Richterswil

Beachsprint: Gold für Heuss – ­Biberstein ­solid an EM und WM

Mit Blut, Schweiss und Tränen zum Erfolg. Für einmal ist diese Beschreibung nicht zu hoch gegriffen.

Am Coupe de la Jeunesse im spanischen Cádiz sah es zunächst so aus, als würde der Schweizer Mixed-Doppelzweier mit der Richterswilerin Annik Heuss und dem GC-Ruderer Alexander Bodmer gar nicht erst starten. Beim letzten Training vor dem Wettkampf rutschte Heuss im Boot unglücklich aus und zog sich eine tiefe Schürfwunde am Knie zu. Nach Abklärungen im Spital stand jedoch fest: Sie darf antreten. Trotz Schmerzen kämpften sich die beiden vom Achtelfinal bis ins Finale, wo sie auf den Favoriten Spanien trafen. «Das Adrenalin drängte den Schmerz in den Hintergrund», berichtet Heuss. Athletik, Taktik und Ausdauer machten den Unterschied: Schon in den Vorläufen holten sie Rückstände jeweils in der zweiten Rennhälfte auf. Auch im Final steigerten Heuss und Bodmer nochmals das Tempo, während Spanien nachliess. Bodmer setzte zu einem starken Schlusssprint an – Gold für die Schweiz! «Meine Verletzung verunsicherte uns zwar, doch wir konnten genial damit umgehen. Alex gab mir Sicherheit, und so lief es perfekt», erzählt die Sportgymnasiastin. Nach den Schweizermeistertiteln im klassischen Rudern und im Beachsprint-Einer krönt diese dritte Goldmedaille eine herausragende Saison von Heuss, zu der auch Silber und Bronze im Schweizer U17-Vierer-Doppel am Coupe de la Jeunesse im klassischen Rudern im August dieses Jahres zählen.
Auch Lucas Jordil war in Cádiz im Einsatz und erreichte im Doppelzweier den Achtelfinal. Andrin Biberstein schaffte als Mitglied der Schweizer U19-Auswahl gar die Teilnahme an der Beachsprint-EM und -WM in der Türkei und erreichte beide Male den Achtelfinal. «An der EM konnte ich mein Potenzial nicht ganz abrufen – an der WM lief es sehr gut», sagt er. Die Konkurrenz war sehr stark, und das fehlende Meerestraining machte sich bemerkbar. «Auf diesem Niveau braucht es Routine im Wellengang», erklärt er. Für den angehenden Fitnessinstruktor war die doppelte internationale Teilnahme ein neuer Höhepunkt. «Das alles zu erleben war ganz besonders.» Sowohl für Biberstein wie auch für Heuss bleibt das Beachsprint-Rudern eine willkommene Abwechslung zum klassischen Rudern. Ob sie dereinst, wenn Beachsprint olympisch wird, ihre Prioritäten nochmals überdenken, bleibt abzuwarten. (e)

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