Wädenswil

100 Jahre Brass Band Posaunenchor Wädenswil

Wenn Musik, Licht und Leidenschaft aufeinandertreffen, entsteht Magie. Genau das erlebten die Gäste beim Jubiläumskonzert des Brass Band Posaunenchors Wädenswil.

Text & Bild: Sabine Itting

1925 war ein Jahr voller Veränderungen: Während in Zürich erstmals Migros-Verkaufswagen durch die Stadt rollten, gründete sich in Wädenswil der Posaunenchor. Die Verkaufswagen sind längst Geschichte – der Verein hingegen lebt bis heute fort, begeistert Menschen mit Musik und erfährt nach wie vor grossen Zuspruch.
Gegründet vor 100 Jahren, zählt der christliche Musikverein heute rund 25 Mitglieder aller Altersklassen. Der Posaunenchor orientiert sich am Vorbild englischer Brass Bands und verbindet kraftvollen Klang mit einem breiten Repertoire, das von klassischen Stücken bis zu modernen Popsongs reicht. Die Musik ist nicht nur Ausdruck jahrzehntelanger Tradition, sondern auch Spiegel einer lebendigen Gemeinschaft, welche die Freude am Musizieren teilt.

Ein Abend voller Klang und Atmosphäre

Am 16. November 2025 feierte der Brass Band Posaunenchor Wädenswil in der reformierten Kirche Wädenswil sein Jubiläum und bot den geschätzt 700 Besucherinnen und Besuchern ein Konzert, das musikalische Vielfalt, Tradition und Gemeinschaft auf besondere Weise vereinte. Von sanften Melodien über kräftige Fanfaren bis hin zu modernen Pop-Arrangements spannte sich das Programm und wurde durch ein stimmungsvolles Lichtspiel ergänzt.
Bereits beim ersten Ton tauchten die Gäste in die Musik ein. Farben wechselten, Ornamente zeichneten sich an Decke und Wände ab, und die Kirche wurde in ein warmes, stimmungsvolles Licht getaucht. Die gute Akustik machte die Musik in allen Nuancen erlebbar und unterstrich die Präzision der Musikerinnen und Musiker.

Das Jubiläumskonzert

Die Kirche war gut besucht, als die Musikerinnen und Musiker vom Brass Band Posaunenchors Wädenswil unter grossem Applaus die Bühne betraten. Die Freude war spürbar, nicht nur bei den Vereinsmitgliedern, sondern auch bei den Besucherinnen und Besuchern.
Nach dem Eröffnungsstück «Glow» richtete der Präsident Roger Spälti einige Worte an das Publikum. Er begrüsste die Gäste und Delegationen von verschiedenen Vereinsvertreterinnen und -vertretern sowie den Stadtpräsidenten Philipp Kutter, der das Vorwort für die Festschrift verfasst hatte. In seinen Glückwünschen würdigte Kutter das Engagement des Brass Band Posaunenchors: «Hundert Jahre, das ist eine eindrückliche Wegstrecke. Blasmusik spricht die Herzen an, bringt Menschen zusammen und hat auch in Zukunft eine wichtige Rolle.»
Die gespielten Werke umfassten im ersten Teil «Glow» von Eric Whitacre, «Esprit» von James Curnow und «Concerto d’Amore» von Jacob de Haan. Das Publikum folgte den Stücken gebannt, und ehrlicher Applaus begleitete die Musikerinnen und Musiker nach jedem Werk.

Musikalische Höhepunkte

Besondere Momente des Abends waren die Soli. Paul Illi beeindruckte mit seinem Solo «My Love is like a red, red Rose», das die Zuhörerinnen und Zuhörer andächtig lauschen liess. Danach spielte die Brass Band die «Jubilee Overture» von Philip Sparke, gefolgt von Uli Keller als Solist mit «Gabriellas Song» von Stefan Nilsson und Py Bäckman.
Anschliessend erklangen «Die schönsten Jahre» von Armin Kofler und «Time» von Hans Zimmer. Über das gesamte Konzert hinweg war die Begeisterung der Besucherinnen und Besucher spürbar, die Musik berührte, fesselte und zog alle in ihren Bann. Die Ansagen zwischendurch schufen Nähe zwischen Bühne und Publikum, und man spürte deutlich, wie sehr Tradition und Herzblut hier zusammenkamen.

Neue Uniformen – ein besonderer Moment

Der Präsident erinnerte daran, dass sich die Musikerinnen und Musiker vor über einem Jahr auf die Suche nach neuen Uniformen gemacht hatten. Pünktlich zum Herbst konnten sie nun ihre neuen Outfits präsentieren. Stolz war deutlich anzumerken, und viel Applaus begleitete die Premiere. Dass die neuen Uniformen realisiert werden konnten, ist einer grossangelegten Spendenaktion zu verdanken.

Ein musikalischer Wunsch nach Frieden

Vor den letzten offiziellen Stücken wandte sich der Präsident erneut ans Publikum: «Die schönsten Jahre» seien ein Anlass zurück zu blicken – doch an diesem Abend sollte dieser Rückblick nicht stattfinden. Der Titel dieses Stücks ist passend in Bezug auf die jahrzehntelange Geschichte des Vereins. Diese ist sorgfältig in der Festschrift dokumentiert: Wie sich die Musikerinnen und Musiker zusammensetzen, welche Instrumente sie spielen, die Geschichte des Vereins und welche Ereignisse sich in den vergangenen Jahren nicht nur in Bezug auf die Formation, sondern auch in der Welt ereigneten. Gleichzeitig sei dies auch ein Moment, um innezuhalten und sich den Wunsch nach mehr Frieden ins Bewusstsein zu rufen. Anschliessend erklang «Terra Pacem» von Mario Bürki, ein Stück, das den Wunsch nach Frieden auf besondere Weise in den Kirchenraum trug.

Zugaben und Weihnachtslieder

Auch nach dem letzten offiziellen Stück war das Konzert noch nicht zu Ende. Die Brass Band spielte mit «Allas Steilas» eine Zugabe. Sanfte Klänge liessen den Abend allmählich ausklingen, während Lichtpunkte durch den Kirchenraum tanzten und den Eindruck von sanft fallenden Schneeflocken erzeugten. So endete ein stimmungsvoller Konzertabend voller Musik, Licht und Emotionen.

Gemeinschaft und Vereinsleben

Neben der musikalischen Qualität ist es die Gemeinschaft, die den Brass Band Posaunenchor Wädenswil auszeichnet. Regelmässige Proben, Sommergrillfeste und Jahresabschlussessen pflegen das Miteinander und verbinden die Mitglieder über Generationen hinweg. Wer Interesse hat selbst mitzuspielen, ist jederzeit willkommen: Die Proben finden jeweils am Dienstag von 20.00 bis 22.00 Uhr im FEG-Fuhr statt.

Ausblick

Die Vereinsleitung dankt allen Mitgliedern, Förderern und Besucherinnen und Besuchern für die Unterstützung und die Treue über Jahrzehnte hinweg. Nach diesem besonderen Jubiläum blickt der Verein zuversichtlich in die Zukunft. Geplant sind weitere Frühlings- und Kirchenkonzerte sowie das beliebte Schlosshofkonzert im Sommer.

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