Wädenswil

Gemeinderatssitzung vom Montag, 24. November 2025

Das Hauptthema war das Traktandum «Weisung 27» vom 14. April 2025, betreffend Alterssiedlung «Bin Rääbe»; Kreditbewilligung Erweiterungsbau und Sanierung. Der Rat stimmte der Sanierung und Erweiterung zu.

Text: Ernst Brändli
Archivbild: stb

Charlotte Baer (SVP), Präsidentin der Sachkommission, erklärte, dass sich die Sachkommission in sechs Sitzungen mit dem beantragten Kredit von 17,8 Millionen Franken (+/- 15 Prozent) für die Alterssiedlung «Bin Rääbe», Erweiterungsbau und Sanierung, auseinandergesetzt und alle ihre Erkenntnisse sowie teilweise auch kontroverse Meinungen in ihrem Bericht aufgeführt hätten. Ausserdem hat die Sachkommission mehrere Zusatzanträge gestellt, über welche debattiert und abgestimmt werden musste.
Die Alterssiedlung «Bin Rääbe» mit Baujahr 1969/1970 besteht aus drei Gebäudeteilen: Dem Wohnhaus A mit 27 1½-Zimmer-Wohnungen, 14 2½-Zimmer-Wohnungen und einer 3½-Zimmer-Wohnung; dem Wohnhaus B mit 24 2½-Zimmer-Wohnungen sowie dem Mitteltrakt C, einem eingeschossigen Verbindungsbau mit Gemeinschaftsräumen, also dem Saal und dem Foyer.
Während das Haus B bereits laufend saniert worden ist, befindet sich die Liegenschaft A in einem desolaten Zustand. An das bestehende Haus A wird ein Bau mit 16 neuen 1½-Zimmer-Wohnungen angebaut. Zudem wird ein eigener Lift eingebaut.

Keine Unterbringung an der Büelenstrasse

Diskussionen entstanden beim Thema über die Unterbringung der Bewohner der Alterssiedlung während der Umbauzeit. Der Antrag der Sachkommission auf eine Ersatzunterbringung ohne die vom Stadtrat in Erwägung gezogene temporäre Nutzung der Gartenhäuser an der Büelenstrasse 5/7 wurde nach intensiver Diskussion von Rat grossmehrheitlich angenommen.
Ein weitere Zusatzantrag der Sachkommission, welcher einen erweiterten Ausbau von Saal und Foyer enthielt und CHF 180 000 Mehrkosten beinhaltet, wurde nach einer ebenfalls sehr lebhaften Diskussion mit 17 zu 15 Stimmen gutgeheissen.
Der nächste Antrag, die Nutzung der 3½-Zimmer-Wohnung als Studenten-WG zu prüfen, wurde mit 16 zu 16 Stimmen mittels Stichentscheid des Ratspräsidenten abgelehnt. Auch hier ging wiederum ein intensiver Voten-Austausch voran.
Die Grüne-Fraktion wollte mit einem weiteren Antrag den Erweiterungsbau im Minergie-A-Standard inkl. des Zusatzes ECO zertifizieren lassen, sofern die reinen Zertifizierungskosten 20 000 Franken nicht überschritten würden, um eine ausreichende Qualitätssicherung zu gewährleisten. Auch hier kamen sehr viele unterschiedliche Argumente von verschiedenen Seiten des Ratsaales. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.
Ein zweiter Antrag der Grünen galt der Abklärung für mögliche Fördergelder im Zusammenhang mit der Zertifizierung des Erweiterungsbaus sowie mit den geplanten Sanierungen der bestehenden Gebäudeteile der Alterssiedlung. Der Antrag wurde mit 17 zu 15 Stimmen abgelehnt.
Bevor der Ratspräsident zur Schlussabstimmung kam, stellte Stadtrat Christof Wolfer den Antrag, den Gesamtkredit um 180 000 Franken zu erhöhen, welcher für den erweiterten Ausbau des Saales und des Foyers entsteht. Diesem Antrag wurde zugestimmt.
Bei der Schlussabstimmung für den Erweiterungsbau und die Sanierung der Alterssiedlung «Bin Rääbe» über den Kredit von 17,98 Millionen stimmte der Rat mit 27 zu 0 Stimmen zu.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurden die 34 Einbürgerungsgesuche vorgezogen und die zahlreichen weiteren offenen Geschäfte in einer Doppelsitzung abgehandelt.
Das Postulat der FDP-Fraktion betreffend Auswirkungen parlamentarischer Vorstösse auf wiederkehrenden Personalbedarf wurde vom Stadtrat nicht entgegengenommen. Darum wurde automatisch die Diskussion eröffnet. Nach der wiederum lebhaften Diskussion stimmte der Rat dem Ablehnungsantrag mehrheitlich zu, und das Postulat wurde nicht überwiesen.
Das Postulat der Fraktionen Mitte/GLP/GP/SP-EVP betreffend Raum für Visionen, Potenzial für die raumplanerische Weiterentwicklung, wurde an den Stadtrat überwiesen.
Das Postulat der FDP/BFPW-Fraktion betreffend Tempo 30 auf der Seestrasse, der Zugerstrasse und der Schönenbergstrasse wurde beantwortet, diskutiert und anschliessend als erledigt abgeschrieben.
Eine Interpellation der SVP-Fraktion betreffend Stellenplan Stadtverwaltung wurde vom Stadtrat beantwortet und als erledigt abgeschrieben.
Auch beim Postulat der Fraktion der Grünen vom 14. November 2023 betreffend Stadtbild- und Denkmalpflegekommission entstand wiederum eine lebhafte längere Diskussion, bevor auch dieses Geschäft als erledigt abgeschrieben werden konnte.
Eine intensive Ratssitzung konnte nach diesen Geschäften vom Ratspräsidenten geschlossen werden. Im ganzen Saal hörte man Stimmen, welche sagten, dass dies wieder einmal eine richtig intensive, aber auch gute Ratssitzung war.

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