumgänglich und wird wohl vom Schulhaus Töss unter dem Friedhof durch bis zum Gemeindehaus 2 verlaufen und schliesslich in den See führen. Durch die Verdichtung des Bodens kann Regen nicht mehr natürlich versickern, was bei heftigen Regenfällen zu Wassereinbrüchen in Geschäfte und Häuser führen kann und an sich nichts mit dem 100-jährigen Hochwasser zu tun hat. Die Wegführung des Wassers unter dem Friedhof durch soll also ebenso verhindern, dass der Dorfkern weiterhin belastet wird. Das Projekt ist schwierig und langwierig, doch inzwischen hat das AWEL beratend Unterstützung angeboten.

Horn – wenig Platz, viele Ansprüche

Der Kanton fordert von der Gemeinde ein Nutzungskonzept. Dafür wurde ein Q-Team einberufen, also ein «Querschnittdenker-Team», dem vier Gemeinderatsmitglieder plus die zuständigen Abteilungsleiter angehören. Sie erarbeiten Vorschläge für die künftige Nutzung des Seeareals. Da diverse Interessensgruppen daran interessiert sind, ihre Bedürfnisse auf dem Horn durchzusetzen, aber auch die breite Bevölkerung ihren Anspruch auf das Areal geltend macht, gestalten sich Veränderungen schwierig, – ist der Platz doch sehr beschränkt, und die Nutzerzahl steigt ständig.
Der Vertrag mit der Jugendherberge wurde bereits verlängert und läuft bis im März 2035. Intern finden Sanierungen statt, welche von der Jugendherberge selbst in Auftrag gegeben wurden. Dass die Aussenhülle in Stand bleibt, dafür zeichnet sich die Gemeinde verantwortlich.
In Planung ist die Sanierung der Ufermauern und der Shedhalle.

Feuerwehrgebäude und Kindergarten Mettlen

Das neue Feuerwehrdepot wurde am 14. November formell von der Abteilung Liegenschaften an die Gemeindefeuerwehr Richterswil übergeben. In der Folgewoche wurden die Fahrzeuge im neuen Depot geparkt, was auch bedeutet, dass im Falle eines Einsatzes ab dem neuen Feuerwehrlokal ausgerückt wird.

Die nach den Sommerferien durch einen Wasserschaden nicht bezugsbereiten Kindergartenräumlichkeiten im neuen Mettlen standen auch am 20. Oktober nicht bereit – wegen eines erneuten Wasserschadens durch eine undichte Leitung. Nach der Überprüfung verschiedener Optionen durch beteiligte Fachleute entschied man sich für einen neuen Bezugstermin, weil die Entfeuchtung noch im Gange war und die anschliessende Einrichtung in so kurzer Zeit nicht zufriedenstellend bewerkstelligt hätte werden können. Somit startete am 1. Dezember der Unterricht im neuen Kindergarten Mettlen.

Weitere Projekte

Die Gemeinde ist daran mit der Energiegenossenschaft Zimmerberg (EGZ) einen Rahmenvertrag auszuarbeiten, um auf den Gemeindeliegenschaften (Kiga Mettlen, Feuerwehrgebäude, Halle für Alle und Shedhalle) Photovoltaikanlagen zu realisieren.

Wärmeversorgung Richterswil

Nachdem die Gemeinde Richterswil der CKW AG – einer Axpo-Tochter mit viel Erfahrung in der Dekarbonisierung und Entwicklerin mehrerer Fernwärmeprojekte – den Zuschlag zur Projektierung eines Fernwärmenetzes erteilt hatte, ist ein aktueller Energieplan erstellt worden. Ziel ist eine nachhaltige Wärmeversorgung, bei der je nach Gebiet auf unterschiedliche Methoden zugegriffen werden soll, denn nicht überall kann mit Abwärme der ARA, durch Luft- oder Erdsonden-Wärmepumpen effizient geheizt werden.
Die betroffenen Liegenschaftenbesitzer im Dorfzentrum sind angeschrieben und informiert worden, dass die CKW AG (www.ckw.ch) ihre Arbeit aufgenommen hat und auf Wunsch Kontakt aufnimmt.
Der Zeitpunkt der Stilllegung des Gasnetzes kann erst kommuniziert werden, wenn das Fernwärmenetz an der Urne bestätigt (möglicherweise Ende 2027) und ein genauer Plan der Gebiete ausgearbeitet worden ist. Gerade hinsichtlich Sanierungen und auch generell bietet sich allen die Energieberatung Richterswil an, um sich über künftige sinnvolle Möglichkeiten zu informieren.
Nach der «Gestern – Heute – Morgen»-Veranstaltung wurde von vielen Privaten die Gelegenheit genutzt, weitere Informationen bei Stephan Brun, Ansprechperson bei der CKW, und Vasco Wüst, Projektleiter Energie und Umwelt bei der Gemeinde Richterswil, einzuholen.

Schulevaluation zwischen November 2024 und Juli 2025

Alle fünf Jahre wird die Volksschule durch eine externe Fachstelle einer Überprüfung unterzogen. Dies geschieht zur Qualitätssicherung der Bildungsarbeit.

Die Überprüfung aller Schuleinheiten in Richterswil-Samstagern passierte mittels schriftlicher Befragung von Schülerschaft, Eltern und Lehrpersonen, Unterrichtsbesuchen sowie Pausenbeobachtungen und Interviews von Schülerinnen, Schülern, Schulleitung, Lehrpersonen und der Elternorganisation. Untersucht werden dabei die Schulgemeinschaft, die Zusammenarbeit im Schulteam, Unterrichtsgestaltung, Schulführung, individuelle Förderung, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Beurteilungspraxis, die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Digitalisierung im Unterricht.
Im April durfte die Schulgemeinde die ausgezeichneten Evaluationsergebnisse entgegennehmen, welche ihr eine qualitativ hochwertige Arbeit attestiert. Dieser Weg soll nun fortgesetzt und die Schule weiterhin als fördernden Lern- und Entwicklungsort gestaltet werden.

Die Ergebnisse können im Detail sind auf www.schule-richterswil-samstagern.ch abrufbar.

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