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Volkstheater Wädenswil: Das «Dinner für Spinner» schmeckt!

Am Donnerstag, 8. September, feierte das neue Stück des Volkstheaters Wädenswil – «Dinner für Spinner» in der Kulturgarage Wädenswil Premiere. Das Premierenpublikum sah eine Komödie, brillant inszeniert, zum Schiessen komisch und mit unerwartetem Ende.

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Text & Bilder: Stefan Baumgartner

Das Stück spielt in einer Zeit, wo die Telefonnummern noch 6-stellig und die Vorwahl für Zürich  01 war. Das Telefon – es spielt eine zentrale Rolle – ist das Standardmodell der damaligen PTT, ein «Tisch 70» und musste gemietet werden. Die Handlung des Stücks selbst ist schnell erzählt: der Verleger Pierre Baumann (Stefan Marthaler) trifft sich einmal pro Woche mit seinen Freunden zum «Dinner für Spinner». Jeder seiner Freunde bringt so einen absonderlichen Gast mit ausgefallenem Hobby mit, und Baumann mit seinen Freunden macht sich über die mitgebrachten Gäste lustig. Gemeinsam wählen sie einen «Gewinner». Doch diesmal kommt’s anders: Baumann verrenkt sich in der Dusche den Rücken und muss auf Anraten seiner Ärztin, der Professorin Lilienthal (Christina Wildi), das Dinner sausen lassen. Doch ist seine Begleitung, der leidenschaftliche Zündholz-Modellbauer Freddy Flückiger (überzeugend gespielt von Markus Zollinger), bereits unterwegs und trifft bald darauf bei Baumann ein. Bald ist Baumanns Rücken sein kleineres Problem, denn Flückiger lässt mit seiner Tollpatschigkeit kein Fettnäpfchen aus. Ein Exkurs über Hängebrücken – aus 346 422 Zündhölzer besteht Flückigers Golden-Gate-Modell – und gut gemeinte Ratschläge (Husch, husch git en Pfusch!) lassen den Verleger nicht nur wegen seines Rückens aufstöhnen. Beide hören schliesslich auf dem Telefonbeantworter, wie Baumann von seiner Frau Christine (Seraina Kühne) verlassen wird. Immerhin: Durch ein verunglücktes Telefonat Flückigers versöhnt sich Baumann mit seinem langjährigen besten Freund, dem Autor Gilles Berger (André Lee), dem er einst die Frau ausgespannt hatte und der nun bald ebenso in Baumanns Wohnzimmer auftaucht. Gemeinsam versuchen sie, den Aufenthaltsort von Baumanns Frau ausfindig zu machen, wobei der Zündholz-Modellbauer weiter allerlei Verwirrung stiftet, was den Verleger zur Weissglut bringt und sich dessen Freund Berger fast totlacht. «Über Idioten darf man lachen – für was sind sie sonst da?» Natürlich verwechselt Flückiger auch Baumanns Frau mit dessen Affäre Marlene Meyer (Daniela Brodbeck) und bringt so das Leben des Verlegers weiter gehörig durcheinander. Ist Baumanns Frau bei einem Werber in dessen Liebesnest an der Goldküste untergekommen, vergnügt sie sich dort gerade? Des Zündholz-Modellbauers Arbeitskollege, der Steuerprüfer Lukas Hengstler (Janosch Bär) könnte es wissen … Im Finale schliesslich nimmt das Stück noch die eine oder andere unerwartete Wendung, es endet dramatisch, und wenn die Zuschauerin, der Zuschauer denkt, es sei ausgestanden – ja, da setzt Freddy Flückiger, der Spinner, noch eins drauf …
Das Ende? Nun, da das Stück noch bis 30. September zu sehen ist, wird es hier nicht verraten. Selbst hingegen lohnt sich!

Nicht nur das Premierenpublikum war begeistert vom Stück und beeindruckt von der schauspielerischen Leistung des Ensembles. Auch die Rheintaler Regisseurin Simona Specker, die auch die Mundartfassung erarbeitete, sagte an der anschliessenden Premierenfeier, dass das Ensemble in den vergangenen Monaten sehr gut gearbeitet habe und dass sie sehr stolz auf die Schauspielerinnen und Schauspieler sei. Zu Recht!

«Dinner für Spinner» von Francis Veber.
Volkstheater Wädenswil, Regie: Simona Specker,
Weitere Spieldaten: 21., 22., 23., 28., 29. und 30. September 2022, jeweils um 20 Uhr, sonntags um 16 Uhr.
Kulturgarage, Florhofstrasse 15, Wädenswil

http://volkstheater-wädenswil.ch/

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